E1 von Göteborg zum Nordkap

73. Tag 9.7.22 von Storerikvollen nach Bjørneggen

Wenn man diesem Tag eine Überschrift geben müsste dann

WASSER

Nachdem ich fürstlich gefrühstückt habe war es fast 8.30 Uhr bis ich los gekommen bin. Zunächst noch bei trockenem Wetter.  Aber die letzten regnerischen Tage hinterlassen überall ihre Spuren.  Wenn das Gebiet eigentlich von Haus aus sumpfig ist dann läuft man jetzt halt permanent durch Wasser das auch noch meist in Bewegung ist.  Schon nach kürzester Zeit habe ich es aufgegeben meine Schuhe zu schonen. Es fanden sich kaum trockene Stellen und ob die Füße nach 1h oder 3h nass sind ist dann auch egal. Ich habe mich ja gestern Abend noch entschieden meine Route so abzuändern,  dass ich heute nicht im Zelt sondern in einer Hütte schlafen kann. Es war ja wieder für den ganzen Tag Regen und teilweise starker Wind vorhergesagt. So war es dann noch mal ein längerer Tag bevor ich dann morgen mit hoffentlich entspanntern 15km in Teveltunet ankomme.

Man kann die größeren Wasserflächen sehen und der Rest steht auch komplett unter Wasser das von den Hängen kommt an denen ich lang gehe. 

Ziemlich bald war ein breiter Fluss mit starker Strömung zu furten. Wie angespannt ich war habe ich erst gemerkt wie ich es geschafft hatte. Große Erleichterung mit ordentlich Herzklopfen waren die Folge.

Bis übers Knie reichte das Wasser

Ich bin echt froh um meine extra Schuhe und die Stöcke.  Beides gibt mir großen Halt und dadurch Sicherheit.

Gefühlt habe ich heute mehr als 200 Bäche überquert und insgesamt 3 Flüsse wobei die beiden anderen nicht mehr so aufregend waren. Nach 2h war der Regen mit wieder starkem Wind da. Der Regen blieb mir dann erhalten,  der Wind wurde weniger.

das war kein Einzelfall und auch wenn der Rand schön grün ist, da steht das Wasser auch mindestens 10cm

Bei soviel Wasser  übersieht man leicht wie schön die Landschaft ist.

Gestern auf der Hütte haben mehrere Leute versichert, der Juli ist immer verregnet und das hätte  ich ja bald geschafft. Meine Antwort das da erst ein Drittel davon rum ist hat nicht wirklich gezählt.  Aber August und September wären dann die schönsten Monate wenn es  im September nachts auch gefriert würde es trotzdem schnell warm werden wenn die Sonne raus kommt.  Dann kann ich ja noch Hoffnung haben.

Sauna

Mir wurde gestern schon gesagt das die anvisierte Hütte erst ein Jahr alt ist , aber es hat mir dann doch die Sprache verschlagen.  Fließendes warmes und kaltes Wasser, alles digital gesteuert, kein Lichtschalter mehr drücken, Sauna. Eine Küche mit Einrichtung und Geräten vom Feinsten. Es hätten hier 50 Leute Platz zum Übernachten. Insgesamt sind wir zu sechst. Das habe ich jetzt schon öfters gesehen,  es sind ganze Familien  wandernt unterwegs.  Da war das gestrige Gespräch mit Caroline aus Rosenheim super interessant.  Wie die Lebensart des Frisluftsliv schon im Kindergarten praktiziert und gelebt wird. Die sind dort den ganzen Tag draußen und es gibt extra Kindergärten die dann noch jede Menge Touren und Ausflüge unternehmen. Juli ist Ferienzeit und das Land steht praktisch still weil so gut wie niemand arbeitet. Ämter, Schulen, Unis, die meisten Ärzte haben geschlossen. Es war sogar die Rede davon, wenn Pakete aus dem Ausland nicht noch im Juni durch den Zoll kamen,  dann hat man sie erst im August erhalten.  Viele Norweger fliegen in den Süden und die Lehrer hätten zu tun den Kindern klar zu machen das Süden kein Land sondern nur die Richtung ist.

E1 von Göteborg zum Nordkap

72. Tag 8.7.22 von der Nedalshytta zur Storerikvollen

Irgendwann in der Nacht hat der Sturm endlich nachgelassen. Der Regen ging in ein Nieselregen über.  5°C sind immer noch nicht besonders warm, so habe ich zum ersten Mal heute zum wandern meine Handschuhe angezogen.  Eingepackt in Regenjacke-und hose durfte ich gleich mal 300 Meter im Matsch den Berg hinauf. Da wurde mir wenigstens warm. Eine neue Erfahrung war auch  dabei, null Sicht. Ich war um die gute Markierung froh sonst wäre es schwierig geworden.  Nasser Nebel waberte um die Gipfel. Eigentlich wäre das von der Fernsicht ein super Tag gewesen,  aber bis  11 Uhr war nichts zu sehen.  Immer auf knapp 1000 Meter Höhe unterwegs und da bläst der Wind trotzdem ganz ordentlich, aber es war schon zum Aushalten.

Unzählige Bäche und zwei richtig breite Flüsse sowie etliche Schneefelder waren zu überqueren. Die Strömung war schon beachtlich, aber ich fand immer einigermaßen flache Stellen, max 30cm tief. Schuhe wechseln dauert seine Zeit und nachher in die inzwischen natürlich auch nassen Socken und Wanderschuhe geht gar nicht so leicht.  Alles klebt und rutscht nicht einfach über den Fuß.  Dann hörte der Regen auf und der Nebel verzog  sich und gleich hatte ich das ganze Panorama

Sogar ein paar Sonnenstrahlen waren mir vergönnt
Am Schluss gings runter zum See, natürlich war der ganze Hang unter Wasser, aber hier waren tatsächlich viele Holzplanken verlegt. Was für ein Luxus

Heute angenehme Wegeverhältnisse.  Es waren 24km zu bewältigen da war das schon super.

Das war schon eine etwas wackelige Konstruktion
Das Ende war auch …

Zur Zeit der Schneeschmelze ist der Wasserstand des Sees scheinbar deutlich höher.

So schauen die Hosenbeine nach einem Tag im Matsch aus
Auch ich nicht mehr taufrisch
die Hütte
Schon fürs Abendessen hergerichtet

Das Essen war super, mit frischem Gemüse und Salat und mit am Tisch saß Caroline aus Rosenheim die der Liebe wegen in Trondheim gelandet ist. Sie hat sofort gehört das ich aus ihrer Gegend bin.