Europ. Fernwanderweg E1

43. Tag von Oberkirchen nach Bad Laasphe

Mit einem super Frühstück bestehend aus selbst gebackenem Brot und selbstgemachten Aufstrichen und Smoothi begann der Tag. Manchmal habe ich auch großes Glück mit der Auswahl meiner Unterkunft. So gestärkt ging es an den schon üblichen Aufstieg. Der Weg nach Bad Berleburg führte über einen Waldskulpturenpfad.

Die schwarzen Gewitterwolken am Himmel und die noch 22km zu wandernde Strecke, habe mich veranlasst den Taxibus für 10km ab Bad Berleburg zu nehmen. Auch ein interessantes System. Es gibt einen Fahrplan, aber der Bus fährt nur wenn sich auch jemand anmeldet. 45 Minuten vorher per Telefon oder Internet, mit Fahrstreckenangabe und dann kann es los gehen.

Bis 1,8 km vor Bad Berleburg lief alles nach Plan. Für diese kurze Strecke hatte ich noch eine Stunde Zeit und ich habe von einem Espresso und einer Kugel Eis geträumt, denn es war extrem heiß und schwül. Dann spann sich lapidar ein weißrotes Absperrband mit dem Schild Forstarbeiten quer über den Weg.

Nachdem ich keine Geräusche hörte wollte ich trotzdem weiter gehen was aber nicht möglich war, weil alles voller abgesägter Baumstämme war. Die zwei restlichen Wege führten in völlig falsche Richtungen. Also quer durch den Wald mit Karte auf dem Smartphone in der Hand und den Versuchen auf tiefer liegende begehbare Wege zu kommen. Denn natürlich war ich noch oberhalb der Stadt. Das Ende vom Lied, mit einem Kilometer Joggen habe ich es fünf Minuten vor Abfahrt geschafft.

Der Rest des Tages verlief dann ohne besondere Vorkommnisse, außer das meine Pensionswirte nicht da waren. Ich hockte dann eine halbe Stunde auf der Bank vor der Haustür und unterhielt mich mit den Gästen des Hauses die kamen und gingen.

Die Hausherren waren mit ihren Enkeln im nahe gelegenen Schwimmbad und da klappt das mit dem Heimgehen auch nicht immer reibungslos.

Im übrigen hat sich das Gewitter woanders hin verzogen, aber 28km waren trotzdem lang genug.

So und jetzt freue ich mich auf morgen, denn mein Mann wird die nächsten Tage mit mir wandern.

Europ. Fernwanderweg E1

42. Tag von Niedersfeld bis Oberkirchen

Das wird jetzt wohl öfter so sein. Die Übernachtung ist im Tal und damit beginnt die Wanderung gleich mit einem Aufstieg. Anfangs sind die Beine doch meistens ein bisschen schwer und wenn es warm ist, ist es ein wenig mühsam. Ich würde bei der Hitze gerne früher losgehen, aber da lassen sich die Pensionenswirte nicht erweichen. Bestenfalls 7.30 Uhr ist frühstücken möglich und ohne mag ich mich auch nicht auf den Weg machen. Die Ortschaften sind oft so klein das es keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Unterwegs komme ich auch nur ganz selten durch Siedlungen, also arrangiere ich mich damit.

Also am Ortsausgang von Niedersfeld auf breiten Wegen steil bergauf. Überhaupt waren die Wege fast immer so breit wie eine Autospur. Denn auf der Höhe ist die Gegend eindeutig Langlaufareal. Überall sind die Schilder mit den verschiedenen Runden zu sehen. Auch diverse Skihütten und Beleuchtung für den Nachlauf.

Die Hütten und Gaststuben auf den Bergen werden allerdings nur in der Wintersaison betrieben.

Heute führte der Weg über den höchsten und bekanntesten Berg der Gegend, den kahlen Asten. Stolze 841 Meter. Da eine Straße hinauf führt, steht da dann auch eine Gaststätte. Oben sind viele Rundwege ausgeschildert, sodass hier einiges los war. An der Größe und Belegung des Parkplatzes erkenne ich, Hauptsaison ist jetzt noch nicht. Aber der Rummel reicht auch so.

Wie ihr unschwer erkennen könnt, oben macht er seinrm Namen alle Ehre und er ist kahl bzw. eine Heidelandschaft prägt das Bild. Ein weiter Ausblick belohnt die Mühen. In der Ferne kündigen sich die Wolken für die angesagten Gewitter an und mein Weg ist erst zur Hälfte geschafft, also bleibe ich nicht allzu lang. Bergab auf der anderen Seite war ich dann allein unterwegs, keine Straße oder Parkplatz in der Nähe und schon begegnet einem fast kein Mensch.

Forstwirtschaft wird hier in großem Stil betrieben. Hauptsächlich sind Kiefern gepflanzt und Felderweise sind die verschiedenen Wuchshöhen zu erkennen.

Von Ferne schaut das dann so aus.

Am Ende kam ich an einem eingezäunten Feld mit sehr jungen Kiefern vorbei. Der Anblick gibt einem zu denken. Kaum Bewuchs zwischen den Pflanzen bis auf dem Streifen der für die Bewirtschaftung frei gelassen wird. Also selbst in der Waldwirtschaft kommen wohl, zumindest am Anfang der Bepflanzung, Pestizide zum Einsatz.

Mein Zielort ein wirklich netter kleiner Ort mit vielen Fachwerkhäusern und dem Flüsschen Lenne mitten durch. Fast alle Häuser sind renoviert und bewohnt. Das ergibt in Summe eine entspannte, beschauliche und heimelige Atmosphäre.

Und so wurde ich heute begrüßt.

Das zaubert mir doch gleich ein Lächeln aufs Gesicht.