E1 von Göteborg zum Nordkap

51./52. Tag 17./18.6.22  von der Björnholmstugan über die Tangsjöstugan zur Rösjöstugan

Alles die Namen von Hütten.

Mit stürmisch  könnten die zwei Tage beschrieben werden. Von der Björnholmstugan ging es erstmal am Fluss Tangån entlang später im großen Bogen 6km lang aufwärts bis auf 940 Meter Höhe. Die meiste Zeit nicht wirklich steil aber die Länge und der durch den nächtlichen Starkregen, weiche Boden, forderten meine Kondition schon ordentlich.  Ich bin hier im Fulufjellet Nationalpark der länderübergreifend mit Norwegen ein großes umd vielfältiges Gebiet abdeckt. Der große Bogen führte wieder zum Flusstal. So weit oben ist ja wieder alles kahl aber der Einschnitt ermöglicht Pflanzen und Tieren ein zu Hause. Richtig romantisch,  dort steht auch eine Rasthütte. In der Sonne auf der Hausbank habe ich ein Nickerchen gehalten und Socken und Schuhe wurden entgültig trocken.  Da hat das ganze Einheizen am Abend vorher nicht gereicht bzw. ich musste auch wieder durch etliche Sumpflöcher marschieren.  Natürlich habe ich auch gegessen.

die Ausblicke sind schon unglaublich
so steinig sind die Wege manchmal
nicht immer einfach zu laufen

Weiter aufwärts ging es jetzt, immer am Fluss entlang.  Da haben sie sich die Markierung gespart was grundsätzlich erst mal kein Problem war aber wie er  sich weiter oben zeitweise in viele Arme verzweigte, bin ich zwischendurch dem falschen Flussarm gefolgt. Also wieder zurück weil querfeldein war es zu nass.  Ja und dann kam sie, die erste Flussüberquerung. Es werden sicher noch viele folgen.  Diese hier war nicht schwierig aber ich konnte schon mal üben. Ich ziehe die Wanderschuhe aus, knote die Schubänder zusammen und hänge sie mir um den Hals. Socken aus, in den Rucksack stopfen und Watschuhe an. Stöcke länger stellen, Brust -und Beckengurt vom Rucksack öffnen damit ich, falls ich stürze, mich schnell vom Rucksack befreien kann und nicht mit dem schweren Gepäck untergehe.

meine Schuhe sind  aus Kunststoff mit einer rutschsichernden Sohle,  eigentlich zum Standup paddeln gedacht.

Mit denen ging es super zum drüber balancieren.  Schwierig war eher das der Wind soweit oben wo keine schützenden Seitenhänge mehr da waren, immer heftiger blies. Letzendlich ging es von den 21 km 18km bergauf. Meine Kraftreserven wurden definitiv ausgeschöpft und der Himmel zog sich immer mehr zu und am Schluss war Sturm. Ich war wirklich froh wie die Hütte in Sicht kam.  So langsam gewöhne ich mich an die Dimensionen der Fernsicht. Hier das erste Bild mit Blick auf die Hütte.

So schauen Blockfelder aus

Das dauerte dann noch 45 Minuten weil noch drei Seen zu umrunden und mehrere Blockfelder zu überwinden waren.  Um fünf war ich dann endlich an det Hütte und erstmal hatte ich sie ganz allein für mich. Tatsächlich hatte es bis dahin nicht geregnet aber im Haus ist mir erst richtig klar geworden das jetzt Sturm war. Der pfiff ums Haus und wenn ich die Haustür aufmachen wollte musste ich mich mit meinem vollen Gewicht einspreizen, der Wind hätte sie mir sonst aus der Hand gerissen.  3h später kam noch Arnold, den hat dann der Regen auch noch erwischt.  Der war so stark das man meinte wir hätten Nebel,  man hat keinen Meter weit mehr gesehen.  Was ich auch unglaublich finde ist, dass das ja Häuser aus Holzbalken sind. Da knarzt und ächzt nichts, nichts zieht durch. Ich hatte trotz des Sturms keinerlei Bedenken zwecks der Stabilität.  Keiner von uns hatte seit Mittags mehr aufs Handy mit der Wettervorhersage geschaut, so war uns auch nicht klar, wie lange das Wetter so anhalten würde und ob wir am nächsten  Tag  überhaupt weiter gehen können würden. Irgendwann in der Nacht schwächte sich der Wind ab und wir räumten noch auf, kehrten und Arnold hackte noch Holz für die Nächsten.  So soll man die Hütten verlassen.

