E1 von Göteborg zum Nordkap

9. Tag 6.5.22 vom Stora Mögasjön nach Ulricehamn

Heute morgen war es sogar mir zu kalt um draußen zu frühstücken.  Ich habe es vorgezogen mit Jacke im Zelt zu sitzen. Windig, klamm, nebelig echt ungemütlich. Tatsächlich habe ich so rumgetrödelt das es 8.15 Uhr wurde bis ich loskam. Aber das Wetter schlug um und ein schöner sonniger Vormittag wurde daraus.

Ein Rastplatz, in dieser Hütte haben vor 150 Jahren noch Leute gewohnt

So schaut es aus wenn der Harvester sein Werk getan hat. 25 Sekunden für einen Baum. Absägen, entasten in 3 Abschnitte zersägen und  Stämme ablegen bzw Baumspitzen auf einen Haufen schmeißen.  Auch wenn ich weiß das diese Holz sinnvoll verwertet wird, es tut einem trotzdem leid wie schnell ein jahrzentelanges Baumleben zur Neige geht.

Darauf ist die Vorwärtsbewegung  schwierig

Die Buschwindröschen blühen einfach gar zu schön und in solchen Massen, da brauchts nochmal ein Foto

Wenn der Wegweiser nicht mehr steht wirds spannend

und die Navigationsapp kommt zum Einsatz.  Im Normalfall ist alles gut markiert, aber heute wurde es 2x recht spannend.  Noch dazu weil der Weg verlegt wurde und in meiner App noch der alte Verlauf, der nicht mehr begehbar war, eingetragen war. Allzuviel Zeit hat es nicht gekostet.

Leider waren ab Nachmittag der Weg und das Wetter nicht mehr besonders .

Der Himmel zog zu und der bekannt stürmische und kühle Wind setzten ein. Der Weg bestand aus 12km Straßen, teils Schotter meist Teer. Da bewegt es sich zwar deutlich schneller, man will es schließlich hinter sich bringen, aber Spaß machst nicht wirklich .

Das Ziel heute, ein Campingplatz an einem riesigen See, den Äsunden bei Ulricehamn. Von meinem Zelt aus sehe ich ihn allerdings nicht, ich kann nicht alles haben. Dafür eine warme Dusche. Der Wind pfeift immer noch, also verkrieche ich mich ins Zelt. Der Campingplatz liegt am Stadtrand neben dem Gewerbegebiet da ist es mit Bummeln und Ausgehen auch nichts.

Die höchsten Häuser der Stadt stehen am See

Seit Mittag laufe ich auch endlich nordwärts .

E1 von Göteborg zum Nordkap, Wanderungen

8. Tag 5.5.22 von Boras zum Stora Mögasjön

Heute mal mit knapp 27km ein längerer Wandertag. Ich habe mich entschlossen die 51km nicht auf 3 sondern auf 2 Etappen zu gehen.

Der See lag ideal auf halber Strecke und war eh fast die einzige Wasserstelle.

Heute morgen führte die Etappe entlang des Flusses der durch Boras fließt. Er ist tatsächlich nicht reguliert und mäandriert in riesigen Schleifen.  Ein toller Auwald begleitet ihn. Es ist fast ein bisschen schade das hier im Norden die Vegetation noch nicht so weit ist und sich erst die ersten Blüten zeigen.

Auwald

Während ich das schreibe regnet es ganz leicht tatsächlich die ersten Tropfen auf meiner Reise. Also hat die Wetterapp doch noch recht erhalten, Regenwahrschenlichkeit 50%. Ich bin zufrieden das die 2. 50% erst eintreten wenn mein Zelt steht und ich in Ruhe gegessen habe. Also alles perfekt!

Kleine Schätze am Wegesrand

Zwei Brücken hintereinander nur für Fußgänger und Radler

Der Wanderweg auf dem ich seit Montagmittag unterwegs bin heißt Sjuhäradsleden und ist auch gut markiert. Heute war sogar mal eine Hinweisplakette auf den E1 dabei.

Zwei in inniger Umarmung

Ab Mittag war die Wegführung nur noch mittelmäßig

Die erste geteerte lange Gerade, gut das der Schotterstreifen daneben gut begehbar war, auf Teer wandern ist recht anstrengend und macht wenig Spaß
gleich nach der Kurve dann das

und 10 Minuten später…

Das Schild können sogar nicht Schweden verstehen

Das Wasser des heutigen Sees schmeckt sehr gut, das ist nicht immer so, jedes Mal schmeckt es anders. Im Moment filtere ich immer. Hier ist mir doch noch zuviel Zivilisation. Weiter nördlich ist das dann nicht mehr notwendig

Nun noch das schon obligatorische Bild von meinem Ausblick aus dem Zelt. Sogar eine Bank ist da. Meine Knochen freuen sich immer wenn nicht alles am Boden stattfindet.

Inzwischen hat das Tröpfeln auch schon wieder aufgehört. Bin gespannt auf die Nacht