E1 von Göteborg zum Nordkap

84. Tag 20.7.22 von der Slipsikstugan nach Klimpfläll

Gestern habe ich ganz vergessen zu schreiben

1500km

sind geschafft. Wenn ich daran denke wie lange ich schon unterwegs bin und jetzt dürfte es nochmal so weit sein. Es ist schon ein gewaltiges Unterfangen und bei der Planung am Schreibtisch war ich schon sehr optimistisch stelle ich fest.

Ich habe wirklich viele Berichte dazu gelesen, aber mitten drin zu stecken ist schon noch mal etwas anderes. Ob ich das wirklich schaffe, schauen wir mal. Die Strapazen sind auf jeden größer als gedacht.

Deshalb habe ich auch beschlossen heute einen kürzeren Tag einzulegen.

Morgen geht es als erstes steil bergauf, das wollte ich mir für heute nicht mehr zumuten. Wenn irgendwie möglich werde ich in nächster Zeit keine Etappe über 20km mehr laufen. Die Verhältnisse sind zu schwierig und ich muss mit meinen Kräften haushalten.

Wetter, na ja! Fast kein Regen und mal ein ausgetretener Weg, also deutlich entspannter als gestern. Heute morgen hat mir auch schon nichts mehr wehgetan, außer schwere Beine alles in Ordnung.

Heute morgen war nichts mit früh aufstehen. Alle Bewohner wollten ausschlafen umd so bin ich erst kurz vor zehn losmarschiert. Erstaunlicherweise habe ich trotz der fünf Leute in einem Raum gut geschlafen.

Unten im Tal liegt Klimpfjäll

der See aus nächster Nähe

E1 von Göteborg zum Nordkap

83. Tag 19.7.22 von Tjärrepielke zur Slipsikstugan am Sliptjehke

Außer ein paar Tropfen heute kein Regen und sogar die Sonne ließ sich sporadisch blicken. Dann sind natürlich die Mücken da. Nachdem von dem Regen alles nass war beschloss ich, gut eingepackt mit Mückennetz über dem Kopf , möglichst schnell zusammenzupacken und beim nächsten Unterstand zu frühstücken. Soweit war es bis dahin nicht und det aufziehende Regen konnte mir auch nicjts mit dem Dach übern dem Kopf anhaben. Etwas weniger Mücken waren es auch. Es war nur ein kurzer Schauer und so gong ich weiter. Bis Mittag um eins leider ohne Wege durch ganz viel Bäche, dafür riss der Himmel auf. Sb und zu blitztein Sonnenstrahl zur Erde.

So schauen Bachquerungen aus, wenn sie flach sind
Rückblick auf das Tal

Um eins kam ich an einer Notfallhütte an, für zwischendurch Pause mache und Wäsche trocknen bzw. kochen jederzeit nutzbar. Übernachten nur im Notfall. Kaum hatte ich meinen Rucksack abgesetzt rumpelte es gewaltig und drei junge Schweden machten sich völlig erschöpft breit. Sie waren gerade die 10km gegangen die ich noch vor mir zur nächsten Übernachtungshütte hatte. Eine unterhaltsame Stunde mit Essen kochen und über Ausrüstung fachsimpeln sorgte für Entspannung. Ich bekam noch gesagt das es für mich praktisch nur noch bergauf geht, was für ein Motivationschub, wo och ja eigentlich auch schon müde war.

Es ging hinauf ins Fjäll und landschaftlich totsl schön. Mit den grünen Hügeln hat es mich sehr an Schottland erinnert. Leider immer noch ohne ausgetretene Pfade, aber jetzt war kein kniehohes Gestrüpp mehr zu durchqueren. Leider ging es sich hier wie auf einer Buckelpiste. Erstens rauf und runter aber praktisch war kein Tritt auf ebenen Grund möglich. Abends hatte ich tatsächlich etwas Knie -und Sprunggelenksschmerzen.

Einzelne Hügel erstrahlen im Sonnenlicht

Für die 22km war ich mit den Pausen etwas über 9h unterwegs und dementsprechend geschafft bin ich an der Hütte angekommen wo gerade zwei Angler beim Abendessen saßen. Die gingen nochmal raus zum Angeln, derweil füllte sich die Hütte. Ein Pärchen aus der Tschechoslowakei, später noch insgesamt 3 Wanderer die einen in Schweden sehr berühmten Weg gehen. Das 1300km lange „gröna Bandet“. Eine Route die man sich selber sucht, nur Anfangs -und Endpunkt stehen fest. Inzwischen waren wir eigentlich zuviel Leute für die sechs Schlafplätze. Nach erfolglosem Angeln beschlossen die zwei Herren aber noch zu den 8km entfernt stehenden Autos zu gehen. So hat alles wieder gepasst. Leider war das keine nette norwegische Hütte mit mehreren Schlafräumen, sondern praktisch ein einziger großer Raum plus Gang. Also nix mit Privatsphäre und alle gehen gemeinsam schlafen oder halt auch nicht. Wir waren bis 23.30 Uhr auf und haben dann tatsächlich noch einen spektakulären Sonnenuntergang erlebt. Alle dick eingepackt, denn die agressive Mückenzahl war unermesslich.

Es war ein echt unterhaltsamer lustiger Abend und so langsam kann ich jede Menge auch auf englisch erzählen.