Arnold nennt diesen Ofen Küchenhexe
Schaut schön aus, aber der Wind ist eiskalt

Nachdem eigentlich viel Regen und Wind angesagt war, wollte ich bloß bis zur nächsten Hütte 10km entfernt gehen.  Von dort war ein 3km langer Abstieg möglich ins Nationalparkzentrum und zu Schwedens höchstem Wasserfall und dem ältesten Baum der Welt, old tsikko. Das ist eine Kiefer, der Baum ist mehrere hundert Jahre alt, aber Kiefern können wieder aus dem gleichen Wurzelwerk austreiben wenn sie oben abgestorben sind. Hier wurde n die Wurzeln untersucht und mit 9500 Jahren datiert. Der Wasserfall ist 93 Meter hoch.

Die Wasserfallkante von oben
Teilweise sah so der Auf -und Abstieg aus. Ich stelle immer wieder fest, ich mehr als ich denke

Am Schluss des Tages konnte ich es richtig gut, das Balancieren über die riesigen Blockfelder und es hat dann sogar Spaß gemacht. Mittags war ich kurz davor aufzugeben und mir die Sehenswürdigkeiten zu sparen. Um fünf war ich dann wieder oben bei der Hütte und habe dort ein winziges eigenes Zimmer bekommen und es gibt sogar Strom fürs Handy über Solar. Es ist eine Hütte mit Hüttenwirt und das non plus Ultra, eine Sauna.  Die kann man für 1h für ca 7€ ganz für sich allein mit See haben.  Das habe ich mir gegönnt.  Der Wirt erzählte mir auch noch das die Deutschen die größte  Besuchergruppe sind, aber so ftüh im Jahr noch nie so viele da waren. Er hat sich auch fast nicht mehr eingekriegt wie er meinen Nachnamen aufgeschrieben hat. Hier heißen die kleinen Stechmücken nämlich Knotts. Also wenn ich mal wieder richtig lästig bin, dann werde ich daran denken unmöglich aber nützlich. Das Gewitter kam erst als ich ein Dach überm Kopf hatte und in netter Runde aus den Panoramafenstern entspannt den Regen und Regenbogen betrachten konnte. Der Rest, purer Luxus. Nette Gesprächsrunde mit einem Spanier der einen deutschen Großvater hat und vor kurzem ein Auslandssemester in Deutschland hinter sich gebracht hat, einer Deutschen die einen Schweden geheiratet hat der zwar 5 Jahre in Deutschland gelebt hat und alles auf deutsch versteht aber nur  super englisch spricht. Echt witzig, der Spanier und Schwede redeten englisch und wir Frauen deutsch und alle haben wir uns bestens verstanden und viel Spaß gehabt.  Der Spanier hat auch gleich noch mit uns eine Umfrage für seine Projektarbeit über Computer,  Apps und wandern durchgeführt. Ursprünglich war für diesen Tag eine lange Wanderung vorgesehen, aber so hat sich aus der Not etwas viel Besseres ergeben.  Deshalb gehts morgen auch nicht auf den Campingplatz,  sondern ein Stück weiter.  Denn am 23. muss ich auf der Fjällstation in Grövelsjön sein. Einmal um einzukaufen, denn dann ist 3 Tage alles zu. Die Schweden feiern Midsommer und da geht hier gar nichts mehr und ich feiere vom 23. auf den 24. das wichtigste Fest mit. Bin schon gespannt.  Es war wirklich Glück das das mit meinen Wandertagen so ausgeht das ich das live erleben und mitmachen kann und nicht fernab der Zivilisation bin. Zimmer ist für 2 Tage gebucht, ich freue  mich darauf.

So, für diesen ausführlichen Bericht habe ich jetzt bis 23 Uhr geschrieben,  auch wenn ihr den erst morgen Vormittag erhalten werdet. Die Netzqualität ist zu schlecht zum Hochladen.

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