E1 von Göteborg zum Nordkap

15. Tag 12.5.22 von Bastasen nach Hjo

Es war, wie erwartet eine regnerische Nacht. In der Früh wehte der Wind schon ordentlich, aber es blitzte sogar blauer Himmel zwischen den dahinfliegenden Wolken hervor.

Trotzdem das Außenzelt war pitschnass und ein etwas difizieler Vorgang ist das Verstauen und getrennte Verpacken der nassen und trockenen Teile. Man darf ja auf keinen Fall an die Außenhaut des nassen Zeltes stoßen, sonst ist die Stelle gleich triefend nass. Die Wiese rundherum war natürlich auch völlig durchnässt. Es wird hier ja schon ab 4 Uhr hell, also bin ich meistens gegen 5 Uhr so wach das ich dann aufstehe. Ich wollte ja auch früh loskommen, denn es war ja ab späten Vormittag dann starker Wind mit 60kmh angesagt. Für bayr. Landratten ist das dann quasi schon Sturm.

Zum ersten Mal musste ich heute durch Matsch der sich auch nicht umgehen ließ.

Ein bisschen unscharf, aber ich glaube man erkennt das schon

So sahen meine Schuhe hinterher aus. Das war also einigermaßen gemeistert.

Anfangs war der Wind nicht so das Problem weil ich recht geschützt im Wald unterwegs war. Sobald es offener wurde war das schon eine andere Sache. Wie gut das er die meiste Zeit schräg von hinten blies, sonst wäre es echt schwierig gewesen vorwärts zu kommen.

Tolles Farbenspiel im wechselnden Sonnenlicht
Das frische Birkengrün, ein echter Hingucker

Durch das frühe Starten sind um 11.30 Uhr halt auch schon 5 Wanderstunden um gewesen und ich bin in meinen Zielort Hjo hineingeschlendert. Der Ort liegt an dem riesigen See Vättern.

Vor 100 Jahren haben sie hier vom Fischfang recht gut gelebt wenn man die alten Häuser und Villen so sieht. Heute sind in den Sommermonaten wohl viele Touristen da, im Moment ist halt noch nicht Saison, somit wirkt vieles überdimensioniert.

2km Strandpromenade und gefühlt 1km mit Bank am Stück

Süßes Gebäck, Fika genannt, das können sie in Schweden. Schaut köstlich aus und schmeckt auch so. Da mussten schon gleich 2 Stücke her, bekomme ich ja auch nicht jeden Tag.

Der Hafen

Auch einen Park, scheinbar schon zur Blützeit vor 100 Jahren angelegt.

Ich weiß nicht ob ihr an dem Foto ermessen könnt wie riesig diese Bäume sind, die Bank verschwindet fast

Danach bin ich einkaufen gegangen und hatte ein lustiges Erlebnis. Ich habe ja schon mal geschrieben das die Portionsgrößen von Grundnahrungsmitteln sehr groß sind. Butter ist normalerweise in 500gr abgepackt und immer gesalzen. Da war ich richtig glücklich eine 125gr Packung zu entdecken, war mir allerdings nicht sicher ob das Butter ist. Also habe ich den jungen Mann der da gerade beim Einräumen war, gefragt.

Englisch kann hier eigentlich jeder und zwar im Vergleich zu mir,sehr gut.

Er meinte dann nein das ist Fett zum Backen und auf meine Frage hin das ich welche fürs Brot bräuchte, zeigte er mir die Margarinen. Sie essen hier hauptsächlich die. Da mischt sich eine Frau ein und frägt mich ob ich aus Deutschland bin und meint ich kann die kleine Butter für meine gewünschten Zwecke benutzen. Sie hat mir dann eben auch erklärt das das in Schweden nicht üblich ist. Inzwischen hatten sich noch ein paar Leute dazugesellt und dann wurde auf Schwedisch – Englisch die unterschiedlichen Sitten beleuchtet . Es hat auf jeden Fall für einige Diskussionen und Lacher gesorgt.

Der Blick aus meinem Fenster, ich kann den See noch sehen

Wie geplant habe ich mir eine Hütte auf dem Campingplatz genommen. Ich wollte die Standfestigkeit meines Zeltes nicht austesten. Außerdem war das bei dem langen Nachmittag auch viel gemütlicher. Inzwischen ist der Wind eingeschlafen und der Himmel klar, ein Grund mehr einen warmen Schlafplatz zu genießen.

E1 von Göteborg zum Nordkap

14. Tag 11.5.22 von Semesterbyn bis kurz nach Bastasen

Jetzt hatte ich gestern Nacht so eine tolle Bleibe und so unruhig geschlafen.  Draußen hats geschüttet und gewettert. Ich war einfach nur froh um die festen Wände und das Dach. Gleichzeitig habe ich dauernd überlegt ob ich noch einen Ruhtag dran hängen soll wenn es so bleibt und wie ich es zeitlich hinkriege mit meinem Hoteltermin. Tatsächlich habe ich nächste  Woche einen festen Termin.  Mein Mann hat vor ein paar Tagen ein Versorgungspaket losgeschickt und nachdem sie das dort für mich annehmen und lagern bis ich komme, bleibe ich noch über Nacht. Die Wettervorhersage für die nächsten 3 Tage sind nicht berauschend. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen und in der Früh schaut es dann gleich anders aus. Eigentlich weiß ich das ja auch, alles so nehmen wie kommt, aber die Rädchen im Kopf haben ab und an ein Eigenleben.

Kein  Zelt war abzubauen, kein Wasservorrat filtern da war ich schon um 6.30 Uhr startbereit. Nach einer halben Stunde kommt sogar die Sonne raus, das war so nicht vorausgesagt. Alles schaut nach dem Regen so frisch aus, der Waldboden ist ganz weich wunderschön zum Gehen. Voller Energie habe ich heute einen flotten Schritt drauf, so ein halber Ruhetag wirkt Wunder.

An jedem See ist mindestens eine Sitzgruppe und eine Grillstelle ist auch immer mit dabei

Plötzlich in meinem Trott stehe ich vor einer richtigen Kante. Fast senkrecht gehts da runter und ich hätte es fast übersehen.

Ich weiß nicht ob es gut erkennbar ist

Mehrere kleine Naturreservate waren zu durchqueren.  Das Letzte hier war mal eine Hofstelle. Das alte Haus und Schuppen stehen noch. Riesig sind die Obstbäume geworden.  Hier wird nichts gemacht, schaut wunderschön aber auch etwas morbide aus. Eine  eigenartig wehmühtige Stimmung verbreitet sich an so einem  aufgelassenen Ort.

Meine Vorstellung war bis gegen 14.00 Uhr zu wandern und dann nach einem guten Platz zu suchen.  Ab 15 Uhr soll es bis abends regnen natürlich gepaart mit odentlich Wind. Dann sind ab morgen Vormittag starke Böen bis 60 kmh vorausgesagt.  Also ein windstilles Plätzchen war gefragt und wurde gefunden.  Ein See ist weit und breit nicht in Sicht, deshalb war gut überlegte  Wasserbevorratung angesagt. Alles hat bestens geklappt.  Ich war gerade mit Zeltaufbau und Essen fertig, schon gings los. Jetzt liege ich gemütlich, eingekuschelt in meinen Schlafsack, im Trockenen.

Das gelbe Innenzelt verbreitet immer sonnige Stimmung, egal was draußen los ist

Morgen muss ich für mehrere Tage einkaufen und je nach Windstärke werde ich mir nochmal eine Hütte auf dem Campingplatz nehmen.