Camino del norte

1. Tag 4.4.23

Von Trostberg nach Hendaye

In der Früh um 5.15 Uhr starten wir zu Fuß zum heumatlichen Bahnhof. Gleich mal mit 6 Minuten Verspätung. Wir erwischen trotzdem unseren Anschlusszug nach München. Dort meldet die Anzeige 2°C bei eisigem Wind. Wer hier fiert ist auf dem Bild eindeutig zu erkennen.

und die nächste Verspätung kündigt sich an, es werden allerdings nur 6 Minuten.

So bleiben wir entspannt, denn in Stuttgart haben wir auch eine halbe Stunde Zeit. Der Umstieg klappt problemlos und wir sind auf dem Weg nach Paris.

teilweise recht flott unterwegs

Am Wochenende wurde uns schon per Mail mitgeteilt, daß der nächste Zug annulliert wird und wir in Paris umbuchen müssen. Erstmal war noch ein Fahrt mit der Metro nötig, denn ein Bahnhofswechsel war angesagt. Das Umbuchen erwies sich als zeitaufwändig. Die 2h Zeit zum Umsteigen mussten wir voll ausnutzen. Ein Kaffee und ein süßes Teilchen konnten wir noch ergattern, essen mussten wir im Zug, dafür reichte die Zeit nicht mehr.

Endlich mal war ich in einem flotten TGV unterwegs, 2h für knapp 600km. Die neue Zugverbindung nötigte uns noch einen zusätzlichen Umstieg in Bordeaux auf. Danach gings mit einem übervollen Regionalzug bis zu unserem Zielort Hendaye an der französisch spanischen Grenze das wir um 21.24 Uhr erreichten. Zur Pension wars nicht mehr weit.

Bahnhof Bordeaux
Andere Länder andere Sitten. In Frankreich gibts an den Bahnhöfen keine festen Gleise für die Züge. Alle Leute stehen mit gereckten Hälsen vor diesen Tafeln die hoch oben aufgehängt sind und rennen los wenn die Gleisnummer für den gewählten Zug eingeblendet wird. Es entwickelt sich scon ein Gedränge.

16h Fahrt bis zur spanischen Grenze, eigentlich nicht lang, aber das ewige Sitzen reicht dann doch.

E1 von Göteborg zum Nordkap

106. Tag 11.8.22 von der Tjallaneshytta nach Sulitjelma

Am Morgen begrüßen mich zwischen vielen Wolken ein paar Sonnenstrahlen und beenden eine unruhige Nacht. Seit Tagen überlege ich, plane und  verwerfe Alternativen und muss für mich eine Entscheidung treffen. Ich empfinde die Bedingungen langsam nicht nur zu schwer, sondern auch zu gefährlich. Durch den vielen Regen steigen Flüsse und Bäche, die Wetterapp zeigt Warnungen vor Erdrutschen und sprunghaft ansteigendem Hochwasser an kleinen Gewässern. Die Aussichten ändern sich nicht und dann wird der Weg, auch wenn auf schwedischer Seite jetzt viel einfacher zu gehende Wege kämen, wenig Freude bereiten.

Die Gedanken kreisen um aufgegeben, nachgeben und scheitern. Oft ist es mir noch nicht passiert, dass ich einen einmal gefassten Plan nicht durchgezogen habe. Aber ich muss mir eingestehen, dass es für mich zu viel wird. Ja und so habe ich wirklich schweren Herzens beschlossen, heute das Vorhaben das Nordkap zu Fuß zu erreichen, aufzugeben. Nur noch zu gehen um mit aller Macht das Ziel zu erreichen war und ist nicht der Sinn meiner Solowanderungen und das ich nicht dort ankomme lag für mich immer im Bereich des Möglichen. Von Sulitjelma komme ich ohne riesigen Aufwand nach Hause und so langsam freue ich mich auch darauf.

Der letzte Tag hielt nochmal alles bereit. Eiskalter Wind zwang mich Handschuhe und Mütze anzuziehen. Die paar Sonnestrahlen ließen die fantastische Landschaft nochmal erstrahlen und zeigte mir ihre schönste Seite, die ich viel zu selten zu sehen bekommen habe.

Aber der einsetzende Regen zeigte auch die andere Seite.

Eine Flussquerung präsentierte mir nochmal die mögliche Gefährlichkeit. Es war grenzwertig.

Die Strömung war sehr reißend

Hier sind dann noch Bilder der letzten Querung die wieder entspannter war.

Noch einmal Moltebeeren naschen.

Nachmittags kam ich im Hotel an und genoss die Annehmlichkeiten der Zivilisation.

So verabschiede ich mich von allen die mir bis hierher „gefolgt“ sind und mir ab und zu geschrieben und damit die Verbindung gehalten haben. Das waren für mich wertvolle Zeilen. Manchmal ist die Einsamkeit und Unabhängigkeit zermürbend auch wenn ich sie normalerweise genieße.

Grüße nochmal Leila, Stine, Merethe und Stine die mir unvergessliche, unbeschwerte von einer unglaublichen Herzlichkeit und Großzügigkeit geprägte Stunden schenkten.

Vielleicht führe ich das Vorhaben noch zu einem anderen Zeitpunkt zu Ende.

Wenn es Neuigkeiten gibt, lest ihr hier von mir