E1 von Göteborg zum Nordkap

70. Tag 6.7.22 von Stugudal zur Nedalshytta

In der Nacht regnet es immer mal wieder und es kühlt merklich ab. Dementsprechend fühlt sich alles klamm an. Frühstück im Zelt und getrennt zusammen packen, alles schon Routine und in die feuchten Socken und Schuhe schlüpfen ist auch nur im ersten Moment unangenehm. Sie werden schnell warm und dann spürt man nicht mehr viel davon.

Eigentlich sind es nur 17 km aber es zieht sich. Der Weg ist schwierig, alles ist sehr nass vom Regen und den Resten der Schneeschmelze.

Die Felsplatten glitzern in der kurzzeitig scheinenden Sonne
hier ist Schluss mit der Sonne und alles wirkt grau
der Rohrdurchmesser beträgt bestimmt 2m, da läuft nur ein Rinnsal im Vergleich zur Schneeschmelze durch
Farbenspiel

Unzählige Bäche und Flüsschen sind zu queren. Zeitweise ist der Weg super markiert, da ist es dann entspannt zu gehen. Erkennbare Pfade sind selten.

Das rote T ist die norwegische Markierung.

Kraxeln war auch wieder dabei

Der erste Ausblick auf den See Nesjøn. An seinen Ufern führt der Weg auch morgen noch entlang.

Leider war irgendwann keine Markierungen mehr erkennbar. Ein riesiger Hang war abwärts zu durchqueren. Mit vielen großen Felsplatten und Felsen, dazwischen Sumpf.

Praktisch nicht mehr erkennbar
die meisten Felsplatten waren recht trocken

Es hat viel Zeit gekostet da die richtige Richtung und ein Durchkommen zu finden. Bei gutem Wetter mag das noch Spaß machen aber die Schlechtwetterfront war irgendwann sehr nah. Ich war froh das der Platzregen erst einsetzte als ich das Tal erreicht hatte . Nur um festzustellen das der Fluss den ich schon die ganze Zeit rauschen gehört hatte, zu durchqueren war. Ich fand keine gute Furt, entweder zu tief, etwa bis zu den Oberschenkeln oder zu reißend. Es gab einen Ausweg, eine Schotterstrasse hoch, oben über die Brücke und auf de anderen Seite wieder runter alles in allem 3km Umweg. Das alles im Platzregen auf 900 Meter Höhe also auch bei heftigem Wind. Eiskalt und klitschnass lässt es sich … wandern. Ursprünglich wollte ich ja ein Stück weiter gehen als nur bis zur Hütte und zelten, da habe ich mich umentschieden. Inzwischen hatte es zwar wieder aufgehört zu regnen aber es sollte unbeständig bleiben. Die Nedalshytte ist eine bewirtschaftete Hütte also deutlich teurer, aber mit mehr Komfort als die unbewirtschafteten Hütten. Ich war froh nur ein Zimmer mieten zu können. Für Deutsche sind die Preise für Essen schon teuer. Frühstück und Abendessen hätten ca 50€ gekostet. Aber man darf draußen kochen und innen essen was ich dann auch so gemacht habe. An Essen mangelt es mir nicht. Das Einzige was ich mir gegönnt habe waren Waffeln mit Braunkäse und Kaffee. Für Braunkäse wird die Molke eingekocht bis sie karamellisiert, eine norwegische Spezialität. Eine Leibspeise von mir wird das allerdings nicht werden.

Das wechselhafte Wetter zaubert tolle Wolkenspiele über dem See die ich von meinem Zimmer aus beobachten kann.

Leider soll es die nächsten 3 Tage auch noch regnen und 6-10 °C sind auch nicht der Hitzerekord. Recht zermürbend fühlt sich das im Moment an. Morgen kann ich auch nochmal bis zu einer Hütte gehen und dann sehe ich schon.

Ein Gedanke zu „70. Tag 6.7.22 von Stugudal zur Nedalshytta“

  1. Ojeeee! Solche Situationen kennen wir. In Schottland auf dem Cape Wrath Trail war das Wetter mal so schlecht, dass wir zwei volle Tagr im Hotel bleiben mussten. Aber immerhin hat man ein Dach über dem Kopf! 👍😉

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