E1 von Göteborg zum Nordkap

19. Tag 16.5.22 von Stora Kalven nach Stenkellegarden

Gestern Abend habe ich noch Gesellschaft von einem Pärchen aus Starnberg an meinem Lagerplatz erhalten. Natürlich gab es eine ausführliche Unterhaltung, dadurch bin ich erst gegen 23 Uhr zum Schlafen gekommen,  richtig ungewohnt. Traumhaft schöne Abendstimmung im Vollmond mit der Spiegelung der Bäume und des Himmels im See. Leider sind die Fotos dazu nichts geworden. Nichts desto Trotz bin ich um 5 Uhr aufgewacht und gegen 6.30 Uhr losgezogen.

Die Gatter schauen hier so aus. Durch die Schräglage fällt die Tür praktisch von allein zu.

Tatsächlich war heute mal eine Kuhweide zu queren. Trotz Kälber im Pulk blieben sie alle friedlich. Ich habe sie gar nicht interessiert.

Eine richtige Kraxelei wie in den Bergen war angesagt. Natürlich nicht allzulange aber mit dem schwereren Rucksack ordentlich mühsam, zwischendurch war ich nicht mehr sonderlich erbaut. Dafür war der Ausblick von oben dann grandios und der Mühen wert.

Da ist mir wieder ein Satz von Laura Dahlmeier den sie in einem Interview gesagt hat eingefallen:

„Sport hat viel mit Genuss zu tun auch wenn es während dessen nicht immer Genuss ist“

Das ist nochmal zum Abschluss der Ausblick auf den Vättern

Der Abstieg war nicht so krass, eine große Erleichterung. Von unten schaut das Ganze überhaupt nicht wild aus.

Wasserpumpe für den Wanderer, bis jetzt die Einzige die ich gesehen habe

Der Weg führte durch verschiedene Naturreservate, unter anderem eines mit vielen alten Bäumen

Trotzdem die Eiche so hohl ist, ich passe mit meinem Rucksack hinein, grünt sie noch. Erstaunlich!

Im Laufe des Vormittags klartr der Himmel auf, dadurch wirken die Sern fast unwirklich in ihrer Farbe.

Hier hatte ich keinen Spaß

Die letzten 5km waren dann öde, große Rodungen waren zu queren, da hört der Spaß auf.

Mein Zielort besteht eigentlicht nur aus ganz wenigen Wohnhäuser, Ferienhäusern für die Wintersportler, einem riesigen Campingplatz und 3 Skiliften mit dazugehörigen Abfahrten. Im Winter ist hier wohl einiges los.

Einen See gibt es auch noch, aber dort wäre der Zeltplatz fast doppelt so teuer gewesen. Das kann ich ja quasi die meiste Zeit umsonst haben, den musste ich heute nicht haben.

E1 von Göteborg zum Nordkap

18. Tag 15.5.22 von Skackastugan zu Stora Kalven

Heute war ein richtiger warmer Tag mit überwiegend blauem Himmel.  Das galante Lüftchen begleitete mich, war aber heute eher willkommen als sonst. In der prallen Sonne hatte es bestimmt 25°C.  Aber da ich die meiste Zeit im Wald unterwegs war, war heute ein optimaler Wandertag.

Morgenstimmung

Der Weg führte durch Forsvik. Eigentlich eine kleines Dörfchen, aber historisch ein unglaublich interessanter Ort.

Hier führt der Gotakanal durch und die Schleuse wird immer noch benutzt.  Die Anfang des 19. Jhrd. Gebaute  Klappbrücke steht offen da  und funktioniert noch. Daneben haben sie eine neue gebaut. Ich die 2 Infotafel abfotografiert.  Wen es interessiert liest sich das durch.

Dann hat Forsvik auch noch eine sogenannte Bruck. Das ist ein schwedischer Ausdruck der sich nur schwer übersetzten lässt. Hier wurde die Wassekraft genutzt. Anfang des 15. Jhrd. als Hammerschmiede, später als Gießerei und danach als Papierindustrie. Eine 500jährige Geschichte bis Mitte des 20. Jhrd. wurde hier geschrieben. Schon sehr bald nach Gründung bauten die Besitzer Häuser für die Arbeiter mit ihren Familien. Inzwischen steht alles unter Denkmalschutz und wurde um die Jahrtausendwende restauriert. Eine kleine Ausstellung im alten Bezriebsgebäude zeigt die Entwicklung durch die Jahrhunderte. Die Arbeiterhäuser werden immer noch bewohnt.

Das erste Betriebsgebäude
Hier finde ich das hölzerne wasserrohr interessant
Arbeiterhäuser

Hier gab es sogar eine kleine deutsche Leihbroschüre, sodass ich alles gut nachvollziehen konnte.

Tolle Farbe im Sonnenlicht
Kiefernast
Der Obstbaum blüht noch
Sogar eine Kraxelei war dabei

Die offizielle Streckenlänge ab Forsvik waren mit ca 10km angegeben. Die Wegeführung war allerdings so verschlungen, gefühlt wurde jeder Baum, Wurzelstock oder größerer Felsbrock einzeln umrundet. Für einen dermaßen in engen Bögen führender Schlangenlinienkurs eine korrekte km Angabe zu bestimmen dürfte schwierig sein. Zeitmässig war es aufwändig, dafür aber sehr abwechslungsreich.

Heute befindet sich mein Lagerplatz zwischen zwei Seen.

Schlafpatz mit Seeblick

und eigenem Badesteg, den ich aber nur für ein Fußbad benutzt habe