E1 von Göteborg zum Nordkap

68 . Tag 4.7.22 von Raitan stasjön zur Kjølihytta

Der Plan gestern Abend war, früh los zu gehen denn das Wetter soll ab nachmittags sehr viel Regen bringen und auf knapp 1100 Meter ist das bestimmt nicht leichter auszuhalten als im Tal. Wecker brauche ich nicht, ich werde sowieso immer spätestens um fünf wach. So auch heute. Ich hatte mein Lager gestern am Fuße einer Mautstraße aufgeschlagen und da war gestern echt viel los. Ich war im Zweifel wie gut das für mich als Fußgänger bei soviel Verkehr zu gehen sein wird. Aber es heute war nichts los. Ganze 10 Autos sind an den für mich 12km vorbeigefahren. Viele Ferienhäuser und landwirtschaftliche Betriebe befinden sich an der 30 km langen Strecke. Im Winter ist das scheinbar zum Teil eine Langlaufloipe.

So schauen die Zuflüsse aus, da ist zur Schneeschmelze bestimmt jede Menge Wasser unterwegs
Ja, jetzt ist es grad mal 10 Uhr und der Himmel zieht sich schon zu
Halbzahm, er ist mit den Schafen die hier in großer Zahl mir Glocken um den Hals rumlaufen, unterwegs

Die Straße verläuft entlang dem Fluss Gaula. Unten im Tal ein mächtiger Fluss der mit großer Wucht daher kommt. Hier kann man zuschauen wie er entsteht. 12km auf feinstem Schotter trotz Steigung sind super zu gehen und als ich den Abzweig zur Hütte erreiche sind es noch 7km auf dem Wanderweg, der sich aber auch als relativ breiter, leicht steiniger Weg entpuppt. Ja, das weiß man halt vorher nicht so genau wie schwierig die Verhältnisse werden. So habe ich mir wenigstens nicht so viel zugemutet, als ich die 60km auf drei Tagesetappen aufgeteilt habe. Es regnet nur ganz leicht und der Wind frischt etwas auf, aber kein Vergleich zu den 2 stürmischen Vortagen. Je höher ich komme, desto schöner das Panorama. Fast nicht auszuhalten so schön ist das, ich bin überwältigt.

Meine ersten Schneefelder, die ich nicht alle umlaufen kann
Schotterstrasse und der Fluss schon ziemlich weit oben
so breit ist der Wanderweg
ein paar Querungen sind auch dabei
Es ist alles nass, da möchte ich gar nicht wissen wie das noch vor 2 oder 3 Wochen ausgeschaut hat wie hier noch mehr Schnee lag
rechts hinten ist die schon Hütte zu sehen

Ich komme nur leicht nass um 13 Uhr an der Kølihytta an. Als erstes wird der Ofen eingeheizt und alles zum Trocknen aufgehängt. Dann gibt es Essen und Kakao zum Trinken. Mal schauen ob noch jemand kommt. Es regnet inzwischen in Strömen, also mit Glück alles richtig gemacht.

Aufenthaltsraum mit den zwei Notbetten
Es gibt noch ein 4Bett Zimmer
Ausblick aus der Haustür
Blick aus dem Aufenthaltsraum
E1 von Göteborg zum Nordkap

67. Tag 3.7.22 von der Sextusgrube nach Riastvegen Reitan stasjon

Der wieder auffrischende Wind hat mich schon um vier geweckt.  Darauf hatte ich nun wirklich keine Lust in der Kälte bei 6-°C aufzustehen.  Also habe ich mich nochmal in den Schlafsack gekuschelt und tatsächlich konnte ich bis fünf schlafen.  Aber es wurde immer stürmischer und ich beschloss jetzt mal zusammen zu packen. Alles ist feuchtkalt. Hose, Socken und Schuhe sind kein bisschen getrocknet. Ich beschloss daher die Regenhose anzuziehen und die andere schnallte ich auf den Rucksack zum Trocknen.  Mit Essen war ja nichts und so war ich um sechs abmarschbereit. Es ging noch ein gutes Stück den Berg hinauf und klar, oben  war ich ftoh das die steife Brise  fast genau von hinten kam. War schwierig sich auf den Beinen zu halten. Dafür war die Aussicht atemberaubend.

Da beginnt der Abstieg ins Tal

Die 3 Bilder nebeneinander ergeben das Panorama. Von 900 Meter gings letztendlich hinab auf 450 Meter. Etwas davon bin ich auch schon wieder hoch und morgen gehts auf über 1000 Meter. Der Wind blieb den ganzen Tag extrem stürmisch und ich war froh, genau da wo ich mir beim Kartenstudium gedacht hatte, einen Platz am Bach im totalen Windschatten zu vorzufinden. Sehr viel Glück, die ganze Zeit war da nichts adäquates zu finden. Durch den frühen Start und nur der Frühstückspause unterwegs war ich schon um kurz nach 13 Uhr da und die geplanten 20km erreicht. Es war Zeit das nasse Zelt und sämtliche anderen feuchten Teile zu trocknen und eine kleine Brotzeit und ein Nickerchen zu halten. Inzwischen ist der versprochene Regen da und ich sitze gemütlich im Trockenen.

Im Tal habe ich auch noch meine erste Rentierherde, bzw eher Familie gesehen. Sie bevorzugten die Straße und die Autofahrer waren sehr rücksichtsvoll. Nach mehrmaligem Seiten -und Richtungswechsel hatte der Chef ein Einsehen und führte alle in den Wald.