Europ. Fernwanderweg E1

82. Tag von Märstetten nach Fischingen

Nachdem jeder ein eigenes Zimmer in der Herberge hatte, hatte ich auch eine ruhige Nacht. Morgens um acht sind Alex, der Mitbewohner, und ich zum Bäcker gestiefelt und haben erst einmal Kaffee und Gebäck gefrühstückt. Ich habe sogar einen annehmbaren Espresso ergattert. Ich begab mich dann erst mal allein auf den Weg. Aber nach ein paar Kilometern holte mich Alex ein. Er hatte noch Nachschlag nötig gehabt. Den Rest der Tagesetappe haben wir zusammen erwandert. Für ihn war es das erste Wochenende auf dem Jakobsweg durch die Schweiz. Er wird die gesamte Strecke immer wochendweise wandern und möchte in ca. eineinhalb Jahren zu seinem 50. Geburtstag fertig sein. Ja so Lebensabschnitte scheinen für viele ein Anlass zu sein etwas ungewöhnliches zu wagen. Bei mir ist das auch nicht anders. Einen Mitwanderer für einen ganzen Tag hatte ich außer mit meinem Mann, auch noch nicht. Wir hatten ein gutes gemeinsames Tempo und so verging der Tag wie im Flug. Unterwegs gab es eine Brotzeit im Freibad. Da durften wir tatsächlich zum Essen, ohne Eintritt zahlen zu müssen, rein.

Denn in der Schweiz haben jetzt die Schulferien begonnen und da haben viele Restaurants Betriebsferien, oder Sonntag gibt’s keine warme Küche. Also ihr seht, meine Probleme unterwegs an etwas essbares zu gelangen, sind geblieben.

Im Moment zeigt sich der Thurgau landschaftlich der Bodenseeregion recht ähnlich. Große Streuobstwiesen und große Bauernhöfe. Die Probleme die die kleinen Höfe haben, sind dieselben wie bei uns auch. Dadurch werden sie auch immer weniger.

Alex ist ein Wiener, der mit der Heirat einer Schweizerin in der Luzerner Gegend gelandet ist. Da habe ich heute viel über das mir doch recht unbekannte Land erfahren.

Das ist der Blick von oben auf Fischingen mit der großen Benediktinerabtei.

Die Benediktiner gibt es noch, aber der Gebäudekomplex ist heute zum Teil Seminarhotel und Pilgerherberge die nicht so viel Franken ausgeben wollen. Ich habe die Herberge bevorzugt. Mein Zimmer würde Platz für zwanzig Leute bieten. Scheinbar ist gerade keine Saison fürs pilgern. Ich habe den riesigen Raum für mich allein. Auch irgendwie komisch. Extrem ruhig ist es hier.

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