Europ. Fernwanderweg E1

47. Tag vonBurbach nach Bad Marienberg

Heute eine herausfordernde Etappe. Wir verlassen das Sauerland und erreichen den Westerwald. Vorbei an noch nicht gemähten Wiesen auf denen wirklich viele verschiedene Blumen zu sehen sind. Das Wetter hat sich beruhigt und ab und zu blinzelt die Sonne durch die Wolken.

Erst mal wieder viel bergauf, dann ein stets Auf und Ab. Die Herausforderung liegt in der Länge. Obwohl wir, im Gegensatz zu sonst, durch mehrere Ortschaften wandern, finden wir kein Gasthaus oder Café. Auch in anderen Gegenden sind Einkehr -und Einkaufsmöglichkeiten nicht vorhanden. Hier kommt es einem noch schlimmer vor, da der Tourismus nicht so ausgeprägt ist wie in Oberbayern und zu Fuß selbst kurze Entfernungen extra am Ende des Tages fast zuviel werden.

Also muss die mitgebrachte Brotzeit reichen.

Diese Gebilde nennt sich Ketzerstein und ist nicht aufgestellt, sondern durch die Umweltbedingungen herausgewittert. Unter der Oberfläche ist im Oberwesterwald eine dicke Basaltdecke die hier zu Tage tritt.

Europ. Fernwanderweg E1

46. Tag von Kirchen nach Burbach

Richtig packen will gut überlegt sein. In diesem Fall schichtet Alfons zum vierten Mal um.

Aber dann ist alles endgültig entschieden und es kann losgehen. Zuerst fahren wir mit dem Auto nach Kirchen. Dort bleibt es jetzt einige Tage stehen. Natürlich geht es die nächsten drei Kilometer ordentlich bergauf und uns wird warm, was ja angenehm ist, denn der Himmel ist bedeckt und die Temperaturen bewegen sich nur um die zehn Grad.

Der steile Bergweg ist gleichzeitig ein Kreuzweg und führt zum sogenannten Druidenstein. Obendrauf und daneben ein Kreuz, damit der Okkultismus nicht die Oberhand gewinnt.

Heute liegt tatsächlich mal ein größerer Ort auf dem Weg und wir steigen nach Herdorf ab. Unten angekommen setzen wir uns zu einem Espresso und im selben Augenblick fängt es an zu schütten.

Wir sind richtig froh über unser Glück im Trockenen zu sitzen und genießen die Pause.

Danach geht es über einen Bremsberg schnurgerade den Berg hinauf. Wir sind noch im Sauerland der Wittgensteiner und die Spuren des Bergbaus sind überall zu sehen.

In diesem Fall führt der Weg zu einer Bergkuppe die um 1920 als Steinbruch genutzt und deshalb vierzig Meter abgetragen wurde.

Zum Materialtransport wurden Schienen nach oben verlegt . Die vollen Förderwägen rollten nach unten, mussten abgebremst werden und im Gegenzug wurden die Leeren nach oben befördert. An diesem Berg waren die Gleise einspurig und nur an den Ausweichstellen zweispurig verlegt.

Verschiedene Gesteinssorten wurden gefördert. Wassersteine für den Deichbau in Holland und Steine für den Innenausbau von Hochöfen, sowie Pflaster.

Leider war uns der Wettergott nicht wohlgesonnen und es regnete den ganzen Nachmittag.

Wir kamen noch durch ein Waldgebiet in dem wir bestimmt dreißig Waldameisenhügel gesehen haben. Alle mit einer Höhe von mehr als 80 cm.

Sehr beeindruckend und ein unvorstellbares Gewimmel.

Unseren Zielort Burbach liegt abseits des E1, da wieder einmal die einzige zur Verfügung stehende Unterkunft am Fuchskaute keine freien Zimmer zu bieten hatte.