Schottland

12.9. + 13.9.2019 von Loch Beinn a‘ Mheadhain nach Morvich

Ja, so heißt der See den ich gestern nicht benannt habe. Heute morgen ging es wieder mit dem Taxi zu unserem gestrigen Endpunkt. Tatsächlich kommen wir auch zur ausgemachten Zeit weg, denn alle sind pünktlich mit Zeltabbau und frühstücken fertig. Es schaut in Schottland zwar oft aus als würde es gleich losregnen, aber meist bleiben wir trocken und können das Wolkenschauspiel genießen.

Heute wandern wir weiter auf dem Glen Affric durch das gleichnamige Tal. Wir befinden uns in einer einsamen Gegend ohne irgendwelche Zivilisation. Begleitet oft von kilometerlangen Zäunen entlang der Berghänge. Es wird versucht wieder Wald anzupflanzen und der muss vor dem Rotwild geschützt werden, das hier zu zahlreich unterwegs ist und alles anknabbert was Abwechslung in das Einerlei des teilweisen sehr sumpfigen Graslandes bietet.
Die Berge werden immer höher, so langsam erreichen sie die 1000 Meter Marke. Die heißen in Schottland Munroes und davon gibt es 258 Stück. Man darf sich aber nicht vorstellen das sie so mit Wanderwegen erschlossen sind wie in Deutschland. Meist ist erkennbar das hier ab und an Leute unterwegs sind und sich  eine Spur abbildet.
Kein Wald, alles Moos bewachsen und felsig. Der Wind pfeift und die Regenjacke bleibt als Schutz an, es wird extrem stürmisch heute.
Am frühen Nachmittag kommen wir in Allbeithe an. Das besteht aus dem  abgelegensten Hostel Schottlands und versorgt sich mit Solarpanels und kleinem Windrad selbst mit Strom.  Wenn der nicht reicht müssen Kerzen und Petroleumlampen, die überall in den Räumlichkeiten verteilt sind, reichen. Gekocht wird mit Gas und geheizt mit Kohlen. Vor allem über letzteres sind wir sehr froh, denn zum Schluss erwischt uns der Regen zusammen mit dem Sturm voll und wir erreichen das kleine Häuschen vollkommen durchnässt. Bei Tee und Pulverkaffee wärmen wir uns wieder auf und später bäckt Hanne aus Dänemark die Hüttenwirtin ihre berühmten Scones die wir dick bestrichen mit Butter und Marmelade  genießen. Dafür gibt es eine Spendenbox denn Geld will sie dafür nicht.
Entgegen der ursprünglichen Planung stellt der Großteil der Truppe hier das Zelt auf, da für den Notfall eine feste Unterkunft in der Nähe steht, denn der Wind ist stark und ob jedes Zelt dem standhält ist nicht sicher.
Zumindest  der Regen hört auf und alles bleibt beim Aufbau trocken.
Das Hostel ist für Selbstversorger gedacht und so verspeist jeder sein mitgebrachte Essen nur das wir den  Luxus einer Hütte genießen können und nicht den Naturgewalten ausgesetzt sind.

Nachdem wir uns fern vom künstlichen Licht befinden hoffe ich auf einen Sternenhimmel der bei uns nicht zu sehen ist.
Tatsächlich wache ich auch gegen 12 Uhr auf und eingepackt in Jacke und Schlafsack schaue ich im Zelteingang sitzend, dem grandiosen Wolkenschauspiel bei zwischendurch hervorblitzendem Vollmond und pfeifendem Wind, zu. Unglaublich schön und emotional berührend. Die Bilder bringen es nur unzureichend rüber.

Sterne sind auf Grund des doch hellen Himmels nicht so gut zu sehen.


