Europ. Fernwanderweg E1

17. Tag von Celle zum Dehningshof bei Hermannsburg

Celle hat nach einem frühmorgendlichen Spaziergang verlangt. Sie war scheinbar schon im 17. Jahrhundert eine Stadt mit reichen Bürgern. Sehr viele Häuser in der Altstadt stammen aus dieser Zeit. Sie sind unglaublich aufwendig gebaut bzw verziert. Ganze Straßenzüge sind erhalten geblieben und von außen schauen die meisten tip top aus

Etliche tragen Inschrift in Goldbuchstaben.

Auch am Stadtrand gibt es tolle Ausblicke.

Und dann kam ich an einem Garten vorbei den sich die Stadt leistet. Ein Traum für Gartenliebhaber. Ein Teil ist ein Kräutergarten der Kräuter thematisch nach Kneipp, Leisen und Hildegard v. Bingen und verschiedenen Therapieformen wie Homöopathie, Phytotherapie, traditionelle chinesische Medizin und anthroposophischen Medizin anbaut. Blumenwiesen und Farbbeete ergänzen das 7000 qm großen Grundstück. Eine Gärtnerin ist nur für diesen Garten zuständig, nach ihren Worten, der schönste Arbeitsplatz der Welt.

Bei jedem Gewächs steckt eine kleine aufwendig beschriftete Tafel.

Weiter ging es durch die Lüneburger Heide. Sandiger Boden, viele Blaubeeren -und Preiselbeersträucher und Heidekraut begleiten mich.

Viel Wald der sich doch sehr von den Laub -oder Mischwälder, durch die ich bisher gewandert bin, unterschied.

Es fiel mir erst auf, als es ganz still wurde, denn Vogelgezwitscher war fast nicht mehr zu hören.

Ein großer Teil, in schnurgeraden Reihen gepflanzt. Fast nur Kiefern.

Kein Unterholz, einfach nichts. Auf der anderen Seite des Weges gab es zumindest auch eine Kinderstube.

Da wachsen dann sogar Birken.

Zur Holzbearbeitung werden dann einfach zwei Reihen abgeholzt, die braucht eine Maschine namens Harvester. Ein Ungetüm das mir nach ein paar km begegnet ist. Das Fahrzeug fällt, entastet und schneidet je nach Holzqualität in einem Arbeitsgang und legt den Stamm dann ab.

Der Stapel ist ungefähr 100m lang

Mittendrin dann ein See spiegelglatt unglaublich still, nur ein paar Enten und ein Schwan. Ein entspanntes Nickerchen war angesagt.

Später habe ich erfahren, dass er angelegt wurde. Nachdem im Jahr 1975 praktisch die ganzen Wälder einem riesigen Waldbrand zum Opfer fielen, auch weil kein Löschwasser zur Verfügung stand.

Die geplante Wiederaufforstung mit Mischwald wurde doch nicht durchgezogen weil die Laubbäume mit dem sandigen Boden nicht zurecht kamen. Erst in neuerer Zeit verstärkt man die Bemühungen und ich konnte das dann ja auch sehen.

Einige sehr alte Buchen und Eichen haben den Brand überlebt.

Eine witzige Begegnung hatte ich noch. In diesem 15 km langen Teilstück bin ich niemandem, außer dem Fahrer des Harvesters, begegnet. Mittendrin der Citronenberg . An diesem Teilstück sogar mit geteertem Radweg. Da kommt mir dann ein Mountainbiker mit Helm und Handschuhen, im kleinsten Gang tretend entgegen.

Eine gute Entscheidung diese Etappe, die mit 44km extrem lang geworden wäre, geteilt zu haben. So hatte ich ausreichend Zeit alles in Ruhe genießen.

Dieser Gasthof nach 24 km war dazu die einzige Möglichkeit.

Ohne Internet war schon öfter, ohne Telefon noch nicht. Geht auch, wenn es auch ungewohnt ist.

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