E1 von Göteborg zum Nordkap

38. Tag 4.6.22 von Krischerbo zur Dragbergsstugorna im Gyllbergen

Tatsächlich wurde es zeitweise ein abenteuerlicher Tag .

Das Zelt wurde über Nacht nicht trocken, die Wiese und die Bäume tropften nur so, also ist halt alles etwas klamm.

Es fing gleich spannend an. Ich musste die europäische Fernstraße E16 queren um sieben in der Früh war da Gott sei Dank nichts los und dann durch dieses Tor.

erst sehr spät habe ich den Karabiner gesehen, ich war schon drauf und dran drunter durch zu krabbeln

Danach eigentlich die ganze Zeit breite Forstwege die auch mal die Zugschiene queren. Das geht allerdings nur als Fußgänger. Scheinbar sind sie hier ganz entspannt was die Sicherheit angeht und bauen auf die Selbstverantwortung.

Jede Menge Fels musste für die Schienen gesprengt werden

Bei solch guten Wegeverhältnissen komme ich natürlich schnell vorwärts.

Hier wird sogar Rollski trainiert, so wenig Autoverkehr ist am Samstag morgen
Wohn -und Ferienhäuser rund um den See

Bis jetzt war ich heute ohne markierte Wege unterwegs, da ist es schon hilfreich wenn der Weg einfach ohne große Abzweigungen verläuft. Ja, damit war es dann plötzlich vorbei, einfach so Schluss. Leicht verzweifelt suchte ich nach der Weiterführung, fand aber nur einen schmalen Weg der im Sumpf endete und außerdem nicht in meine Richtung führte. Also schlug ich mich querfeldein durch Wald, Gestrüpp und Sumpf immer mit dem Handy in der Hand das hier die Route angab. Der Spaß war knapp einen Kilometer lang und führte dann auch wiider auf einen richtigen Weg. Also laut Routenplaner sollte hier ein Weg verlaufen, ich habe ihn nur nicht gesehen. Ich war schon heilfroh wieder auf einen halbwehs anständigen Pfad zu treffen. Habe mich zwischendurch mit Kai ausgetauscht, dem ging es genauso und er dachte er hätte einen Planungsfehler gemacht. Scheinbar haben wir beide die selbe Planungsgrundlage verwendet. Dann begann der Aufstieg zum Naturreservat Gyllbergen. Ich war von Kai schon vor Sumpf und nassen Verhältnissen gewarnt worden. Aber eigentlich war da fast nur Sumpf, ab und zu dann nur Schlamm.

Zu Beginn diese Tafel

Wenn es nicht so traurig wäre könnte man drüber lachen. Der rote Punkt mit der Aussage

här är du nu,

was man ja auch ohne schwedische Sprachkenntnisse verstehen kann.

Ja wo bin ich?

Vorschläge werden angenommen, mein Ziel wisst ihr ja. Für alle richtigen Antworten gebe ich was aus wenn ich wieder daheim bin.

Inzwischen gibts auch Mücken und in Feuchtgebieten besonders. Ich bin trotz langer Hose und lange Ärmel ordentlich gepiekst worden.

Man denkt es ist egal ob man auf dem Brett oder daneben geht.

Denkste, daneben geht es schon mal 10-20cm tief ins Wasser.

Das ist der übliche Wasserstand

Zwischendurch dachte ich, ich gehe jetzt einfach grad durch und suche nicht immer Grasbüschel oder optisch weniger nasse Stellen weil ich ja sowieso immer im Wasser stehe . Aber weit gefehlt ich wäre beinahe so weit eingesunken das mir das Wasser oben in den Schuh reingelaufen wäre. Scheinbar kann man recht gut abschätzen wo der Untergrund etwas fester ist, auch wenn es eigentlich nicht richtig zu sehen ist. Für die knapp 4km habe ich dann 2h gebraucht und so habe ich bei der ersten Hütte beschlossen

Hier übernachte ich

Der Blick nach draußen

Später kam noch ein Pärchen mit Hund vorbei, aber die wollten nicht mit mir teilen. Es gibt auch noch zwei offene Unterstände aber sie sind weiter gezogen.

Wen es interessiert, hier ein paar englische Infos über den Platz

Von hier aus geht es in viele Richtungen. Angeblich soll es ab hier nicht mehr so sumpfig sein, bin gespannt.

