E1 von Göteborg zum Nordkap

55./56. Tag 21./22.6.22 von Röskåsen über Skärvagan nach Valdalsbygget

Das schöne Fleckchen Röskåsen hat mir eine ruhige, trockene Nacht beschert und mich mit strahlendem Sonnenschein geweckt. Da es recht frisch war habe ich mich mit Daunenjacke aus dem Zelt gewagt und tatsächlich waren in der Früh deutlich weniger Mücken unterwegs und ich konnte ein fast entspanntes Frühstück genießen.  Bis ich loskam, was ich immer  echt gemütlich angehen lasse, war die Sonne weg und der  versprochen bedeckte Himmel zeigte sich. Los gings gleich durch feuchte Wiesen

solche Planken sind wenig hilfreich

aber ich war in Schwung und sie haben mich, obwohl reichlich vorhanden, nicht aufgeregt.  So ist das , nicht alle Tage sind die selben Sachen gleich nervig. Am späten Vormittag setzte dann der leichte Regen ein der mir bis zum frühen Nachmittag erhalten blieb.  Tatsächlich habe ich einen deutschen älteren Herrn mit Hund getroffen. Er kam mir entgegen und unternimmt abschnittsweise verschiedene Strecken auf dem E1 bzw in Norwegen.  Det Hund bereitet da Probleme weil die Norweger restriktive Einreisebestimmungen für Hunde haben und es jedes Mal für ihn ein beträchtlicher Aufwand darstellt die Grenze zu überschreiten.  Er hat mir vorgeschwärmt das es jetzt landschaftlich immer spektakulärer werden würde und ich in der richtigen Richtung, nämlich von Süd nach Nord unterwegs wäre. Er hat mich noch vor einem langen Abschnitt mit Schotterstrassen gewarnt die ihn fast zum Aufgeben veranlasst hätten. In Flötningen gab es einen ganz kleinen Supermarkt,  leider nicht mit frischem Brot und Joghurt ausgestattet.  Ich habe mir Knäckebrot und guten Käse, sogar die das erste Stück Wurst, Limo und Daim gegönnt.  Wie meine Familie weiß,  ich liebe Daim und in Schweden ist das überall zu haben. Wenigstens gute Süßigkeiten wenn schon das Essen recht einseitig ist. Eine Bank war auch da, so stand einer ausgiebigen Brotzeit nichts im Wege. Dann war tatsächlich für die restlichen 6km nur noch Schotterstrassen angesagt.  Auch wenn ich zu Anfang meiner Tour doch recht über den Belag gejammert habe, heute war ich direkt froh über so einen einfachen Weg. Ist auch mal angenehm schnell mit wenig Konzentration vorwärts zu kommen, noch dazu am Ende des Tages. Die Wolken wurden immer dunkler und ich legte einen Zahn zu. Ja und dann war ich mal wieder unaufmerksam und habe einen Abzweig übersehen.  Die Markierung ist mit diesem liegenden roten  Andreaskeuz ja immer gleich, sodass mir das leider erst nach rund 1,5km aufgefallen ist. In diesem Fall hieß es also umkehren und so wurde es doch noch eine recht lange Strecke.  Zwischendurch habe ich schon mit mir gehadert ob meiner Blödheit und das mich der Regen deswegen jetzt erwischen wird. Aber dann habe ich mir mal klar gemacht, dass mir außer das ich nass werde ja weiter nichts passiert und bin entspannter bis zum Unterstand gewandert. Dort habe ich mal gleich mein Zelt aufgestellt und alles reingeräumt. Ja und sogar draußen essen war noch drin bevor es ein paar Tropfen geregnet hat. Also, den Stress habe ich mir mal wieder ganz alleine und fast umsonst gemacht.

Heute morgen dann kein freundlicher Himmel, aber nach Regen sah es auch nicht aus.

Da müssen zu anderen Zeiten ganz andere Wassermassen durchrauschen

Auch heute waren es nochmal 12km Schotterstrasse, weshalb ich halt deutlich schneller war als sonst.

Die Berge kommen in Sicht, ich wandere immer an der norwegischen Grenze entlang nach Norden
so langsam veränderte sich der Untergrund

bis ich wieder in lichtem Wald und Feuchtwiesen unterwegs war.

da einigermaßen gut rüber zu kommen war nicht so schwierig wie es auf den ersten Blick aussah
krasses grün, das Einzige in der Art

Die Rasthütte Valdalsbygget liegt bei einer zu verpachtenden Sennerei. Es hängen Bilder wo hier Schafe weiden. Scheinbar findet sich kein Pächter.