Am nächsten Morgen stehen noch alle Zelte und keiner hat bei den stürmischen Winden das Übernachten draußen aufgegeben.
Nach dem Frühstück geht es voll in Regenkleidung eingepackt los. Besseres Wetter erwartet uns heute auch nicht, dafür eine grandiose Landschaft. Mir fehlen einfach die Worte für das gewaltige Naturschauspiel.
Zwischendurch gibt es eine kurze Rast in einer Bothie. Das sind alte Steinhäuser von früheren Bewohnern die mit Erlaubis der Grundbesitzer von Freiwilligen erhalten werden. Meist mit einem Holzgestell eingerichtet auf dem man sein Schlafsack und Isomatte ausbreiten kann und dadurch eine geschützte Übernachtungsmöglkeit vorfindet.Fleischfressende Pflanze am Wegesrand.
Weiter geht’s in stetem  Auf und Ab bis wir einen steilen Abstieg in der Nähe eines Wasserfalls meistern müssen. Danach läuft das Tal mit einem stark mäandrierenden Fluss,  begleitet von einer Unmenge Schafen aus.

Wir sind in Morvich angekommen und in der Ferne sehe ich das Meer.
Zusammen verbringen wir noch einen gemütlichen Abend in der Kintail Lodge und wir gönnen uns einheimisches Bier und richtig viel Essen. Nach einer knappen Woche mit Trekkingmahlzeiten ein Genuss
Die nächsten zwei Tage verbringe ich mit der Heimreise.

Die nächste Tour kommt bestimmt und hier werde ich wieder davon berichten.

Schottland

8.9.19 von Invernnach Abriachan Eco Campsite

Ein wunderschöner sonniger, für Schottland untypische, Wandertag ohne Regen.

Ich schreibe wenig, da es keine Lademöglichkeit für das Handy gibt.

Die Campmöglichkeit ist schon etwas ganz besonderes. Das Ehepaar sind praktisch Aussteiger, versorgen sich selbst mit eigener Quelle. Mitten im nordirischen wilden Wald, gibt es immer mal wieder ein freies Plätzchen für ein Zelt. Die Lebenmiitel müssen gut verpackt, hoch aufgehängt werden, denn das freilaufende Schwein und die Hühner sind extrem diebisch veranlagt. Strom und sanitäre Anlagen gibt es nicht. Dafür selbstgekochte Suppe und einen sagenhaften Zitronenkuchen zum Nachtisch von den Betreibern.

Schottland

7.9.19 von Edinburgh nach Inverness

Noch ein Reisetag.

Heute morgen habe ich erst mal wieder einen Spaziergang durch die morgendlich verschlafene Stadt unternommen. Eine schöne Stimmung und viele Fotos.

Nach einem Frühstück, auf das original Schottische habe ich verzichtet, haben wir uns auf den Weg zum Bahnhof gemacht.

Eine neue Erfahrung. Auf den Bahnsteig kommt man nur mit seiner Fahrkarte. Die führt man in ein Lesegerät und eine Schranke öffnet sich. Bei der Ankunft ist es dann das Gleiche. Erst wenn die Schranke sich öffnet kommt man vom Bahnsteig wieder runter.

Hier ein paar Bilder von der Zugfahrt quer durchs Land.

Fast jeder Bahnhof wirkt wie aus einer anderen Zeit. Teilweise richtig romantisch.

Am späten Nachmittag dann ein Treffen mit den restlichen Teilnehmerinnen und der Organisatorin und morgen Vormittag geht es dann endlich mit wandern los.

Schottland

6.9.19 von München nach Edingburgh

Ein Reisetag mit S-Bahn, Flugzeug und Tram.Am Flughafen habe ich mich mit zwei Cousinen, die in der sächsischen Schweiz und Freising beheimatet sind, getroffen. Gemeinsam übernachtein wir heute in Edingburgh, eine absolut sehenswerte Stadt .Die Tram vom Flughafen in die Innenstadt , sehr edel ausgestattet.Nach dem Bezug unserer Unterkunft sind wir gleich zu einem Stadtbummel aufgebrochen. Allein der Bahnhof ist schon ein eine Augeeide.Fußgängerampeln interessieren die betreffenden wenig bis gar nicht. Es wird nach rechts und links geschaut und dann gehts los, die Farbe der Ampeleganten? Uninteressant! Die Umstellung auf den Linksverkehr ist auch gewöhnungsbedürftig.Eine Kuriosität in der Fußgängerzone.Ein Tesla Laden zwischen einem Mutter Kind Geschäft und einem super noblen Modeladen.Die über der Altstadt herrschende Burg steht auf einem erloschenen Vulkan.Einer der berühmten Bars haben wir natürlich einen Besuch abgestattet.Beeindruckend, verschiedenste schottische und englische Biersorten und alle aus Zapfhähnen.Einmal von innenund von außen.Natürlich habe ich heute Fish and Chips gegessen, einmal wird allerdings reichen. Ziemlich fettige Angelegenheit!Von den Dudelsackspielern haben wir mehrere in der Altstadt angetroffen.

