Maximiliansweg

8. Tag 7.7.19 vom Ahornsattel zum Pürschling

In der Früh dachte ich noch was für ein Glückspilz ich doch bin. Meine erste Nacht allein draußen in der Natur auf ca 1700m Höhe bestens überstanden. Ein Sonnenstrahl blitzt bereits über dem Berg.

Kein Regen mehr in der Nacht, sodass ich das Zelt trocken einpacken konnte. Draußen wacht man früh auf, ich bin also um halbsechs bereit zum Aufbruch gewesen. Kurze Zeit später komme ich an eine Weggabelung die ich am Nachmittag vorher bestimmt in der Hektik des nahenden Gewitters übersehen hätte. Also war ich immer noch bester Dinge. Ja und dann kündigte sich erneut ein Gewitter an. Ausser ein paar Latschen kein Schutz in Sicht. Also habe ich alles an Regenhüllen hervorgeholt und mich unter den paar Latschen verkrochen. Die hielten zwar den Regen nicht ab, aber sie verminderten doch sehr den Wind. In einer kurzen Windpause bin ich weiter gehetzt bis zu einem Fels der mehr Schutz gegen den stürmischen Wind und den Regen bot. Da dachte ich immer noch, echt Glück gehabt, alles zur richtigen Zeit. Irgendwann war auch mal Schluß mit dem sch… Wetter und ich konnte mich wieder auf den Weg machen. Sogar ein paar Fotos von dem beeindruckenden Panorama gibt es.

Dann traten natürlich die Folgen des Regens zu Tage. Das Wasser sucht sich den leichtesten Weg zum Abfließen und das waren nun mal meine Wege. Also wurden meine Bergschuhe und ich auf eine harte Probe gestellt. Ständig im Wasser auf Steinen und Geröll zu gehen ist extrem anstrengend und rutschig. Zu allem Überfluss habe ich mich noch verlaufen und bin ins falsche Tal abgestiegen. Da hat alles nicht geholfen, ich musste wieder umkehren und rauf. 500 Hm extra.

Dann plötzlich mitten in einer Geröllhalde setzen sich hinter mir Steine in Bewegung. In meiner Hektik ob jetzt der Hang hinter mir runter kommt bin ich ausgerutscht und auf einen meiner Stöcke gefallen. Der ist leider abgebrochen. Den ganzen Tumult haben ein paar Gemsen die hinter mir den Hang entlang liefen, ausgelöst. Glück im Unglück, der Stock ist zwar jetzt etwas kurz, aber ich kann ihn noch verwenden.

Nachmittags um zwei kam ich ziemlich ausgepumpt am Schloß Linderhof an. In der dortigen Gaststätte habe ich mich dann praktisch gedopt. Mit Kaiserschmarrn und einem großen Cola. Die erste Mahlzeit des Tages, zum Frühstück hatte es nur eine trockene Semmel gegeben. Ja und der Tag war noch nicht zu Ende. Ich musste noch den Pürschling zur dortigen Hütte aufsteigen. Kaum hatte ich damit begonnen kam wieder ein kurzes Gewitter aber jetzt mit nachfolgendem Dauerregen. Nach 2,5 stündigem Aufstieg war ich nach einer 13h Tour endlich mit völlig durchnässten Schuhen oben. Meine Regenjacke hat, bis auf den Trägerbereich des Rucksackes dicht gehalten. Oben wurde ich dann liebevoll versorgt. Die pitschnassen Schuhe, Socken und Hose in den Heizungsraum gehängt. Nach einer komplett Wäsche meinerseits wurde ich mit einer warmen Mahlzeit und heißer Zitrone von den Pächtern der Hütte aufgepäppelt. Später kamen nur noch zwei Leute, sodass ich ein eigenes Zimmer bekommen habe. Die Hütten Geher unter euch wissen, das ist ein Luxus.

Also weiß ich eigentlich immer noch nicht genau ob das ein Glückstag war. Wahrscheinlich schon, denn vieles hätte deutlich schlechter ausgehen können.

Maximiliansweg

7. Tag 6.7.19 von Füssen zum Ahornsattel

Ein Tag mit Überraschung.In der Früh nach einem ausgiebigen Frühstück unter lauter Italienern wanderte ich gutgelaunt los. Im Hotel hatte eine etwa 30 Mann starke Motorradfahrergruppe aus Italien übernachtet. Dementsprechend war der Geräuschpegel beim Frühstück. Ein fröhliches Palaver an allenTischen. Die gute Laune steckte jeden anIch musste eigentlich nur nach Hohenschwangau und den Tegelberg hinauf. Es war mir schon klar das in der Nähe von Schloß Neuschwanstein einiges los sein würde, aber ich war dann doch überrascht. Erst mal kam ich am Lechfall vorbei.Sehr beeindruckend .Der Weg entlang des Alpsees und des Schwansees war noch friedlich und idyllisch.Dann kam Hohenschwangau in Sicht. Da Neuschwanstein praktisch in der Nähe liegt nimmt die Welt kaum Notiz von diesem Bauwerk.Dann war es soweit, das Getümmel begann. Ursprünglich hatte ich ja mit einer Führung auf Neuschwanstein geliebäugelt, das Vorhaben aber sehr schnell aufgegeben. Schätzungsweise 75% Asiaten und der Rest andere Ausländer. Deutsch sprechende Leute waren auch dabei, gefühlt max. 5%.Um auf den Tegelberg zu kommen musste ich über die Marienbrücke die über die Pöllatschlucht führt. Tja, und dafür musste man tatsächlich bestimmt 10 Minuten anstehen. Drüber gehen war auch sehr schwierig weil jeder ein Selfie von sich mit dem Schloß im Hintergrund brauchte.Nach der Brücke wurde es schnell ruhiger und ich konnte den anspruchsvollen Aufstieg auf den Tegelberg in Angriff nehmen. Gegen 15.00 Uhr war ich oben angekommen wo mir der Wirt kurz und bündig mitteilte das er zwar meine Reservierung hatte aber kein Bett. Er verwies mich auf eine Schutzhütte die in zwei Stunden zu erreichen wäre, wo ich dann ja schlafen könne. Also machte ich mich auf den Weg. Leider überraschte mich etwa nach einer guten Stunde ein Gewitter und ich beschloß mein Zelt mitten in den Bergen aufzustellen, denn das war mir zu heftig um noch weiter zu gehen. Fast trocken habe ich den Aufbau und die Unterbringung meiner Sachen im Zelt geschafft. So bin ich also, etwas unfreiwillig zu meiner ersten freien Outdoorübernachtung gekommen. Wollte ich ja sowieso bald mal in Schottland ausprobieren, habe ich das halt jetzt schon gehabt. Nach zwei Stunden war das Gewitter rum, aber ich beschloß jetzt da zu nächtigen.