E1 von Göteborg zum Nordkap

66. Tag 2.7.22 von Røros  zur Christianus sextus Grube

Der Start um 7 Uhr noch bei trockenem Wetter, wenn die grauen Wolken auch schon zu sehen waren. Die Vorhersage lautete das der Regen ab 10 Uhr bis abends dauern würde. Also wollte ich einfach schon Einiges geschafft haben. Heute war die Wegsuche etwas aufwändiger denn sie war nicht als offizieller Wanderweg markiert. Die ersten 2h klappte das wunderbar, der Trampelpfad war gut sichtbar.

Die erste Aussicht über Røros
Quellwasser gleich zum genießn

Dann wurde es für 1h schwieriger denn es war nur noch zu erahnen das hier ab und zu  Leute unterwegs sind. An ganz kritischen Stellen gabs ein paar Steinmännchen. Aber ich kam super durch. Pünktlich um 10 Uhr begann der Nieselregen. Dann folgte eine Straße. Eigentlich führte der Weg die meiste Zeit neben der Straße durch sumpfiges Gelände, das habe ich mir heute gespart. Ich wollte in etwa 20km schaffen.  Die Straße führte zu ehemaligen Gruben, jetzt wird nur der Schotter abgebaut und heute war natürlich niemand unterwegs.

Leider öffnete der Himmel seine Schleusen immer mehr und ich begann mich nach einem Platz umzuschauen.  Gar nicht so einfach! Nicht unten an den Hängen da sammelt sich das Wasser, einigermaßen eben, nicht steinig sonst kriege ich die Heringe nicht rein, aber unbedingt windgeschützt.

Da wären super tolle Fotos möglich gewesen,  aber inzwischen hat es geschüttet
Mein Windschutz , nicht perfekt aber okay

Dann in aller Eile Zelt aufbauen damit alles trocken rein kommt.  Ich war ab Gesäß pischtnass. Also auch noch halber Striptease bevor ich ins trockene Innenzelt krieche und erst mal was Trockenes anziehe. Dann alles aus dem Rucksack holen, denn der ist am Rücken auch nass und muss in  der Apsis vor dem Innenzelt liegen. Dann pumpe ich die Isomatte auf und breite Schlafsack aus und esse erst mal etliche Nüsse.  Ich bin ganz zufrieden wie ich das geschafft habe. Leider schüttet es immer stärker und es stürmt. Etwas kriege ich doch davon ab. Nachdem das ein ehemaliges Grubengelände ist, liegen genug Steine rum. Damit beschwere ich die Heringe damit es sie mir nicht rauszieht. Dann fange ich doch an mir Sorgen zu machen,  der Wind dreht nur ganz leicht und drückt plötzlich leicht seitlich auf das Zelt. Ich halte abwechselnd mit einer Hand die Zeltstange fest, die andere wärmt sich derweil im Schlafsack auf. Durch den Winddruck wird das Aussenzelt auf das Innenzelt gedrückt und droht durchzunässen. Also hänge ich einzelne Aufhängungen aus damit der Abstand größer wird. Innen habe ich jetzt nur noch wenig Platz.  Alles liegt in der Mitte und ich hocke dazwischen,  immer eine Hand am Gestänge. Die Trekkinstöcke habe ich auch noch drunter eingespreizt damit der Abstand zwischen den Planen erhalten bleibt. So vergehen zwei Stunden dann merke ich, es wird heller und  Regen und Wind lassen langsam nach. Ja um sieben ist alles rum.

Tollste Wolkenspiele werden geboten
Das Bild bietet sich gerade während ich das schreibe

Das Zelt ist inzwischen schon trocken und ich lege gerade Hose und Jacke aus damit sie zumindest antrocknen und ich nicht alles pitschnass anziehen muss.

Leider habe ich noch ein Problem.  Ich kann obwohl soviel Wasser da ist, nichts davon nehmen.  Oder sagen wir mal ich will es nicht riskieren. Das ist ehemaliges Grubengelände und ich weiß nicht wie die Schwermetallbelastung ist und der Filter holt das bestimmt nicht raus.

Ich habe noch Saft in der Trinkflasche, aber zum Kochen ist das nichts und das aufgefangene Regenwasser ist nicht soviel. Mein ursprünglicher Plan war ja 2km weiter zu gehen,  da gibts einen größeren Bach/Fluss der von der anderen Seite kommt. Na ja, so bleibt die Küche heute kalt. Ich habe heute morgen noch einige Brote geschmiert und jede Menge Nüsse, hungern muss ich nicht und etwas zu trinken ist noch da. Dann gibt es morgen ein spätes Sonntagsfrühstück. Zwischendurch während des Gehens hatte ich ja gedacht heute wird es nur einen kurzen Bericht geben, aber dann war wieder mal deutlich mehr geboten.

Auch wenn ich mit dem Wetter nicht so richtig Glück habe, fügt sich aber immer alles wunderbar. Es könnte alles viel schlimmer sein.

Ein Gedanke zu „66. Tag 2.7.22 von Røros  zur Christianus sextus Grube“

  1. Schlimmer – geht immer! Da hast du Recht!
    Die Berge sehen super toll aus! Den Bildern nach kann ich Norwegen mehr abgewinnen als Schweden . Einen guten und trockenen Weg weiterhin wünsch ich dir – ☆ – viele Grüße, Christina

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