Europ. Fernwanderweg E1

89. Tag von Erstfeld nach Hospendal

Landschaftlich grandios und das ist nicht übertrieben. So langsam tut es mir leid keine Camera mitgenommen zu haben, aber so ist es halt. Nach sechs Kilometern begann der Aufstieg. Leider darf man sich das nicht so wie bei einem Bergaufstieg vorstellen. Ständig ging es rauf und runter. Einmal über der der Autobahn, dann wieder entlang der Bahnstrecke. Auch durfte ich ab und zu wieder zum Fluß hinunter. Es mussten jede Menge Wasserfälle von den Bergen links und rechts überquert werden und da gab’s für die Fußgänger nicht immer extra Brücken, sondern man marschierte dann neben den Gleisen, oder eine eingehängte Metallgalerie wurde genutzt. Alles sehr einfallsreich und anstrengend zu bewältigen. Zwischendurch dachte ich schon, ich schaffe es nicht mehr. Aber nach einer Gulaschsuppe und einem Espresso ging es wieder. Bis zum Beginn des Gotthardtunnels für Autos und Bahn bei Göschenen ging das so. Ab da war es auch ein wenig ruhiger. In dem engen Tal mit all den Verkehrsteilnehmern war es zeitweise ganz schön laut. Auch der Fluß tat das Seinige dazu. Da das auch die Via Gotthardo ist waren jede Menge Informationstafeln zu Bahnbrücken und Infrastruktur aufgestellt. Echt bewundernswert die technischen und bautechnischen Ingenieursleistungen. Auch die Arbeitsbedingungen wurden geschildert, kein Spaß. Auch damals Ende 19. Jahrhunderts wurden schon lauter italienische Gastarbeiter beschäftigt.

Göschenen erlebte seine Blütezeit während des Tunnelbaus. Jetzt dient es nur noch als Autoverladebahnhof. Alles ist recht trist und dir Häuser stehen leer.

Jetzt begann der Aufstieg nach Andermatt durch die Schlucht Schöllenen und ich bin froh das zu Fuß gemacht zu haben. Ich glaube als Autofahrer auf der Gotthard Bundestrasse sieht man gar nicht wie toll das Tal ist. Auch die Serpentinen von unten zu sehen, wie sie sich an den Berghängen entlang winden, einfach unglaublich. Auch die Dimensionen sind gigantisch. Bei dem Foto mit dem Angler könnt ihr es ermessen.

Hier wird es wohl mal einen extra Radweg die Schlucht hinauf geben. Teilweise ist er schon fertiggestellt und da war der Aufstieg steigungsmässig natürlich leicht. Der Weg verläuft dann auf den Galeriedächern der Autostrasse.

Zu diesem Zeitpunkt musste ich einen Regenguss überstehen, kurz und heftig. Danach war der Himmel wieder blau.

Die Schweizer nehmen es mit ihren Kantonen schon sehr genau und sind da auch sehr patriotisch.

Eine Umleitung für Fußgänger durch einen eigenen Tunnel gab’s auch.

O

ben in Andermatt angekommen, ein völlig anderes Bild. Die Hüttenwirtin von der Haggenegg hatte schon gesagt daß Andermatt quasi nur aus Hotels bestehen würde. Eine Kaserne gibt es auch noch, ein riesen Gleisareal. Hier ist im Winter scheint es, einiges los.

Ein Golfplatz hat da dann auch noch Platz.

4 Gedanken zu „89. Tag von Erstfeld nach Hospendal“

  1. Liebe Martina,
    Schöne Ausblicke ja, aber doch ganz schön verbaut zjm Teil. Tja, nach all den Monaten kann ich mir die Gefühle gut vorstellen und der normale Alltag wird gewöhnungsbedürftig werden. Aber die schönen Erfahrungen begleiten einen und für uns war es schön ein bisschen „mit zu wandern“ 🙂 Es macht neugierig und manchmal wäre man gerne gleich losgewandert.
    Noch herrliche Tage wünschen wir dir. Wir kommen dir morgen geographisch etwas näher. Wir werden am Bodensee sein, kurz haben wir einen Überraschungsbesuch überlegt doch leider bist du schon zu weit weg.
    LG Thomas

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    1. Ja, ich bin noch weiter weg da ich zwei Tage kein Internet hatte hinken die Berichte hinterher. Am Montag werde ich in Como ankommen und mit Alfons und Christian bis Samstag bleiben. Der Rest wird sich finden. Schöne Tage am Bodensee

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  2. Liebe Martina,
    da bleibt einem der Atem weg, bei den Bildern. Ähnliche Ansichten kennt jeder Urlaubs-Autofahrer – aber halt nur vom „Durchrauschen“ auf der Autobahn. Es wird schmerzlich bewusst, woran man ungeachtet vorbei fährt. Nicht nur die Blickwinkel. Nein, auch die Geschichten die sich seit Jahrhunderten dort abspielen. Das neue, aber auch das alte Leben auf Berg und Tal wird spürbar durch deine Bilder und Beschreibungen.
    Viel Freude und Begeisterung weiterhin.
    Hans

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    1. Lieber Hans,
      ja den Gedanken habe ich oft, was auf diesen teils jahundertelang genutzten Wegen schon alles los war. Irgendwie auch verbindent das es Konstanten gibt die bleiben. Die letzte Woche ist angebrochen und ein eigenartiger Zustand hat sich eingestellt. Freude,Wehmut und Dankbarkeit ich kanns gar nicht genau beschreiben. Danke für deine Zeilen während der Reise.
      Bis bald Martina

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