Ich habe dann den Ofen angeheizt, Holz liegt genug bereit. Mit dem Anzünden hats auch geklappt. Ich heize nicht ein weil es so kalt ist , sondern damit die Schuhe und das Zelt besser trocknen und zum Kochen.

Ein ganz klein bisschen stolz bin ich doch, dass ich da heute gut durchgekommen bin. Ich betrachte es, zumindest nicht als selbstverständlich brauche das aber auch nicht jeden Tag.

E1 von Göteborg zum Nordkap, Taubertal

37. Tag 3.6.22 von Smetjebacken nach Krischerbo am Långsjön

Im Moment sitze ich bei Sonnenschein und schreibe meinen Bericht. Aber Wetter mässig war heute alles dabei. Früh um sieben, nach einem opulenten Frühstück mit 4 Spiegeleiern, 300gr Joghurt mit frischen Kiwistückchen und jede Menge Knäckebrot zusammen mit bestimmt 100gr Butter und Käse und frisch gebrühten Kaffee aus der Unterkunft. Das musste alles weg sonst hätte ich das tragen müssen. Gesund ist das in der geballten Form bestimmt nicht, aber geschmeckt hats köstlich und die nächsten Tage werden eh magerer. Also voll bis zum Anschlag ging es schwungvoll in den Tag. Fast nur schöne Waldwege, etwas Forststrassen da läuft es sich flott und die zu laufenden Kilometer schrumpfen schnell .

Viele Pferdekoppeln und weitläufige Landschaften, die Obstbäume blühen gerade

In Väster Silfberg kam ich an einem aufgelassenen Bergwerk vorbei. Sogar in den Stollen kann man einfach rein gehen. Die damaligen Arbeitsbedingungen lehren einem schon das Grausen.

die Kamera gleicht selbstständig aus. Eigentlich ist es fast stockfinster
Der unverschlossene Eingang

Zu diesem Zeitpunkt war es etwa elf und ich bestieg den Aussichtsturm

um festzustellen, die angesagten Gewitter sind im Anmarsch. Erst mal habe ich in dem nahestehenden Unterstand Brotzeit gemacht und die Lage mit dem ständigen Donnergrollen beobachtet. Nach einer Dreiviertelstunde habe ich mir eingebildet das sich das Meiste im Süden abspielt und bin wieder weiter gezogen. Aber es kam ständig Nachschub mit dunklen Wolken und das Grollen war zwar meist hinter aber halt auch rechts und links von mir. Inzwischen habe ich mal die Regenmontur rausgeholt, nur um dabei festzustellen, das die Salzdose aufgegangen und das Salz überall im ganzen Rucksack verteilt war. Eigentlich hat in der Dose gar nicht viel gefehlt, aber es hatte sich gut verteilt. Also alles ausgeräumt und sauber gemacht. Wie alles wieder drin war und ich umgezogen fing es auch leicht aber stetig zu regnen an immer begleitet vom Donner. Das ging bestimmt 2h so aber wirklich erreicht hat mich das Gewitter nicht. Dann wars auch wieder rum und die Sonne ließ sich blicken. Eigentlich war das Etappenende nach 24km geplant aber es war halt erst 3 Uhr und ich beschloss noch 4-5km weiter zu gehen, je nachdem wo sich ein Platz zum zelten finden würde. Seen kamen mehrere im Sicht.

Zu der Bank muss man als Angler erst mal kommen
Alles bereit für den gefangenen Fisch

Zwischendurch war der Weg dann einfach weg und ich navigierte mich mit dem Handy durch den Sumpf, also doch zumindest wieder feuchte Schuhe. Irgendwann war der Weg auch wieder da und ich bin hier auf einer weich gepolsterten Wiese, leider recht nah bei der Autobahn untergekommen. Wie ich so am Aufbauen bin zieht der Himmel sich wieder zu und kaum bin ich fertig regnet es ganz ordentlich. Nach einer Stunde war wieder alles vorbei und inzwischen habe ich mir meine restlichen Spinatknödel von gestern warm gemacht und auch opulent zu Abend gespeist und der Rucksack wird morgen spürbar leichter sein.

Heute habe ich interessante blaue Steine gesehen

Bin gespannt auf morgen, denn ich muss durch viel Sumpf und laut den Berichten von Kai gibts keine Planken, also eine nasse Angelegenheit . Er war sich allerdings nicht sicher ob er immer auf der richtigen Fährte war.

Es wird spannend