E1 von Göteborg zum Nordkap

78./79. Tag 14./15.7.22 der kürzeste Wandertag und wieder Teveltunet

HARTE ENTSCHEIDUNG

Voller Optimismus und gut ausgestattet mit diversen Wanderkarten die ich mir in Trondheim besorgt hatte, bin ich am Mittwoch Nachmittag den Berg Skurdalsporten hinauf gestiegen. Es sollten ja einige nicht markierte Abschnitte folgen und ich fühlte mich sicherer mit Karten auch die richtigen Wege zu finden. Am nächsten Morgen stürmte es und ich ging nur 500 Meter weit.

War gar nicht so schlimm wie es aussieht

So war die Sicht, etwa 20 Meter

Dann beschloss ich, das Zelt im Windschatten eines der Ferienhäuser die da oben am See liegen, aufzubauen. Es war mir zu gefährlich bei diesen Bedingungen zu gehen. Der Weg würde die nächsten 10 km immer auf den Bergkuppen entlang führen.

Erst mal war ich richtig dankbar für mein Zelt so einem guten Platz gefunden zu haben. Eingekuschelt in meinen Schlafsack, ausgerüstet mit reichlich Essen dachte ich könnte ich ruhig ein Tag Pause einschieben. Den Tag habe ich mit Podcast hören verbracht. Leider hatte ich kein Netz und die Ungewissheit wie es mit dem Wetter weitergeht hat mir keine Ruhe gelassen. Ich wusste noch das die nächsten 4 Tage keine Besserung zu erwarten war. Heute morgen dann das gleiche Bild. Nachdem ich ja gewusst habe, dass ich die nächsten 13 Tage nur durch Sumpf wandern würde und es bis auf einen Tag jetzt seit 10 Tagen regnet, habe ich mir nochmal alle meine Listen angeschaut. Außerdem käme nach den 13 Tagen das Borgefjäll ein Naturreservat mit nicht ausgebauten Wegen. Da war ich sowieso schwankend ob ich da durch marschieren wollen würde.

Ich habe überlegt was mir wichtig ist und bin zu dem Schluss gekommen das ich ja unbedingt die berühmten und gut markierten Wege im Norden gehen möchte. Das Zeitfenster wird auch immer knapper, ich möchte auf jeden Fall Ende September fertig werden.

Schweren Herzens habe ich beschlossen ein Stück zu überspringen. Deshalb bin ich heute Mittag im Sturm, der allerdings hauptsächlich oben tobte, wieder nach Teveltunet abgestiegen und habe dieses Mal einen Schlafplatz erhalten. Morgen gehts nochmal nach Storlien in Schweden und mit dem Zug nach Östersund wo ich auf einem Campingplatz übernachten werde. Am nächsten Tag fährt ein Bus nach Borgafjell wo der schwedische Lapplandsleden startet. Insgesamt werde ich also ca 300km überspringen.

Laut Wettervorhersage sollen in den nächsten Tagen in Östersund und dann in Borgafjäll recht stabile Verhältnisse sein.

Im Moment trocknet hier alles und ich werde morgen hoffnungsvoll in einen neuen Abschnitt starten.

Die ständige Ungewissheit über die kommenden Verhältnisse haben mir viel Kraft geraubt und ich möchte endlich mal wieder unbeschwert gehen können.

E1 von Göteborg zum Nordkap

75.-77. Tag, 11.-13.7.22 Teveltunet-Trondheim-Teveltunet

Abends vor dem Treffen mit meinem Bruder und Frau, haben wir noch beschlossen, dass ich die 7km nach Storlien in Schweden gehe und von dort aus mit dem Schienenersatzverkehr nach Trondheim fahre und wir uns quasi entgegenkommen. Über Airbnb hat mein Bruder eine Ferienwohnung gefunden und wir haben uns am Nachmittag in die Arme genommen. Das hat mir wirklich gefehlt!

An diesem Tag haben wir uns nicht mehr raus bewegt und den Abend mit einem guten Essen mit frischem Gemüse und einem Gläschen Rotwein und ausführlichen Gesprächen verbracht.

Der nächste Tag wurde der Trondheimer Innenstadt und dem Nidarosdom gewidmet. Vormittags bei strahlendem Sonnenschein, am Nachmittag begleiteten uns ein paar Regentropfen. Im Dom genossen wir eine englischsprachige Führung, ein kleines Orgelkonzert auf der erst 2015 installierten Steinberg Orgel und eine Kirchturmbesteigung.

Die Bilder zeigen ein paar Impressionen.

Am Tag darauf bin ich wieder zurück gefahren, als einziger Fahrgast. Der Busfahrer war so nett und hat mich in der Nähe von Teveltunet aussteigen lassen was mir 5km Fußmarsch an der Hauptstraße erspart hat. Ich bin dann noch den Berg hochgestiegen. Schwer bepackt mit neuem Rucksack und Essen für 14 Tage. Die Berichte werden kurz ausfallen, denn Strom wird mir wahrscheinlich für 12 Tage keiner zur Verfügung stehen und Netz werde ich auch teilweise keines zur Verfügung haben.