E1 von Göteborg zum Nordkap

57. Tag 23.6.22 von Valdalsbygget zur Fjällstation Grövelsjön

In der Nacht hat es lange geregnet, allerdings war beim Aufstehen alles vorbei. Der Vortei3der naheliegenden Hütte war, das ich erst nal alles dort rein bringen konnte. Dann habe ich den Ofen mit ein wenig Holz eingeheizt und das Zelt zum Trocknen aufgehängt und derweil gemütlich gefrühstückt.

Es ist ja klar das ich es die nächsten 3 Tage nicht brauchen werde und so lange sollte es nicht nass verpackt sein. Nach 1h war alles trocken und ich konnte mich, jetzt wieder bei leichtem Nieselregen auf den Weg machen. Erst führte der Weg durch ein kleines Tal.

mehrere Windschutzhütten lagen auf dem Weg

Man merkt die nahe große Fjällstation und viele Ferienhäuser. Hier ist im Winter Hochsaison und Skigebiet, hauptsächlich Langlauf, aber weiter oben habe ich auch noch einen Lift gesehen. Darum auch Wegweiser mitten im Nirgendwo.

Langsam ging es bergauf und hab den Blick frei ins Tal zum See und dem Ort Grövelsjön.

norwegische Berge

Um 11 Uhr war ich schon an de Fjällstation nur um festzustellen, dass sie erst um 14 Uhr öffnet. Ich beschloss dann für die nächsten 8 Tage einkaufen zu gehen. Leider hatte der mir in meiner App angezeigte Lebensmittelmarkt so gut wie nichts was ich brauche. Also bin ich 4km die Straße zum nächsten Markt runter gelaufen und danach halt auch wieder rauf, so wars dann doch fasz eine normal lange Etappe. In Schweden ist auf den Straßen fast nichts los. Ich glaube in der Zeit kamen 15 Autos an mir vorbei. Auch wenn das offiziell ein Landhandel ist, ist das Sortiment schon sehr auf die Wanderer ausgerichtet. Leider hat es fast kein frisches Gemüse gegeben und ich habe mir mal wieder türkischen Joghurt (gibt es nur in 500gr Eimerchen) und eine Birne und Nektarine zum sofort verspeisen gekauft. Ein Limo gibts auch immer noch. Der Rest waren dann Müsli, Kartoffelpulver Soßen dazu und Fertigsuppen. Etwas Süßes darf nicht fehlen, wobei ich da sparsam bin. Ich tu mich schwer mit der Einteilung und dann nehme ich lieber gleich nicht so viel mit. Wenn ich meine Lebensmittel einkaufe dann ist die Vielfalt stark begrenzt. Es gibt Soße entweder mit Kartoffelbrei, Nudeln, Couscous oder Bulgur. Das macht satt, wiegt nicht viel und durch die verschiedenen Fertigsossen erreiche ich doch etwas Vielfalt. Für Mittags kaufe ich verschiedene Fertigsuppen die ich noch mit Nudeln verdicke. Müsli immer reichlich, das gibts auch mal zwischendurch, wenn der Magen nach Nahrung knurrt. Ein Beutel Erdnüsse zum Knabbern, auch wegen dem Fett das ich sonst zu wenig erhalte. Cappuccino und Kakao zum ins Wasser anrühren, inzwischen in Portionsbeuteln, sind auch dabei. Eine Tasse heißes Getränk in der Früh und als Tagesabschluss sind schon lieb gewordene Rituale. Am Anfang habe ich eine Packung offen gekauft, aber irgendwann schließt die Ziplocktüte nicht richtig und ich habe das Pulver schön verteilt im Rucksack oder auch im Zelt. Also lebe ich zur Zeit komplett anders als zu Hause, wo ich Abfall vermeide und Fertigsuppen ect überhaupt nicht ins Haus kommen.

Etwas Gutes gibt es noch in Schweden und das Pulver trage ich mindestens doppelt gesichert und mit einem Clip den ich mal gefunden habe verschlossen, im Rucksack. Es nennt sich Blaubeersuppe. Ist ein Pulver natürlich mit massenhaft Zucker zum Anrühren. Die Schweden machen da scheinbar eine dicke Suppe draus, ich nehme deutlich weniger Pulver und rühre es in kaltes Wasser an. Das ist echt süffig und dem werde ich schon nachtrauern.

Hier auf der Fjällstation, die vom schwedischen Wanderverband STF betrieben wird gibt es eine Küche in der ich kochen kann. Frühstück esse ich von hier, aber die warmen Speisen sind mir echt zu teuer da köchle ich lieber selber. Ja und wie angekündigt mache ich bis Sonntag Urlaub vom Wanderalltag. Wäsche ist zum Großteil gewaschen. Ich habe eine ausgiebige Dusche genossen. Und dann bin ich gespannt was hier so los sein wird. Das ein oder andere Telefonat wird auch dabei sein und ansonsten werde ich faul in der Sonne liegen. Man solls nicht glauben, zumindest am Wochenende soll es warm werden. Ach ja das muss ich dem Wetter heute noch zu Gute halten, ab Mittag wurde der Himmel blau und die Sonne strahlte ununterbrochen, ganz untypisch wo doch sonst nachmittags eher die dunklen Wolken aufziehen.

