E1 von Göteborg zum Nordkap

106. Tag 11.8.22 von der Tjallaneshytta nach Sulitjelma

Am Morgen begrüßen mich zwischen vielen Wolken ein paar Sonnenstrahlen und beenden eine unruhige Nacht. Seit Tagen überlege ich, plane und  verwerfe Alternativen und muss für mich eine Entscheidung treffen. Ich empfinde die Bedingungen langsam nicht nur zu schwer, sondern auch zu gefährlich. Durch den vielen Regen steigen Flüsse und Bäche, die Wetterapp zeigt Warnungen vor Erdrutschen und sprunghaft ansteigendem Hochwasser an kleinen Gewässern. Die Aussichten ändern sich nicht und dann wird der Weg, auch wenn auf schwedischer Seite jetzt viel einfacher zu gehende Wege kämen, wenig Freude bereiten.

Die Gedanken kreisen um aufgegeben, nachgeben und scheitern. Oft ist es mir noch nicht passiert, dass ich einen einmal gefassten Plan nicht durchgezogen habe. Aber ich muss mir eingestehen, dass es für mich zu viel wird. Ja und so habe ich wirklich schweren Herzens beschlossen, heute das Vorhaben das Nordkap zu Fuß zu erreichen, aufzugeben. Nur noch zu gehen um mit aller Macht das Ziel zu erreichen war und ist nicht der Sinn meiner Solowanderungen und das ich nicht dort ankomme lag für mich immer im Bereich des Möglichen. Von Sulitjelma komme ich ohne riesigen Aufwand nach Hause und so langsam freue ich mich auch darauf.

Der letzte Tag hielt nochmal alles bereit. Eiskalter Wind zwang mich Handschuhe und Mütze anzuziehen. Die paar Sonnestrahlen ließen die fantastische Landschaft nochmal erstrahlen und zeigte mir ihre schönste Seite, die ich viel zu selten zu sehen bekommen habe.

Aber der einsetzende Regen zeigte auch die andere Seite.

Eine Flussquerung präsentierte mir nochmal die mögliche Gefährlichkeit. Es war grenzwertig.

Die Strömung war sehr reißend

Hier sind dann noch Bilder der letzten Querung die wieder entspannter war.

Noch einmal Moltebeeren naschen.

Nachmittags kam ich im Hotel an und genoss die Annehmlichkeiten der Zivilisation.

So verabschiede ich mich von allen die mir bis hierher „gefolgt“ sind und mir ab und zu geschrieben und damit die Verbindung gehalten haben. Das waren für mich wertvolle Zeilen. Manchmal ist die Einsamkeit und Unabhängigkeit zermürbend auch wenn ich sie normalerweise genieße.

Grüße nochmal Leila, Stine, Merethe und Stine die mir unvergessliche, unbeschwerte von einer unglaublichen Herzlichkeit und Großzügigkeit geprägte Stunden schenkten.

Vielleicht führe ich das Vorhaben noch zu einem anderen Zeitpunkt zu Ende.

Wenn es Neuigkeiten gibt, lest ihr hier von mir

10 Gedanken zu „106. Tag 11.8.22 von der Tjallaneshytta nach Sulitjelma“

  1. Ich kann’s verstehen. Wandern soll Spass bringen und wenn übermäßig viele Gefahren lauern, warum dann weiter machen? Es gibt noch so viel lockende Ziele. Danke für die vielen, auf- und anregenden Beiträge.

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  2. You are an amazing woman and explorer! It was an honour meeting you, and getting to know you. I wish you all the best! I hope we meet again some day! -Stine

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  3. All respekt til deg over den bragd du har klart. Har ønsket deg godt vær gjennom turen siden vi møttes, men det hjalp nok dessverre ikke stort. Er en ære å være nevnt i ditt eventyr tross alt. Lykke til med resten av livet som pensjonist. PS. Ta med deg mannen din på kortere turer i Norge neste gang du planlegger tur, så ses vi nok igjen. Mvh Merethe

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  4. Hallo Martina du hast dein Ziel auch so erreicht. Was du geschafft hast ist u glaublich UND KANST RICHTIG STOLZ SEIN .freuhe mich auf ein Wiedersehen. Bis bald Rita

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  5. Hallo Martina,
    ich kann deine Entscheidung nachvollziehen. Ich habe letzte Woche Schluss gemacht. Nur um sagen zu können, ich habe es bis zum Nordkap geschafft. Nein, dafür waren mir die Strapazen zu groß.
    Aber alle Achtung. Du hast verdammt lange durchgehalten. Meinen allergrößten Respekt hierfür.

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  6. Allen Respekt von uns, Martina. Deine Entscheidung ist bestimmt die richtige und du kannst die Situation am besten beurteilen. Toll, dass du so lange durchgehalten hast und wir dein Abenteuer von der Terrasse aus verfolgen durften! 👍😄

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  7. Liebe Martina
    das Wort Scheitern streichst Du lieber wieder raus.
    106 Tage bei diesen Bedingungen zu wandern verdient mehr als riesigen Respekt. Also gönn Dir noch ein wenig bayrischen Sommer und komm frohen Herzens heim.
    viele Grüße von Luise

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  8. Liebe Martina, ein guter Entschluss. Was bei euch zu viel, ist bei uns zu wenig. Wir sind gerade in Paris: die ganze Woche deutlich über 30°C und Wasserknappheit.
    Komm gut heim.
    Gruss Hans

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