E1 von Göteborg zum Nordkap

16. Tag 13.5.22 von Hjo zum Röasjön

Die Sonne lugt zwischen den Wolken hervor, zumindest ab und zu. Ein wenig später als die letzten Tage mache ich mich auf den Weg. Es ist mit 28km eine lange Etappe. Ich merke  das ich mich die letzten Tage nicht voll belasten musste, so fühle ich mich frisch und gut gewappnet für den langen Tag.  Auch eine flottere Gangart ist mir zur Gewohnheit geworden, es läuft langsam rund. Viel gibt es unterwegs nicht zu sehen.  Die Wegeführung ist zumindest in weiten Teilen abwechslungsreich das ist für die Füße entspannt.

Nach Hjo umgeben mich weite landwirtschaftlich betriebene Felder, bis jetzt ist das fast gar nicht vorgekommen
Riesige Waldflächen sind komplett mit Moos überzogen,  im Sonnenlicht einfach nur schön anzuschauen
Die Grenzmauern sind noch da, von der Besiedlung ist nichts mehr zu sehen

Nach 24km dann dieser Anblick, fast ohne Serpentinen muss ich da rauf. Es macht nicht immer Spaß

Der Blick von oben runter

Etwa mittig im Bild seht ihr ein weißes Schild und einen orange markierten Baum. Von da aus gings bergauf.

Natürlich musste ich auf der anderen Seite auch wieder runter, wenn auch nicht mehr ganz so weit.

Auch die längste Etappe hat mal ein Ende, natürlich an einem See. Wobei der Unterstand etwa 30m höher liegt. Er ist in einem nicht so besonders sauberen Zustand, da habe ich lieber mein Zelt aufgestellt das hält auch den Wind ab. Zum Sitzen und Kochen ist die offene Hütte allerdings ideal, einfach viel bequemer als alles auf dem Boden zu verrichten.

der See Röasjön
der Blick von oben

Inzwischen tröpfelt es ganz leicht, soll aber in 2h rum sein. Morgen noch bewölkt, ja und dann soll er kommen der skandinavische Sonnenschein. Bin gespannt!

E1 von Göteborg zum Nordkap

15. Tag 12.5.22 von Bastasen nach Hjo

Es war, wie erwartet eine regnerische Nacht. In der Früh wehte der Wind schon ordentlich, aber es blitzte sogar blauer Himmel zwischen den dahinfliegenden Wolken hervor.

Trotzdem das Außenzelt war pitschnass und ein etwas difizieler Vorgang ist das Verstauen und getrennte Verpacken der nassen und trockenen Teile. Man darf ja auf keinen Fall an die Außenhaut des nassen Zeltes stoßen, sonst ist die Stelle gleich triefend nass. Die Wiese rundherum war natürlich auch völlig durchnässt. Es wird hier ja schon ab 4 Uhr hell, also bin ich meistens gegen 5 Uhr so wach das ich dann aufstehe. Ich wollte ja auch früh loskommen, denn es war ja ab späten Vormittag dann starker Wind mit 60kmh angesagt. Für bayr. Landratten ist das dann quasi schon Sturm.

Zum ersten Mal musste ich heute durch Matsch der sich auch nicht umgehen ließ.

Ein bisschen unscharf, aber ich glaube man erkennt das schon

So sahen meine Schuhe hinterher aus. Das war also einigermaßen gemeistert.

Anfangs war der Wind nicht so das Problem weil ich recht geschützt im Wald unterwegs war. Sobald es offener wurde war das schon eine andere Sache. Wie gut das er die meiste Zeit schräg von hinten blies, sonst wäre es echt schwierig gewesen vorwärts zu kommen.

Tolles Farbenspiel im wechselnden Sonnenlicht
Das frische Birkengrün, ein echter Hingucker

Durch das frühe Starten sind um 11.30 Uhr halt auch schon 5 Wanderstunden um gewesen und ich bin in meinen Zielort Hjo hineingeschlendert. Der Ort liegt an dem riesigen See Vättern.

Vor 100 Jahren haben sie hier vom Fischfang recht gut gelebt wenn man die alten Häuser und Villen so sieht. Heute sind in den Sommermonaten wohl viele Touristen da, im Moment ist halt noch nicht Saison, somit wirkt vieles überdimensioniert.

2km Strandpromenade und gefühlt 1km mit Bank am Stück

Süßes Gebäck, Fika genannt, das können sie in Schweden. Schaut köstlich aus und schmeckt auch so. Da mussten schon gleich 2 Stücke her, bekomme ich ja auch nicht jeden Tag.

Der Hafen

Auch einen Park, scheinbar schon zur Blützeit vor 100 Jahren angelegt.

Ich weiß nicht ob ihr an dem Foto ermessen könnt wie riesig diese Bäume sind, die Bank verschwindet fast

Danach bin ich einkaufen gegangen und hatte ein lustiges Erlebnis. Ich habe ja schon mal geschrieben das die Portionsgrößen von Grundnahrungsmitteln sehr groß sind. Butter ist normalerweise in 500gr abgepackt und immer gesalzen. Da war ich richtig glücklich eine 125gr Packung zu entdecken, war mir allerdings nicht sicher ob das Butter ist. Also habe ich den jungen Mann der da gerade beim Einräumen war, gefragt.

Englisch kann hier eigentlich jeder und zwar im Vergleich zu mir,sehr gut.

Er meinte dann nein das ist Fett zum Backen und auf meine Frage hin das ich welche fürs Brot bräuchte, zeigte er mir die Margarinen. Sie essen hier hauptsächlich die. Da mischt sich eine Frau ein und frägt mich ob ich aus Deutschland bin und meint ich kann die kleine Butter für meine gewünschten Zwecke benutzen. Sie hat mir dann eben auch erklärt das das in Schweden nicht üblich ist. Inzwischen hatten sich noch ein paar Leute dazugesellt und dann wurde auf Schwedisch – Englisch die unterschiedlichen Sitten beleuchtet . Es hat auf jeden Fall für einige Diskussionen und Lacher gesorgt.

Der Blick aus meinem Fenster, ich kann den See noch sehen

Wie geplant habe ich mir eine Hütte auf dem Campingplatz genommen. Ich wollte die Standfestigkeit meines Zeltes nicht austesten. Außerdem war das bei dem langen Nachmittag auch viel gemütlicher. Inzwischen ist der Wind eingeschlafen und der Himmel klar, ein Grund mehr einen warmen Schlafplatz zu genießen.