Der südliche Kungsleden ist für mich hier beendet und am Sonntag geht es direkt nach Norwegen

E1 von Göteborg zum Nordkap

55./56. Tag 21./22.6.22 von Röskåsen über Skärvagan nach Valdalsbygget

Das schöne Fleckchen Röskåsen hat mir eine ruhige, trockene Nacht beschert und mich mit strahlendem Sonnenschein geweckt. Da es recht frisch war habe ich mich mit Daunenjacke aus dem Zelt gewagt und tatsächlich waren in der Früh deutlich weniger Mücken unterwegs und ich konnte ein fast entspanntes Frühstück genießen.  Bis ich loskam, was ich immer  echt gemütlich angehen lasse, war die Sonne weg und der  versprochen bedeckte Himmel zeigte sich. Los gings gleich durch feuchte Wiesen

solche Planken sind wenig hilfreich

aber ich war in Schwung und sie haben mich, obwohl reichlich vorhanden, nicht aufgeregt.  So ist das , nicht alle Tage sind die selben Sachen gleich nervig. Am späten Vormittag setzte dann der leichte Regen ein der mir bis zum frühen Nachmittag erhalten blieb.  Tatsächlich habe ich einen deutschen älteren Herrn mit Hund getroffen. Er kam mir entgegen und unternimmt abschnittsweise verschiedene Strecken auf dem E1 bzw in Norwegen.  Det Hund bereitet da Probleme weil die Norweger restriktive Einreisebestimmungen für Hunde haben und es jedes Mal für ihn ein beträchtlicher Aufwand darstellt die Grenze zu überschreiten.  Er hat mir vorgeschwärmt das es jetzt landschaftlich immer spektakulärer werden würde und ich in der richtigen Richtung, nämlich von Süd nach Nord unterwegs wäre. Er hat mich noch vor einem langen Abschnitt mit Schotterstrassen gewarnt die ihn fast zum Aufgeben veranlasst hätten. In Flötningen gab es einen ganz kleinen Supermarkt,  leider nicht mit frischem Brot und Joghurt ausgestattet.  Ich habe mir Knäckebrot und guten Käse, sogar die das erste Stück Wurst, Limo und Daim gegönnt.  Wie meine Familie weiß,  ich liebe Daim und in Schweden ist das überall zu haben. Wenigstens gute Süßigkeiten wenn schon das Essen recht einseitig ist. Eine Bank war auch da, so stand einer ausgiebigen Brotzeit nichts im Wege. Dann war tatsächlich für die restlichen 6km nur noch Schotterstrassen angesagt.  Auch wenn ich zu Anfang meiner Tour doch recht über den Belag gejammert habe, heute war ich direkt froh über so einen einfachen Weg. Ist auch mal angenehm schnell mit wenig Konzentration vorwärts zu kommen, noch dazu am Ende des Tages. Die Wolken wurden immer dunkler und ich legte einen Zahn zu. Ja und dann war ich mal wieder unaufmerksam und habe einen Abzweig übersehen.  Die Markierung ist mit diesem liegenden roten  Andreaskeuz ja immer gleich, sodass mir das leider erst nach rund 1,5km aufgefallen ist. In diesem Fall hieß es also umkehren und so wurde es doch noch eine recht lange Strecke.  Zwischendurch habe ich schon mit mir gehadert ob meiner Blödheit und das mich der Regen deswegen jetzt erwischen wird. Aber dann habe ich mir mal klar gemacht, dass mir außer das ich nass werde ja weiter nichts passiert und bin entspannter bis zum Unterstand gewandert. Dort habe ich mal gleich mein Zelt aufgestellt und alles reingeräumt. Ja und sogar draußen essen war noch drin bevor es ein paar Tropfen geregnet hat. Also, den Stress habe ich mir mal wieder ganz alleine und fast umsonst gemacht.

Heute morgen dann kein freundlicher Himmel, aber nach Regen sah es auch nicht aus.

Da müssen zu anderen Zeiten ganz andere Wassermassen durchrauschen

Auch heute waren es nochmal 12km Schotterstrasse, weshalb ich halt deutlich schneller war als sonst.

Die Berge kommen in Sicht, ich wandere immer an der norwegischen Grenze entlang nach Norden
so langsam veränderte sich der Untergrund

bis ich wieder in lichtem Wald und Feuchtwiesen unterwegs war.

da einigermaßen gut rüber zu kommen war nicht so schwierig wie es auf den ersten Blick aussah
krasses grün, das Einzige in der Art

Die Rasthütte Valdalsbygget liegt bei einer zu verpachtenden Sennerei. Es hängen Bilder wo hier Schafe weiden. Scheinbar findet sich kein Pächter.

Der Blick von der Hütte aus

Ich zelte hinter der Hütte im totalen Windschatten, denn es ist stürmisch aber trocken.

Morgen sind es dann nur noch 10km, die wahrscheinlich nicht so leicht zu gehen sind, bis zur Fjällstation und ich genieße hoffentlich ein schönes, unterhaltsames und interessantes Wochenende.