E1 von Göteborg zum Nordkap

24. Tag 21.5.22 vom Slyra Holmsjön nach Stenbäcken am Lillsjön

Frühmorgens um 4.30 Ihr bin ich schon wach und länger als bis um 5 Uhr kann ich nicht mehr liegen bleiben.  Es tröpfelt vor sich hin aber nicht allzu stark. Alles ist klamm und wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ist auch nichts getrocknet.  Also Zähne zusammen beißen und anziehen.  Die Oberteile sind nur ganz leicht feucht das geht noch, bis ich los laufe sind sie auch  trocken.  Am unangenehmsten sind die Socken und Schuhe,  die sind noch nass und kalt, aber es hilft nichts. Erst frühstücke ich und der Becher Kaffee wärmt mich auch von innen auf und los gehts. Nach einer Viertelstunde bin ich warm einschließlich der Füße. Natürlich ist alles noch matschiger als gestern und ich kreiere für mich den Ausdruck Matschslalom wenns wieder besonders unangenehm wird.

Da musste ich nicht rüber balancieren,  da kam ich an der Seite vorbei

Später kam ich durch ein altes Bergbaugebiet und einige Relikte sind noch zu sehen.

Alles Maiglöckchen

Ziegelhäuser gibt es auch heute noch fast nicht. Leider war nirgends eine Hinweistafel was es mit diesem Haus auf sich hat. Schaut so aus, als wollten sie es vor dem kompletten Einsturz bewahren.

Im Laufe des Vormittags hörte es das regnen auf und um zwei war sogar schon ein Hauch von der Sonne hinter den Wolken zu erkennen. Dann kam ich in ein Gebiet wo 15 Windräder aufgestellt worden sind. Die sind hier genau so selten wie in Bayern. Die Verantwortlichen meinten wohl das der Weg da unbedingt hoch führen müsse. Weg konnte man das allerdings nicht nennen,  kaum zu erkennen, steil was ich da von mir gegeben habe, gebe ich hier besser nicht wieder.  Irgendwie hatte ich aber auch gerade einen totalen Tiefpunkt.  Da hilft nur eins bei mir. Ein 10 Minuten  Schläfchen.  Der Vorteil, der Berg war übersät mit großen Felsbrocken die praktischerweise auch schon getrocknet waren. 

Ab und zu schalte ich auch den Flugmodus am Handy aus und da erhalte ich gerade ein paar aufmunternde Wort von meinem Mann. Einen besseren Zeitpunkt konnte es dafür gar nicht geben.

DANKESCHÖN

Danach habe ich mit deutlich mehr Elan den Berg fertig bezwungen.  Nach dem Abstieg dann dieses Bild

Da ist der Frust doch gleich vergessen.

Bis ich an meinem Zielpunkt angekommen bin, ist es sogar fast warm geworden.

Ganz schön dreckig

Ja und heute bin ich mal wieder baden gegangen,  gestern ist ja nicht mal Katzenwäsche angesagt gewesen bei dem nasskalten Wetter.  Da fühlt man sich doch gleich als anderer Mensch. Socken und Hose habe auch gleich gewaschen und so wie es ausschaut wird alles trocken, sogar sie Schuhe.

Jetzt gibt es noch ein paar Sonnenuntergangsbilder, da habe ich mich ein bisschen gespielt.

Zwischen trübseliger Tristesse und berauschender Zufriedenheit liegen nur 24h, so ist das beim Wandern. Schöner kann ein Abend nicht ausklingen.

E1 von Göteborg zum Nordkap

21. Tag 18.5.22 von Gramon nach Laxa

In der Nacht um 2.30 Uhr bin ich vom ersten Vogelschrei aufgewacht und habe mich aufgerafft auvh mal vor die „Tür“ zu krabbeln. Beim Aufstellen des Zeltes hatte ich mir schon gedacht das das Morgenrot gut über dem See zu sehen sein müsste. Ein bisschen Überwindung kostet es ja schon aus dem warmen Schlafsack zu krabbeln. Um diese Zeit hat es etwa 3°C. Aber das wars wer. Im Osten das erste Morgenrot und um Westen der Vollmond kurz über dem Horizont. Mich wundert es die Bilder was geworden sind vor lauter Zittern konnte ich die Hand nicht richtig ruhig halten.

Es wird jetzt schon nicht mehr ganz richtig dunkel und den Sternenhimmel bewundern wie ich ursprünglich bei der Anreise gedacht hatte, war bis jetzt nicht möglich. Man sieht schon welche, aber halt nicht viele.

Ansonsten war der Weg heute unspektakulär. Der Berglagsleden versucht wirklich die Straßen zu vermeiden und so ist man eigentlich immer im Wald und an Seen unterwegs. 4 Schweden auch wandernd unterwegs erzählten mir, dass ich schon die 7. Deutsche sei die sie heute getroffen haben. Auch von Kai, den ich ja schon vor einer Woche getroffen habe, erzählten sie mir. Ich bin ganz überrascht das er noch nicht weiter voraus ist.

ErsteRast, natürlich an einem See

Das Farbenspiel mit Sonne und Schatten begeistert mich immer wieder.

Heute komme ich an ein Hotel wo mich mein erstes Versorgungspaket erwartet. Morgen ist der Rucksack also 6kg schwerer, das wird eine Plackerei. Aber ich werde mich um die tägliche Minderung von 500g freuen . Leider hat das Hotel nur im Motelteil ein Zimmer für mich reserviert. Also nichts mit der erwarteten Sauna. Da war die Enttäuschung erst mal groß, aber ich habe ein Bett mit Bettwäsche und werde morgen früh im Warmen aufstehen auch das ist Luxus für mich.

Leider führten die letzten 9km an der Autobahn lang und es ist reiner Zufall das im Moment des Fotos kein Laster oder Auto zu sehen ist.