E1 von Göteborg zum Nordkap

97. Tag 2.8.22 von Kvitszeindalstunet zur Virvasshytta

Heute war der Tag leichter zu gehen. Die Berge und Täler nicht so steil, der Sumpf nicht so lange, wenig Matsch, nur 1h Regen und viel feste Wege. Mit 7 Grad haben wir praktisch einen Temperatursturz und gleich fühlt sich der Wind wieder eiskalt an. Die Landschaft wieder etwas verändert. Ich muss mir zwischendurch immer klar machen das das schon eindrucksvoll ist was ich sehe, das trübe und kalte Wetter lädt einfach nicht zum Verweilen und Bestaunen ein.

Das Drahtseil beginnt spät, da gehts vorher schon 4m runter, auf dem nassen Holz schon rutschig
Weite Täler sind zu durchqueren
an den Hängen entlang führt der Weg, das ist im übrigen ungefähr 10km lang

Auf halber Strecke gabs eine Notfallhütte die ich für eine windgeschützte Pause nutzen wollte. Da habe ich, es war ca 12 Uhr einen jungen Mann aus dem Schlaf gerissen und ein Hund kam auch gleich angesprungen. Da war ich schnell mit Tür zuklappen und habe gewartet bis sie sich sortiert hatten. Danach saßen wir dann hsnz gemütlich zusammen und er erzählte, dass er gerade eine Woche Urlaub hst und mit 40kg Rucksack incl Ruderboot eine Rundtour in der Gegend unternimmt. Das ist mir jetzt schon öfter aufgefallen. Die Norweger nehmen sich für draußen etwas vor und egal wie das Wetter dann ist ziehen sies durch.

Eindrucksvolle Wasserfälle

Spät abends gab es auf einmal wolkenlosen blauen Himmel, die Sonne war schon hinter den Bergen verschwunden. Da ärgere ich mich schon, den ganzen Tag trüb, grau, nass und kalt und dann das. Der norwegische Sommer fällt scheinbar aus, die Hoffnung auf einen trockneren August erfüllt sich nicht.

E1 von Göteborg zum Nordkap

96. Tag 1.8.22 von der Sauvashytta zur Kvitsteindalstunet

Heute morgen der Blick aus dem Fenster

Heidi und ich haben beschlossen die nächsten Abende immer in der gleichen Hütte zu verbringen. Den Wandertag genießt jede für sich. Wir wollten einigermaßen früh los, da ab Mittag Gewitter angesagt waren.

Drei Schneefelder waren zu überwinden. Bei dem hier bin ich auf dem Hosenboden runtergeruscht, da es mir zum Gehen zu steil war. Erst von unten war der Abriss zu sehen, aber ich war an anderer Stelle unterwegs gewesen. Glück gehabt!

Anfangs war zwar kräftiger Wind aber noch freundlicher Himmel. Der zog sich aber immer mehr zu.

Das gleiche war zur Strecke zu sagen. Anfangs noch auf Wegen über das Fjell dann hinunter ins Tal durch weglosen Sumpf und Matsch. Das ist dann die Schattenseite. Ich war allerdings nicht schnell genug das Gewitter kündigte sich geräuschvoll an. Zum Glück weiter westlich, sodass ich nur etwas Regen abbekam. Aber natürlich blieb mir der erhalten und mein Schritt wurde schneller und schneller. Der Matsch bergab der zu einigen Rutschpartien führte tat da sein Übriges dazu. Die Laune sank beträchtlich.

Dann kam die Hütte in Sicht, ein Traum. Vor der Hütte noch ein Schwede der auf dem Heimweg war und uns noch Tagliatelle und eine Rolle Kekse und eine Tafel Schokolade schenkte.

Also gleich mal Wasser holen, einheizen, Kleider ausziehen und zum Trocknen aufhängen. Den Dreck und Schweiß abwaschen und umziehen und gleich kochen. Ich habe bei meinen vorbereitenten Essen auch Soßen und Heidi hatte noch geriebenen Käse, quasi ein Festmahl. Danach heißen Kakao und Plätzchen. Gute Gespräche und dem jetzt richtig niederprasselnden Regen durch die Panoramafenster zuschauen.

Die Hütte ist wohl vor fünf Jahren renoviert worden und könnte auch als Wohnhaus durchgehen. Ist schon toll was hier auf Ehrenamtsbasis geleistet wird und auf Vertrauensbasis genutzt werden kann.