Europ. Fernwanderweg E1

83. Tag von Fischingen nach Rapperswil

Am Frühstückbuffett im Kloster aufgebaut. Bier in Flaschen mit Sektflaschenverschluss. Schaut edel aus. Das ganze Arrangement diente nur der Werbung, nicht dem Konsum und das im Kloster. Am Abend vorher habe ich ein Amber probiert. Auch andere können gutes Bier brauen, kann ich da bloß sagen.

Noch ein paar Bilder von der Klosterkirche.

Heute wirds heiß und lang, beides wusste ich von Anfang an. Als erstes gleich mal eine Bergtour auf das Hörnli, doch schon 1100 Meter hoch und damit war ein toller Ausblick garantiert.

Wobei die Einheimischen eher über die schlechte Sicht geklagt haben.

Hinab ging es auch nicht leichter, es war steil.

Ja und dann kam dieser Straßenabschnitt in dieser Mittagshitze, der wahre Genuss.

Zumindest wurden die Berge ringsherum immer höher, dann war wenigstens die Aussicht schön.

Der Zürich See kommt ins Blickfeld, da hebt sich die Laune beträchtlich.

Ja und dann gibt’s noch eine lustige Geschichte , noch dazu weil sie für mich glimpflich ausgegangen ist. Nachmittags gegen halbvier bei 35 Grad werde ich auf einem ganz schmalen Weg der zwischen alten Häusern durchführte, von einer alten Frau im Liegestuhl unterm Baum sitzend, angesprochen. Natürlich alles auf Swietscherdütsch. Wollens was zum trinken. Ich hatte sie eigentlich gar nicht gesehen und blieb überrascht stehen. Da sag ich nicht nein, war meine Antwort. Dann hat sie ihren Mann gerufen und nebenbei sagt sie setzen sie sich doch. Da hab ich erst auf der anderen Wegseite unter einem kleinen Verschlag den Tisch und zwei Stühle gesehen. Bis ich gesessen bin, Rucksack und Stöcke beiseite stellen braucht seine Zeit, schon von ihm die Frage: Solls kalt sein? Ja gerne, und bis ich gesessen bin stand ein halber Liter Mineralwasser aus dem Kühlschrank auf dem Tisch. Ja und dann habe ich erst die Tafel gesehen mit den Preisen. Ich war nämlich von Menschenfreundlichkeit ausgegangen. Ich hätte mich beinahe verschluckt vor Schreck. Der Dl 1 Franken, also satte 5 Franken sollte der Spaß kosten. Jetzt war es eh zu spät und so habe ich mich mit ihm übers wandern, wohin die Reise noch geht, was er schon alles gewandert ist und dergleichen, unterhalten, während ich das Wasser getrunken habe.. Im Laufe des Gesprächs merkte ich schon das er sich über meine Kenntnisse der kommenden Berge gefreut hat. Dann hat er noch gemeint das ich ja ganz schön schnell wäre, die Leute mit meinem Startpunkt kämen normalerweise erst zwei Stunden später durch und hätten ja noch neun Kilometer vor sich. Er würde ihnen dann immer ihre zwei Zimmer unter dem Dach anbieten, worauf die immer ganz glücklich wären. Aber sie werden die wohl nicht brauchen hat er noch gemeint. Am Schluß habe ich einen Franken bezahlt, was ich mit den Worten quittierte, das ich mir das ja grad noch leisten kann. Da hat er herzlich gelacht. Die Frau hockt scheinbar den Nachmittag im Garten und passt die Wanderer ab, er hat mir harklein erzählt wieviel wann vorbei gekommen sind. Ende gut alles gut kann ich da nur sagen, eine Wohltat war das kühle Getränk auf jeden Fall und der Rest des Weges ging auch noch rum.

Auch heute übernachte ich in einer Pilgerherberge, das ist günstig, denn die schweizer Preise lassen einen schon schlucken. Dieses Mal ist sie fast voll belegt, aber das ist schon noch zum Aushalten. Nette Gespräche sind da inklusive, vornehmlich natürlich übers pilgern. Witzig, denn das wollte ich ja auf keinen Fall machen. Jeder ist müde und die meisten liegen um neun im Hochbett.

Wie ihr seht italienisches Flair am Zürich See. Der Espresso am nächsten Morgen hat im übrigen 4,50 Franken gekostet, das passiert mir auch nicht nochmal.

Ein Gedanke zu „83. Tag von Fischingen nach Rapperswil“

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