E1 von Göteborg zum Nordkap

80.81. Tag 16./17.7.22 Reisetage

Gestern bin ich bei strömendem Regen in Teveltunet losmarschiert, das hat mir den Abschied sehr erleichtert. Ein zweites Mal den Berg nach Storlien in Schweden hinauf und 3km die Straße entlang, da war am Samstag früh noch weniger los als am Montag. So viel ist passiert in den letzten 6 Tagen. Um halb zehn fuhr ich mit dem Zug nach Östersund. Dort war es zumindest trocken wenn auch stürmisch, sodass ich beschloss mir am Campingplatz eine kleine Hütte zu mieten. Auf dem Weg dahin kam ich auch an einer Bäckerei mit kleinem Mittagstisch vorbei. Ein Teller mit frischem Salat, Krabben und Feta stand auf der Tageskarte. Wer kann da schon widerstehen, ich nicht. Natürlich habe ich mir auch noch eine Zimtschnecke samt Kaffee gegönnt, so waren die 3km entspannte Zeit auf dem Weg zum Campingplatz. Ich war so gegen zwei Uhr da und gefühlt war er nur halbvoll. Bis zum Abend war dann rundherum alles vollgeparkt mit norwegischen Wohnwägen. Es scheint das norwegische Familien Urlaub in, aus Ihrer Sicht, preiswertem Schweden machen. Ein bisschen Obst und Joghurt im nahe gelegenem Supermarkt eingekauft, haben den Tag kulinarisch abgerundet. Den Rest des Tages verbrachte ich faul im Bett liegend und Hörspiele hörend. Auch den weiteren Tourverlauf habe ich genauer geplant. Heute morgen habe ich die Zeit bis ich die Hütte räumen musste ausgereizt und bin um 11 Uhr wieder Richtung Bahnhof gelaufen. An der Bäckerei konnte ich auch heute nicht vorbeigehen und es gab nochmal dasselbe Menü wie gestern. Um 14.30 Uhr fuhr der Bus und mit einmal umsteigen bin ich jetzt in Borgafjell gelandet. Der Busfahrer hat mich gefragt ob ich gleich loslaufen möchte. Als ich bejahte, meinte er ob ich schon wild auf die Begegnung mit den Bären wäre die es hier gibt. Als ich erzählte das ich vor nicht allzulanger Zeit 3 junge Bären gesehen habe, war er kurz sprachlos. Aber er bot mir an mich direkt am Startpunkt abzusetzen was mir 1,5km Straßenmarsch zurück erspart hat. Das hat dann auch noch ein junges Pärchen genutzt und so zelten wir am ersten brauchbaren Platz am Weg. Der Bus hat ja bis 19 Uhr gebraucht, drum war es für mich ganz okay mein Zelt schon nach 1,5km aufzuschlagen. Während der Fahrt habe ich sogar mal die Sonne und blauen Himmel gesehen. Hier am Ziel empfing uns dann aber leider ganz ganz leichter Nieselregen der mir morgen erhalten bleiben wird. Nicht desto Trotz bin ich froh auf einem ordentlichen Wanderweg unterwegs zu sein und endlich wieder loslegen zu dürfen. Das habe ich vermisst. Sind zwar 28km aber wenn alles glatt geht werde ich morgen auch in einer Hütte schlafen, da kann dann auch wieder alles trocknen. Ja und dann soll tatsächlich mal die Sonne ein wenig scheinen.

Unglaublich viele Waggons mit Holz am Bahnhof
Schwierig zu sehen, hier wird ein Fahrrad mit Gepäck in den Linienbus verladen. Eine Platte wir automatisch herausgefahren, das Rad dsamt Gepäck drauf gelegt und dann wieder eingefahren.
USB Anschluss an jedem Sitzplatz
einer samischen Unterkunft nachempfundennen Schutzhütte
mein Zeltplatz

die nahe gelegene Wasserquelle

Im Moment frischt der Wind gewaltig auf, aber der Platz liegt, so wie es ausschaut recht windgeschützt nur das Rauschen der Bäume hört sich wild an. Laut meiner Wetterapp soll sich eigentlich nicht viel tun, dann hoffen wir mal das das Wetter sich dran hält.

E1 von Göteborg zum Nordkap

78./79. Tag 14./15.7.22 der kürzeste Wandertag und wieder Teveltunet

HARTE ENTSCHEIDUNG

Voller Optimismus und gut ausgestattet mit diversen Wanderkarten die ich mir in Trondheim besorgt hatte, bin ich am Mittwoch Nachmittag den Berg Skurdalsporten hinauf gestiegen. Es sollten ja einige nicht markierte Abschnitte folgen und ich fühlte mich sicherer mit Karten auch die richtigen Wege zu finden. Am nächsten Morgen stürmte es und ich ging nur 500 Meter weit.

War gar nicht so schlimm wie es aussieht

So war die Sicht, etwa 20 Meter

Dann beschloss ich, das Zelt im Windschatten eines der Ferienhäuser die da oben am See liegen, aufzubauen. Es war mir zu gefährlich bei diesen Bedingungen zu gehen. Der Weg würde die nächsten 10 km immer auf den Bergkuppen entlang führen.

Erst mal war ich richtig dankbar für mein Zelt so einem guten Platz gefunden zu haben. Eingekuschelt in meinen Schlafsack, ausgerüstet mit reichlich Essen dachte ich könnte ich ruhig ein Tag Pause einschieben. Den Tag habe ich mit Podcast hören verbracht. Leider hatte ich kein Netz und die Ungewissheit wie es mit dem Wetter weitergeht hat mir keine Ruhe gelassen. Ich wusste noch das die nächsten 4 Tage keine Besserung zu erwarten war. Heute morgen dann das gleiche Bild. Nachdem ich ja gewusst habe, dass ich die nächsten 13 Tage nur durch Sumpf wandern würde und es bis auf einen Tag jetzt seit 10 Tagen regnet, habe ich mir nochmal alle meine Listen angeschaut. Außerdem käme nach den 13 Tagen das Borgefjäll ein Naturreservat mit nicht ausgebauten Wegen. Da war ich sowieso schwankend ob ich da durch marschieren wollen würde.

Ich habe überlegt was mir wichtig ist und bin zu dem Schluss gekommen das ich ja unbedingt die berühmten und gut markierten Wege im Norden gehen möchte. Das Zeitfenster wird auch immer knapper, ich möchte auf jeden Fall Ende September fertig werden.

Schweren Herzens habe ich beschlossen ein Stück zu überspringen. Deshalb bin ich heute Mittag im Sturm, der allerdings hauptsächlich oben tobte, wieder nach Teveltunet abgestiegen und habe dieses Mal einen Schlafplatz erhalten. Morgen gehts nochmal nach Storlien in Schweden und mit dem Zug nach Östersund wo ich auf einem Campingplatz übernachten werde. Am nächsten Tag fährt ein Bus nach Borgafjell wo der schwedische Lapplandsleden startet. Insgesamt werde ich also ca 300km überspringen.

Laut Wettervorhersage sollen in den nächsten Tagen in Östersund und dann in Borgafjäll recht stabile Verhältnisse sein.

Im Moment trocknet hier alles und ich werde morgen hoffnungsvoll in einen neuen Abschnitt starten.

Die ständige Ungewissheit über die kommenden Verhältnisse haben mir viel Kraft geraubt und ich möchte endlich mal wieder unbeschwert gehen können.