Schottland

5.9.2019 von Trostberg nach München

Dieses Mal geht es weiter weg und allein die Anreise nimmt einige Zeit in Anspruch.

Heute bin ich erst einmal mit dem Zug nach München gefahren und übernachte bei meinem Sohn.

Der Rucksack wiegt satte 14kg inclusiv einem Liter Trinken. Mit dabei ist allerdings die gesamte Verpflegung für sechs Wandertage die etwa zwei Kilo wiegt. Er wird also leichter.

Morgen treffe ich schon in der früh um 8.00 Uhr die ersten zwei Frauen aus meiner Wandergruppe zum gemeinsamen Frühstück am Flughafen denn dieses Mal bin ich nicht allein unterwegs. Es ist eine geführte Tour von Inverness nach Morvich nur für Frauen. Ich bin gespannt und hoffe auf jede Menge Erfahrungsaustausch.

Maximiliansweg

12. Tag 11.7.19 von der Tutzinger Hütte nach Lengries

Heute lege ich einen flotten Schritt hin. Das Wetter soll am Nachmittag in Regen umschlagen und da will ich den Bergen runter sein.

Von der Hütte aus geht es hinauf auf den Rotohrsattel und weiter auf den Latschenkopf. Alles schmale Bergpfade im Auf und Ab zwischen Latschen und großen Felsbrocken. Immer wieder mit toller Fernsicht.

Von Brauneck geht es dann steil auf Schotterpiste bergab, auch nur ein kleines Vergnügen. Aber das Ziel naht in Lengries. Noch kurz über die Isar und dann ist es nicht mehr weit.

Ich darf heute bei einer Freundin übernachten, darauf freue ich mich schon . Kaum bin ich im Haus setzt der Regen ein, und so wie es aussieht ist damit nicht so schnell Schluß.

Maximiliansweg

11. Tag 10.7.19 vom Walchensee zur Tutzinger Hütte

Ein rundum traumhafter Tag. Endlich mal wieder weißblauer Himmel bei angenehmen Temperaturen. In der Früh vom Zeltplatz weg in den Ort Walchensee.Im Dorfladen gibts in der Früh um 7.30 Uhr schon Kaffee und eine Breze. So gestärkt wandere ich am See entlang. Um diese Uhrzeit ist auch kaum Verkehr. Mein Weg führt nach Urfeld vorbei an dem Filmkullissendorf Flake für Wiki und die starken Männer.In Urfeld geht es zur Jochalm hinauf. 500 Hm sind es. Das ist aber für heute auch der längste Aufstieg des Tages. Inzwischen sind die Wege abgetrocknet und wunderbar zu gehen. Die Alm ist sogar bewirtschaftet und ich lasse es mir bei Kaffee und Kuchen gut gehen. Danach jagt ein Aussichtspunkt den nächsten und obwohl dies auch ein langer Tourentag ist wird mir heute nichts zuviel. Einfach nur schön. Eimal dachte ich als ich von Ferne diesen Holzbalken sah, daß ich darüber balancieren müsste. Aber das war nur die Sicherung für das Stromkabel. Wir Wanderer mussten runter und über Ttittsteine über den Bach.Vorbei führte der Weg an der Staffelalm. Dort war der Maler Franz Marc häufiger zu Gast und hat dort, wenn er nicht bezahlen konnte die Wände bemalt. Zwei Gemälde sind wieder freigelegt worden.Und jetzt gibt es nur noch Bilder von grandiosen PanoramenDas ist der Blick hinauf zur Benediktenwand von der Tutzimger Hütte aus, auf der ich heute schlafe