Europ. Fernwanderweg E1

35. Tag von Altenbeken nach Willebadessen

Ganz gemütlich und bequem begann der Tag wieder einmal mit einer Zugfahrt. Dieses Mal von Hameln nach Altenbeken. Das ist immer noch das Einzugsgebiet der SBahn Hannover. Die Bahnhofspasssage, die ja meistens eine eher schmuddelige Angelegenheit sind, sind in Hameln mit großen gemalten Bildern gestaltet. Sie haben alle etwas mit dem Begriff Reisen zu tun.

Dieses Bild widme ich speziell meinem Mann, der mit diesem Bahnhof ein einschneidendes Erlebnis verbindet.

Der heutige Teil des Weges verläuft im Eggegebirge. Davon hatte ich vor dieser Reise noch nichts gehört.

Vorwiegend im Wald als Kammweg, sanft hügelig.

Ab und zu mal ein schöner Aussichtspunkt.

Eine Besonderheit ist mir zum ersten Mal begegnet. Ich bin an einem Erdfall vorbei gekommen. Das schaut wie wie ein riesiger Trichter aus der durch Auswaschungen im Gestein entsteht. Der hier war ca. 70 Meter tief und ging steil nach unten der Durchmesser dürfte nicht mehr als 30 Meter betragen haben. Alles war dicht bewachsen. Das Bild dazu ist leider nichts geworden.

Anstrengend wurde es auf den letzten Kilometern. De Sturm Friderike wütete hier extrem und die Wege waren teils unpassierbar. Die Aufräumarbeiten mit den großen Maschinen zerstören dann die restlichen Wege. Mühsam, anstrengend und zeitaufwendig war das.

Hier im Norden gibt es praktisch in jedem Ort eine „Lange Straße“. Das ist meist die Haupteinkaufsstrasse bzw. das was von ihr übrig geblieben ist. In Willebadessen schaut das so aus. Es gibt auch in anderen Orten hässliche Straßenzüge, nicht nur daheim.

Hier blieben maximal fünf Geschäfte erhalten, der Rest steht leer und verwahrlost.

Aber natürlich hat es hier auch schöne Flecken. Unter anderem eine große, sehr gut erhaltene 300 Jahre alte Klosteranlage.

Europ. Fernwanderweg E1

34. Tag von Linderhofe nach Hameln

Ja, da bin ich wieder in Hameln bei sommerlichen Temperaturen und viel Wind.

Die heutige Etappe war sehr unterhaltsam, denn nur für kurze Zeit war ich allein. Los ging es schon, das ich beim Auschecken im Hotel einen Wanderer getroffen habe der sich allerdings gerade auf den Weg begab. Eine dreiviertel Stunde später habe ich ihn wieder getroffen. Wie er erzählte hat er schon gewußt das jemand kommt. Denn auf dem Weg lag ein Anwesen, das von einem Hund bewacht wurde der sein Revier wütend verteidigte. Jeder von uns beeilte sich mit mulmigen Gefühl daran vorbei zu kommen. Die nächsten drei Stunden sind wir zusammen gewandert. Henning hat drei Wochen Zeit und geht soweit ihn die Füße tragen immer nach Norden.

Vor einem Café trennten sich unsere Wege und ich genoss einen Espresso zusammen mit einer Käsesahne und die schöne Aussicht ins Extertal.

Kurz nach der Kaffeepause holte mich ein Herr ein, der auch im Café gespeist hatte. Wir sind dann die restlichen gut zwei Stunden zusammen marschiert und ich bekam jede Menge Wissenswertes vermittelt. Am Stadtrand von Hameln, noch auf der Höhe befindet sich der Klütturm. Wie das so als Einheimischer ist, nutzt man die touristischen Angebote selten bis gar nicht. Er war bestimmt schon 15 Jahre nicht mehr auf dem Turm. So sind wir nach 32 km Fußmarsch auch noch die Treppen zur Plattform rauf gestiefelt. Eine tolle Aussicht auf Hameln belohnte die Mühe.

Danach ging es steil bergab, was den Vorteil hatte, daß der Weg zur Pension kurz war.

So verging eine doch recht lange Etappe wie im Fluge und die üblichen Ermüdungserscheinungen am Schluß blieben aus.

Mehr Fotos gibt es nicht, dafür war heute keine Zeit. Die vielen schönen landschaftlichen Ausblicke ähneln sich ja auch.