Europ. Fernwanderweg E1

91. Tag von Airolo nach Faido

Eigentlich liegt Faido neben der Tour. Aber ich bin auf Höhenwegen unterwegs, scheinbar auf einer sehr alten Straße bzw. Verbindung zwischen den teils winzigen Dörfern. Ich sehe immer wieder das Schild Strada alta. Ab und zu geteert, oft aber nur Schotter. Ja und da ist natürlich so gut wie keine Unterkunft zu kriegen. Deshalb bin ich in Osco, meinem Zielort, ewig weit extrem steil den Berg hinunter zum Bahnhof nach Faido, gestiegen. Das ist jetzt der Vorteil dieses Tales, das ja fast eine reine Transitstrecke nach Süden ist. Fast jeder Ort im Tal hat einen Bahnhof und alle 60 Minuten fährt ein Zug in jede Richtung und dazwischen alle Stunde ein Bus der auch noch kleinere Orte anfährt. Es geht also, die Abstimmung zwischen Bus und Bahn. So bin ich wieder zurück nach Airolo gefahren. Interessant war die veränderte Perspektive aus dem Zug zu der Strecke die ich in luftiger Höhe gewandert bin.

Früh um sieben bin ich gestartet. Das Tal verläuft in Nord Süd Richtung so ist mit Sonne erst mal nichts bzw. nur ganz oben.

Uralte Häuser stehen an der Strecke. Viele sind bewohnt oder dienen als Ferienhaus, was von den heimischen Tessinern nicht gern gesehen wird, habe ich mir sagen lassen. Das sind wohl oft Deutschschweizer und die sind nicht so beliebt bei den italieschen Schweizern, obwohl sie drauf angewiesen sind.

Moderne Fenster im alten Haus.

Wege häufig gesäumt von Haselnuss Sträuchern die einen Tunnel bilden.

Eine Zahnradbahn und Wasserrohre führen über die Straße. Nur kleine Autos passen da drunter. Das ist praktisch eine Zustiegsstation, ist aber scheinbar nicht mehr in Betrieb.

Der Blick zurück

und nach vorn

So sah der Abstieg aus. Ja, das ist ein markierter Wanderweg nicht eine querfeldein Route.

Das braucht Zeit und ich bin froh das es nicht regnet.

Von oben sind die vielen Tunnelöffnungen und Trassenführungen erst erkennbar.

Europ. Fernwanderweg E1

90. Tag von Hospendal nach Airolo

Das war der Ausblick vom Balkon in der Früh. Ihr seht, schönes Wetter, die nächtlichen Gewitter haben sich verzogen.

Noch ein paar Impressionen von Hospendal. Ein Ort der scheinbar fast nur von Holländern als Übernachtungsstation auf ihrer langen Reise gen Süden genutzt wird. Beim Frühstück war keine andere Sprache zu hören.

An diesem Kirchlein trennen sich die Wege. Schaut euch den Text an.

Die Eingangstür der Kirche.

Solche Wasserstellen sind allgegenwärtig, Trinkwasser für alle.

Der Blick zurück

Der Aufstieg zum Gotthardpass beginnt erst mal schattig in enger Schlucht.

Das Tal weitet sich dann und es geht langsam aber stetig bergauf. Heute gleicht der Weg meistens eher einem Spazierweg. Ich lasse mir Zeit und genieße einfach alles. Ihr seht blauer Himmel, angenehme Temperaturen und intensive Farben. Die Murmeltiere pfeifen, ab und zu zwitschert ein Vogel. Verkehr ist heute sehr wenig. Anfangs begleitet mich noch die Bundesstraße, später rückt sie in weite Ferne und ich bin praktisch allein. Wunderschön!

Wieder mal ein Blick zurück

Schon ziemlich weit oben muss ich einmal unter der Straße durch.

Ab da beginnt nochmal eine extra gepflasterte Straße, die hauptsächlich von Radfahrern benutzt wird. Die Fuß gänger benutzen einen eigenen Pfad.

Die Blumenpracht auf 2000 Metern Höhe wird dieses Mal hier gezeigt.

Ja, und dann bin ich oben, natürlich ist da jede Menge los. Obwohl ich nicht viele Autos gesehen habe, ein Rummel. Ich bin froh das Wochentag ist, gestern bei dem ununterbrochen fließenden Strom an Fahrzeugen muss die Hölle los gewesen sein. Ein wenig schade das das kein ruhiger Moment war.

Diesen Stein hat keiner beachtet, wo er doch sozusagen der Scheidepunkt war direkt beim Wegweiser und somit der Gipfel. Alle mussten Fotos von sich und den Kühen, die da weideten, knipsen. So ist ein Bild zustande gekommen,

nach dem mir einfach war. Soweit haben sie mich getragen, meine Füße, fast unfassbar. Meine Habseligkeiten mussten auch mit drauf, war gar nicht so leicht zu bewerkstelligen.

Aber auch so einem Moment muss ein Ende bereitet werden.

Mehrere Seen befinden sich auf der Passhöhe und ein paar Meter weiter unten dann die obligatorischen Touristenfallen.

Das blaue Schild zeigt nämlich schon zwei Meter weniger an.

Die hier hat besonders rausgestochen mit alpenländischen Klarinettenmusik in voller Lautstärke. Da bleibt einem nur die Flucht nach vorn bzw. hinunter.

Die Passstrasse hinunter, alles mit Kopfsteinpflaster gepflastert, benutzen scheinbar nur Rennradfahrer und ein paar Cabriobesitzer. Der Rest nimmt die Bundesstraße und ist sofort ausser Sicht. Das Tal ist extrem eng. Der Abstieg herausfordernd, einige Klettereinlagen waren gefragt. Ein Stück war mir dann doch zu gewagt und ich habe die Straße genommen. Wer es nicht gewusst hat, ab der Passhöhe beginnt das Tessin und ab da wird italienisch gesprochen und geschrieben. Immer noch Schweiz und doch ganz anders als vorher, echt verblüffend.

Schnee liegt auch immer mal wieder.

Der Blick nach oben und nach vorn.

Die uralte Brücke hat eifach einen breiten Aufsatz erhalten.

Auch solche glatten Abschnitte komme ich hinunter.

Der Blick von oben auf Ariolo. Hier erblickt der Auto -und Zugfahrer wieder Tageslicht.

Und wie gesagt: Italien, obwohl noch weit entfernt, lässt grüßen.