Der Blick von der Hütte aus

Ich zelte hinter der Hütte im totalen Windschatten, denn es ist stürmisch aber trocken.

Morgen sind es dann nur noch 10km, die wahrscheinlich nicht so leicht zu gehen sind, bis zur Fjällstation und ich genieße hoffentlich ein schönes, unterhaltsames und interessantes Wochenende.

E1 von Göteborg zum Nordkap

53./54. Tag 19./20.6.22 von Rösjöstugan über Drevfjällstugan zur Röskåsen

2 Tage ohne Regen, man mag es kaum glauben. Auf dem Fjäll weht der Wind wahrscheinlich meistens, so auch gestern. War ich vorgestern noch ganz euphorisch wieviel Spaß das Balancieren über die Blockfelder gemacht hat, war ich gestern bis Gördalen gut bedient. Irgendwie war der Wurm drin und es war ganz schön mühsam. Nachdem Gördalen im Tal liegt war auch noch der Abstieg vom Fjäll nötig. Im Ort gibt es ein Cafe/Restaurant. Richtig groß und fein hergerichtet. Niemand war da und es war eigentlich schon Mittag trotzdem war der Inhaber recht lustlos. Aber eine Pizza hat er mir dann doch gemacht. Riesengroß, zu normalen Zeiten hätte ich die mit Mühe gegessen. Die Menge ist jetzt allerdings kein Problem mehr. Ich war angenehm satt aber nicht voll. Kaffee gehört in Schweden immer dazu und kostet nichts extra. Etwas mühevoller war der Aufstieg auf der anderen Talseite dann doch mit vollem Bauch.

Die norwegischen Berge kommen in Sicht
Das erste Mal Norwegen, weit entfernt ist es nicht mehr
In Gördalen gibts eine große Schneescooter Fangemeinde, die ramponieren so Einiges

Oben bei der Drevfjällstugan habe ich noch zwei wandernde Angler getroffen. Zwei ausgefahrene Angeln in der einen Hand und in der anderen einen Stock. Hinten am Rücken ein schwerer Rucksack. Leicht geht es sich nicht durch die niedrigen Bäume mit den langen Angeln. Gemeinsam haben wir an der Hütte Brotzeit gemacht. Für sie war es der letzte Tag einer einwöchigen Wanderung und sie haben mir jede Menge Essen geschenkt das sie nicht mit heimnehmen wollten. So bin ich unter anderem zu einem Beutel Trekkingnahrung gekommen. Das Zeug ist ganz schön teuer hat aber gut geschmeckt nur satt war ich nicht.

Ich habe mir halt noch eine Suppe dazu gemacht. So langsam kenne ich mich mit den Fertiggerichten aus dem Supermarkt aus. Normalerweise gehe ich ja an diesen Regalen vorbei, aber jetzt sind sie Zeitpunkte. Leichte Nahrung die aufgepeppt, meist mit mit Nudeln, dann sättigt.

Der heutige Weg verlief zwischen 800-900 Metern Höhe, also an der Baumgrenze entlang. Meist also lockerer Bewuchs und jede Menge Sumpf. Die Schuhe wurden wieder mal nass, die Socken blieben aber trocken, das ist das Schöne an den festen Schuhen. Weil ich ihn gerade wieder höre. Ein Vogelruf begleitet mich seit ich in Schweden bin. Im Süden die ersten 4 Wochen fast ununterbrochen und auch im Fjäll, kaum sind ein paar Bäume da, hört man ihn rufen, den Kuckuck.

die tuts nicht mehr
und das ist schon eine abenteuerliche Konstruktion
so schaut sie dann im Ganzen aus, ganz leicht war die Benutzung nicht
der Sumpf, mein treuer Begleiter, manchmal regt er mich schon auf

Bei der Hütte, die eigentlich nur für Notfälle zum Übernachten dient heute mal eine schöne Wiese. Leider unfassbar viele Mücken. Ich musste meine Regenjacke anziehen, da können sie nicht mehr durchstechen. Ein Shirt schaffen sie spielend. Nachdem die Sonne es heute so gut meinte konnte ich sogar mal wieder ein paar Teile im Bach waschen und sie sind auch schon wieder getrocknet.

Kai hat mich heute netterweise darauf hingewiesen, dass die Midsommerfeier doch erst samstags ist. So habe ich meinen Aufenthalt in Grövelsjön um einen Tag verlängert. Zwei Ruhetage am Stück das ist bis jetzt einmalig, aber es wird ja durchgefeiert also kann ich das schon brauchen.