Europ. Fernwanderweg E1

69. Tag von Hausach auf die Wilhelmshöhe

Am Morgen beim Frühstück bekam ich schon den Hinweis von der Inhaberin doch den Bus zu nehmen. Ein wenig Schwänzen dürfe doch mal sein.Meine Antwort das die Etappe mit ihren 22 km doch eher kurz wäre, quittierte sie mit den Worten: „Diese haben es aber in sich“.

9Ich wusste schon, das mich viele Höhenmeter erwarteten, aber ich dachte ich hätte schon schwierigere Strecken gemeistert. Eine eher überhebliche Einstellung wie ich leider feststellen musste.

Erst mal der lange Weg durch die Stadt. Dort haben Sie mit Gedichten beschriftete Fahnen installiert.

Schon viele Jahre seien sie aufgestellt, wie mir ein Herr glaubhaft versicherte. Dann wurde ich noch von einer Dame umarmt, die sich so über mein Vorhaben freute und dann ging es an den Aufstieg. Der Blick von der ersten Anhöhe zurück auf die Stadt.

Der erste Aufstieg auf den Fahrenberg wurde mit aufmunternden Sprüchen und Installationen begleitet.

Ein Protest eines Bauern

Eine interessante Leiter.

Nach kurzer Bergabphase ging es an den zweiten und dritten Berg. Der Karlsfelsen, der krönende Abschluß.

Die dazugehörige Aussicht.

Das Ganze war eine echte Plackerei. Aber jetzt, so dachte ich, wäre das Schlimmste vorbei. Na ja , die letzten sechs Kilometer zogen sich extrem in die Länge und es erwies sich immer noch als sehr bergig. Es war einfach nicht mein Tag.

Natürlich liegt so ein Fiasko auch an der eigenen Einstellung. Ich habe die Belastung im Vorfeld falsch eingeschätzt und mit einem Ende am Nachmittag gerechnet und von Kaffee und Kuchen geträumt. Das lässt sich nicht so einfach korrigieren und wie beim Sport geht es dann schon mal in die Hose.

Aber auch so ein Weg hat einmal ein Ende. Kurz vor meinem Hotel ein Blick auf Schonach, eine Bilderbuchlandschaft.

Mein heutiges Zimmer bedient jede Menge Schwarzwaldklischees.

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem Nickerchen sah die Welt schon wieder freundlicher aus und das Stück Kuchen habe ich mir trotzdem noch als Nachspeise gegönnt.

Europ. Fernwanderweg E1

67. Tag von der Darmstädter Hütte nach Kniebis

Ein kühler Morgen, nur sieben Grad.

Gleich am Anfang zweige ich vom Weg ab und steige zu einem Karstsee hinunter. Kein Mensch weit und breit. Nur der Wind rauscht in den Baumwipfel und die Vögel konzertierten. Eine fast unwirkliche Stimmung.

Das ganze Gebiet ist ein Bannwald. Das heißt, hier wird nicht vom Menschen eingegriffen. Hier noch eine genauere Erklärung.

Wieder hinaufgestiegen, ist auf einmal jede Menge Wandervolk unterwegs. Da bin ich schon etwas überrascht weil ich mich ja auf über 1000 Meter befinde und kein hochgelegener Parkplatz in der Nähe. Des Rätsels Lösung zeigt sich einige Zeit später. Ein Sessellift!

Trotzdem merke ich im Verlauf des heutigen Tages, dass Samstag und ideales, mäßig warmes Wetter ist. Ich treffe Tageswanderer und das passiert immer noch nicht oft.

Die Schwarzwald Hochstrasse wird auch eifrig genutzt. Die Motorengeräusche sind zeitweise unüberhörber und stören die Idylle.

Heute kam zum ersten Mal der Feldberg in Sicht.

Auch den Hang an einer alten Skisprungschanz durfte ich hinaufsteigen.

Dieses Mal ein Hochmoor auf einem Gipfel, sogar Orchideen blühen hier.

Der Zielpunkt der vorgeschlagenen Tour, mein Weg orientiert sich im Schwarzwald ja an den Westwegetappen, ist ein Witz. Weit und breit nichts als dieses verlassene und einsturzgefärdete Hotel.

Der Zielort heißt auch noch gleich, Alexanderschanze. Unterkünfte gibt’s erst drei Kilometer weiter.