Europ. Fernwanderweg E1

67. Tag von der Darmstädter Hütte nach Kniebis

Ein kühler Morgen, nur sieben Grad.

Gleich am Anfang zweige ich vom Weg ab und steige zu einem Karstsee hinunter. Kein Mensch weit und breit. Nur der Wind rauscht in den Baumwipfel und die Vögel konzertierten. Eine fast unwirkliche Stimmung.

Das ganze Gebiet ist ein Bannwald. Das heißt, hier wird nicht vom Menschen eingegriffen. Hier noch eine genauere Erklärung.

Wieder hinaufgestiegen, ist auf einmal jede Menge Wandervolk unterwegs. Da bin ich schon etwas überrascht weil ich mich ja auf über 1000 Meter befinde und kein hochgelegener Parkplatz in der Nähe. Des Rätsels Lösung zeigt sich einige Zeit später. Ein Sessellift!

Trotzdem merke ich im Verlauf des heutigen Tages, dass Samstag und ideales, mäßig warmes Wetter ist. Ich treffe Tageswanderer und das passiert immer noch nicht oft.

Die Schwarzwald Hochstrasse wird auch eifrig genutzt. Die Motorengeräusche sind zeitweise unüberhörber und stören die Idylle.

Heute kam zum ersten Mal der Feldberg in Sicht.

Auch den Hang an einer alten Skisprungschanz durfte ich hinaufsteigen.

Dieses Mal ein Hochmoor auf einem Gipfel, sogar Orchideen blühen hier.

Der Zielpunkt der vorgeschlagenen Tour, mein Weg orientiert sich im Schwarzwald ja an den Westwegetappen, ist ein Witz. Weit und breit nichts als dieses verlassene und einsturzgefärdete Hotel.

Der Zielort heißt auch noch gleich, Alexanderschanze. Unterkünfte gibt’s erst drei Kilometer weiter.

Europ. Fernwanderweg E1

66. Tag von Forbach zur Darmstädter Hütte

Meine bisherige Königsetappe.

Königlich zwecks der zu bewältigenden Höhenmeter, nämlich 1450 aufwärts und 650 abwärts. Die Länge mit 31 km war auch nicht ohne.

Die Blaubeeren sind reif, zumindestm unterhalb 800 Meter. Eine königliche Brotzeit.

Da es auf mehrere Gipfel ging gibt’s auch königliche Ausblicke. Die Fernsicht war super und das Wetter eher kühl, ich brauchte das langärmelige Merinohemd. Für diese Etappe das ideale Wetter.

Der Speichersee oberhalb von Forbach.

Daneben ein Wald der besonderen Besitzverhältnisse.

Solche Freiflächen nennt man Grinden. In diesem Fall die Hornisgrinde. Meist auf den Gipfel der höheren Berge zu finden. Bewachsen mit Gräsern, Heide und einigen wenigen Bäumen.

Skiliftstaton, die alten Häuser die nocht mehr benutzt werden, bleiben einfach stehen. Viel ist im Moment nicht los.

Lothar und Wiebke haben ganze Hänge abgeräumt. Hier stehen die Überreste noch, obwohl die Stürme schon so lange her sind.

Meine Übernachtung auf der Darmstädter Hütte. Super toll, ich durfte den Luxus eines eigenen Zimmers mit Balkon genießen.

Unterwegs und am Abend in der Hütte habe ich insgesamt drei echte Wanderer getroffen. Sie übernachten die meiste Zeit draußen. Im Zelt oder in den Schutzhütten. Das ist echte Leidenschaft, wobei bei dieser Kälte nicht alle ihr Vorhaben immer durchziehen. Es fielen da auch kritische Töne über den Westweg, denn Wasserstellen sind rar und praktisch nie bei den Schutzhütten anzutreffen. Gute Planung und jede Menge Proviant sind für solche Vorhaben nötig. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sind Mangelware. Es liegen schon mal sechzig Kilometer zwischen den Lebensmittelmärkten die auf der Tour. Also alle Hochachtung.