E1 von Göteborg zum Nordkap

90. Tag 26.7.22 von der Krutvatnethytta nach Sivertgården

Ich wurde von meinen zwei Hüttenkollegen schon vorgewarnt das es eine nasse Etappe werden würde. Sie hatten nicht übertrieben. Feuchte kalte Lufttemperatur und dreiviertel der Zeit Matsch und Sumpf. Meine Hose war am Schluss bis Mitte der Oberschenkel nass weil das Wasser so hochspritzte.

Da gibts kein Ausweichen mehr

Wenige Bilder weil alles im Dunst versank. Die anvisierte Hütte war eine private auf einem Bauernhof und leider ausgebucht. Aber ich habe ein bisschen rumgejammert das ich nirgends einen trockenen Platz am See finde und da hatte die Bäuerin wohl Mitleid. Sie ging mit mir 500 Meter weiter zu ihrem privaten Bade -und Bootsanlegeplatz. Eine tolle Wiese direkt am See. Lange habe ich nicht hebadet er war eiskalt. Später kam nich ein Holländer. Der war richtig optimistisch unterwegs . Geht wan6von Hütte zu Hütte und hat nicht nal Zelt und Kocher dabei. Es gab auch eine winzige Hütte am See, vollgeräummt mit diversen Untensilien. Die musste er erst mal aufräumen, dafür hatte er ein Dach überm Kopf. Scheinbar war er noch direkter als ich, denn sie haben ihm sogar was zum Essen gegeben. Er war dann ganz fassungslos, wie sie ihm erzählt hat das sie 150km fahren wenn sie einkaufen gehen. Das passiert maximal einmal im Monat.

Abends ist ja tendenziell das bessere Wetter und so gab es noch ein paar sonnige Momente die wir auf Bank und Stuhl genossen. Wie viele Holländer sprach er sehr gut deutsch, lieber als englisch was mir sehr entgegen kam.

Mit den Sonnenstrahlen wurde sogar meine Hose wieder trocken. Meine Schuhe die ich ja seit gut 2 Wochen trage halten immnoch dicht. Ich finde das schon eher unglaublich. Denn auch wenn sie Goretex imprägniert sind, für stundenlanges waten im Wasser ohne das sie über Nacht richtig trocknen können sind Wanderschuhe bestimmt nicht gedacht. So sind meine Socken wenn ich abends die pitschnassen Schuhen ausziehe, immer noch trocken.

E1 von Göteborg zum Nordkap

89. 25.7.22 Tag von Tverrelvnes nach Krutvasshytta

Ein trüber und grauer Tag und oben auf dem Fjäll auch mit kaltem strürmischem Wind. Auf der Hochebene gleich mal ein sehr markanter Fels. Von dem haben mir gestern schon die Wirtsleute erzählt.

Schwierige Orientierung im Sumpf, keine Markierungen zu erkennen

Je weiter hoch ich kam um so heftiger trieb der Wind die Nebelschwaden heran. Am Schluss konnte ich gerade noch 30 Meter weit seh.

Auf einmal tauchte im Nebel ein kapitaler Rentierbulle auf, fast mystisch. Da habe ich mal wieder bedauert keine Kamera dabei zu haben

Oben am Pass war mit einem Mal freie Sicht.

Die Übernachtungshütte liegt an einem See inmitten einer atemberaubender Kulisse

Auf der Hütte sind wir zu dritt. Ein Österreicher und ein Schweizer. Der eine ist in Masi und der andere Anfang Juni am Nordkap gestartet. Interessante Gespräche, gepaart mit vielen Tipps für die kommenden Etappen haben den Tag gemütlich ausklingen lassen. Freud und Leid der Fernwanderer gleichen sich, stelle ich fest.