Europ. Fernwanderweg E1

70. Tag von Wilhelmshöhe bis Hohlengraben

Mit neuem Schwung legte ich am Morgen los in der Hoffnung das heute alles besser laufen würde.

Als erstes verlief der Weg über Holzstege durch ein Hochmoor.

Der erste Berg, der Brend, bot mit seinem Turm einen neuen Ausblick. Zum ersten Mal waren sie zu sehen.

DIE SCHWEIZER ALPEN

auf dem Bild auch ????

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Der Günther Felsen mitten im Wald.

Teilweise führte der Weg neben der Hochstrasse entlang. Zu meinem Glück wird sie in diesem Abschnitt gerade mit einer neuen Teerdecke versehen. Also idyllische Ruhe. Ansonsten ist da ja schon eine Menge Verkehr.

Inzwischen bin ich ja im Hochschwarzwald immer auf ungefähr 1000 Meter über NN angekommen . Die Landschaft verändert sich fast unmerklich. Zwischen den Wäldern sind befinden sich die Bauernhöfe inmitten ihrer Wiesen. Getreideanbau ist kaum zu sehen. Kühe weiden draußen, teilweise läuten die Kuhglocken.

Hier gibt es jetzt noch einen Dank an meine Socken

Lange Zeit waren war wir allerbeste Freunde und keine Konkurrenz konnte euch etwas anhaben. Ihr hattet es nicht leicht mit mir und am Schluß ein wenig geschwächelt, aber noch tapfer durchgehalten. Täglich meine Füße wunderbar gewärmt und vor Sand, Tierchen und Tannennadeln geschützt und keine unangenehmen Gerüche verbreitet. Nach jeder Wäsche wieder wie neu und bereit für den Tag. Ihr wart mit das Beste was ich dabei hatte.

Für alle die es genau wissen wollen. Sie waren aus einem Gemisch aus Merinowolle, Seide und ein wenig Polyacryl. Sehr weich und fast unverwüstlich.

Europ. Fernwanderweg E1

69. Tag von Hausach auf die Wilhelmshöhe

Am Morgen beim Frühstück bekam ich schon den Hinweis von der Inhaberin doch den Bus zu nehmen. Ein wenig Schwänzen dürfe doch mal sein.Meine Antwort das die Etappe mit ihren 22 km doch eher kurz wäre, quittierte sie mit den Worten: „Diese haben es aber in sich“.

9Ich wusste schon, das mich viele Höhenmeter erwarteten, aber ich dachte ich hätte schon schwierigere Strecken gemeistert. Eine eher überhebliche Einstellung wie ich leider feststellen musste.

Erst mal der lange Weg durch die Stadt. Dort haben Sie mit Gedichten beschriftete Fahnen installiert.

Schon viele Jahre seien sie aufgestellt, wie mir ein Herr glaubhaft versicherte. Dann wurde ich noch von einer Dame umarmt, die sich so über mein Vorhaben freute und dann ging es an den Aufstieg. Der Blick von der ersten Anhöhe zurück auf die Stadt.

Der erste Aufstieg auf den Fahrenberg wurde mit aufmunternden Sprüchen und Installationen begleitet.

Ein Protest eines Bauern

Eine interessante Leiter.

Nach kurzer Bergabphase ging es an den zweiten und dritten Berg. Der Karlsfelsen, der krönende Abschluß.

Die dazugehörige Aussicht.

Das Ganze war eine echte Plackerei. Aber jetzt, so dachte ich, wäre das Schlimmste vorbei. Na ja , die letzten sechs Kilometer zogen sich extrem in die Länge und es erwies sich immer noch als sehr bergig. Es war einfach nicht mein Tag.

Natürlich liegt so ein Fiasko auch an der eigenen Einstellung. Ich habe die Belastung im Vorfeld falsch eingeschätzt und mit einem Ende am Nachmittag gerechnet und von Kaffee und Kuchen geträumt. Das lässt sich nicht so einfach korrigieren und wie beim Sport geht es dann schon mal in die Hose.

Aber auch so ein Weg hat einmal ein Ende. Kurz vor meinem Hotel ein Blick auf Schonach, eine Bilderbuchlandschaft.

Mein heutiges Zimmer bedient jede Menge Schwarzwaldklischees.

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem Nickerchen sah die Welt schon wieder freundlicher aus und das Stück Kuchen habe ich mir trotzdem noch als Nachspeise gegönnt.