Europ. Fernwanderweg E1

88. Tag von Morschach Rüti nach Erstfeld

Also, auf Stroh schlafen kann ich empfehlen. Meins war sicher 30 cm stark aufgeschüttet und es liegt sich bequem. Die junge holländische Familie hatte wohl anderes erwartet. Letzten Endes „durften“ Oma und Opa mit Enkeltochter unter mir nächtigen. Am nächsten Morgen war der Kommentar, einmal hat gereicht.

Ich kam heute früh los und durfte bis Sisikon weit oberhalb des Urner Sees wandern und die Aussichten genießen.

Das habe ich auch nicht gleicht bemerkt. Ein See zwei Namen. Der See macht eine 90 Grad Kurve bei Brunnen. Die westliche Seite ist der Vierwaldtstätter See. Die südliche der Urnersee.

Von Konstanz bis Brunnen war ich ja auf dem schweizer Jakobsweg unterwegs, der anfangs auch noch Schwabenweg hieß. Heute eine Tafel mit der Erklärung warum dieser Name. Der Weg wurde übrigens schon von Goethe benutzt.

Der Teil zwischen Brunnen und Flüelen verläuft auf dem „Weg der Schweiz“. Ein sagenhafter Abschnitt, ich wurde mit Bewundern gar nicht fertig. Anstrengend war er auch. Unzählige Treppenstufen, permanentes Auf und Nieder, und dann noch ein Stück auf einem Gerüst.

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Ein Glockenspiel, gestiftet von der Schweizer Schokoladenindustrie. Es spielt jede Stunde 10 Minuten. Ich bin tatsächlich zur richtigen Zeit vorbei gewandert.

Vier Stockwerke nach unten, da konnte ich durchsehen, da war der Abstieg kein Spaß.

Irgendwann fängt so eine Konstruktion doch das Schwingen an.

In Flüelen startet der Gotthard Express und die Gotthard Autobahn.

Die erste Klasse Waggons haben tolle Panoramafenster.

Mein Weg heißt ab jetzt auch Via Gotthardo und verläuft entlang dem Fluß Reuss. Anfangs schnurgerade, aber es wurde besser. Das Tal immer enger. Autobahn, Fluß mit Hochwasserdamm, Schiene und Ortsstrassen müssen sich den Platz teilen. Ab und zu wird es breiter und da gibt’s auch Ortschaften.

Europ. Fernwanderweg E1

87. Tag von Hexenegg nach Morschach, Rüti

So, als erstes musste ich den Berg runter bis zum Vierwaldstätter See. Hier die Bilder vom Abstieg.

Das hier ist Schwyz.

Die Mythen von Süden, da schauen sie schon noch gewaltiger aus.

Zwischen Schwyz und Brunnen ebenes Gelände, inzwischen ganz ungewohnt.

Eine Designer Katzentreppe

Der Ort am See heißt Brunnen und man kommt sich vor wie in Riva am Gardasee. Ich sehe die ersten Palmen, Balkone mit Metallgeländer, die Häuser ähnlich, nur die Wäscheleinen quer über die Straßen fehlen.

Bei dem Sonnenschein klappt das mit der richtigen Belichtung scheinbar schlecht.

Interessant finde ich auch folgendes Verfahren. Nach der vorläufigen Baugenehmigung muß der Bauherr diese Stangen aufstellen, die zeigen dann die Ausmaße in echt an. Die Bevölkerung hat dann noch einmal ein Einspruchsrecht. So recht vorstellen in der Umgebung eingebettet, kann man sich die Höhen etc. ja im Vorfeld nach Plan immer schlecht.

Eigentlich wollte ich ja baden, aber habe keine öffentliche Stelle gefunden. Deshalb hat es nur für ein Fußbad gereicht. Ja und zu meiner Unterkunft musste ich den Berg wieder hoch. Mein Weg wird immer den See entlang nach Süden verlaufen. Mal weit oben, später auch am Ufer. Für die Küstenstrasse ist auch nicht viel Platz.

Der Blick von oben zurück nach Brunnen. Heute probiere ich etwas Neues aus. Schlafen im Stroh Hochbett. Unter mir eine vierköpfige Familie aus Holland. Neben mir?

Neben dem Eingangstor!

Schau mer mal, das wird spannend.