von der Brücke bis zum See Biggejavri
In der Früh gleich mal der Supergau, die Schnalle vom Hüftgurt des Rucksack bricht. Nach langem Suchen finde ich das abgebrochene Stück und versuche alles mit dem superstarken Klebeband zu fixieren. Es hält tatsächlich und ich muss nur sehr vorsichtig damit umgehen.

Der Tag lehrt mich mal wieder, dass wandern im hier und jetzt passiert. Die Wettervorhersage verheißt nichts Gutes. Stürmischer Wind von Norden der bis Mitternacht immer stärker werden wird und ab Mittag mit Regen für den dann das Gleiche gilt. Der Weg war nochmal einfach, weil die Schotterstrasse weiterführt. Bei dem Gegenwind wars trotzdem super anstrengend.



Eigentlich bin ich seit Kautokeino hin und hergerissen zwischen der Freude so weit gekommen zu sein und einem regelrecht unwirklichen Gefühl das schon an Rührseligkeit grenzt. Ich weiß gar nicht recht ob ich mich freuen soll.
Ich komme noch vor dem Einsetzen des Regens am See Biggejavri an und suche verzweifelt einen einigermaßen windgeschützten Platz. Wirklich ganz gelingt es nicht. Ich kann auch noch Wasser holen und dann bricht das Unwetter herein. Starke Böjen und dazu der Regen. Die Gewissheit, zu diesem Zeitpunkt war es erst 14.00 Uhr, dass das erst der Anfang ist beruhigt mich nicht gerade. Die Böjen lassen die Plane flattern und so hänge ich einige Haken vom Innenzelt aus damit die nasse Aussenplane das Innenzelt nicht auch nass macht. Ja und so verbringe ich Stunde um Stunde liegend im Schlafsack, ängstlich horchend ob die Zeltstange oder die Plane hält. Etwa gegen 18.00 Uhr denke ich, das Zelt wird standhalten und lenke mich ein wenig mit Podcast hören ab. Tatsächlich wurde es ab Mitternacht leichter und in den frühen Morgenstunden ist der Spuk vorbei. In solchen Situationen bleiben keine Freiräume für Gedanken, da spielt sich alles in diesem Augenblick ab. So habe ich es mal wieder auf die harte Tour erfahren, mir nicht zuviele Gedanken zu machen.

Man sieht es nicht richtig. Sitzen kann ich nicht mehr im Zelt weil der Himmel abgehängt ist und ich habe den Schlafsack mit Regenjacke und großer Mülltüte so gut es geht abgedeckt. Ich habe auch meine komplette Kleidung zum Wandern an, damit ich bereit bin wenn das Zelt doch nachgeben sollte. Alles andere ist verpackt. Zum Essen kochen war keine Zeit mehr und im geschlossenen Zelt ist es nicht möglich den Gasbrenner in Betrieb zu nehmen. So habe ich mich mit Plätzchen und Nüssen begnügt, viel Hunger hatte ich eh nicht bei der Aufregung.
Aber alles ist trocken geblieben und irgendwann habe ich sogar geschlafen.
Auf diese Aufregung hätte ich gut verzichten können, aber es ist geschafft und das verleiht mir wieder meine innere Ruhe und Kraft.
You are such a strong woman Martina despite bad things around you, like a broken buckle. Tents in the wind are no fun either.
I was glad to hear you mention Norway’s bridges. I was terrified on the two near Rostahytta.
I’m in Stockholm in shock over so many people and the fashion scene.
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