Vom Fuße des Båråk bis Tsielejakk
Was für zwei Tage. Gestern nur strömender Regen gepaart, vor allem dann auf dem Berg mit pfeifendem Wind. Die Sicht war am Anfang noch gegeben. Die feuchte Kleidung anziehen war halb so schlimm. Nach fünf Minuten war ich trotzdem warm. Das es nur bergauf ging half sicherlich dazu.


Nach einer Stunde setzte der Regen ein und ab da war die Sicht nicht mehr als 50m. Ist ein komisches Gefühl wenn man rein gar nichts sieht. Laut Karte weiß ich das die Aussicht gespickt mit hohen Bergen traumhaft sein muss, leider habe ich heute nichts davon. Ohne Pause marschiere ich die 22km. Stehen bleiben war nicht, da hat mich sofort gefroren. Zum Trinken musste ich mich schon zwingen. Mehr Bilder gibts auch nicht. Leider gab es keine Notfallhütte am Ziel, da hatte ich falsch gelesen. Ja, da bleibt einem dann auch nichts anderes übrig als das nasse Zelt im Regen aufzustellen

Es will gut überlegt sein in welcher Reihenfolge was zu erledigen ist. Denn es soll ja möglichst keine nassen Sachen ganz nach innen gelangen. Eigentlich war ja alles tropfnass was ich anhatte einschließlich dem Rucksack. Also habe ich meinen Innenraum so verkleinert das alles Nasse in der Apsis Platz zum Liegen bekam. In einer kurzen Regenpause schaffte ich es sogar mir was zu kochen und dann passt ja auch alles.
Na ja und heute morgen, da tendiert die Lust aus dem warmen Schlafsack zu kriechen gegen Null. Natürlich wird nach zwei Tagen Dauerregen auch alles klamm und das Zelt hält nicht mehr komplett dicht. Hauptsächlich am Fußende tropfte das Wasser ins Innenzelt. Wenn es schon sein muss, dann ist das schon der beste Platz dafür. Irgendwann kam ich doch in die Gänge und tatsächlich gabs eine kurze Regenpause, was den Zeltabbau doch sehr erleichterte. Abends kamen noch zwei Schweden an, die auch am Tag vorher schon mit mir an der Brücke gezeltet hatten. Ursprünglich wollten sie noch 10km weiter gehen hatten allerdings die Bedingungen deutlich unterschätzt und so waren wir wieder zusammen am gleichen Platz. Heute stürmte der Wind in Böjen schon im Tal, ein wenig grauste mir da schon wie es wohl oben am Berg sein würde.



der Regen hörte tatsächlich auf, das machte allerdings keinen Unterschied. Oft musste ich mich durch ein wahres Birkendickicht quetschen, alles tropfnass versteht sich.
Zumindest war es bis weit oben nicht dunstig, wie gestern.



An der rechten Seite führte mein Weg vorbei. Das war dann echt hart. Der stürmische Wind trieb sämtliche Wolken an den Berg, wo sie sich dann abregneten und das bei einem Wind bei dem ich zu Hause nicht vor die Tür gehen würde. Der steile Anstieg sorgte zumindest dafür das mir nicht kalt wurde. War eine echte Herausforderung.

Mitten drin dann ein Blick ins Tal, da waren schließlich keine Wolken


Irgendwann gehts auch wieder abwärts und zumindest der Regen hört auf und die Landschaft wird sichtbar. Eigentlich soll dieser Teil des Kungsleden der wildeste und schönste und auch der am wenigsten frequentierte sein. Es gibt hier für 4 Tage keine Hütten, ohne Zelt kann der Teil nicht begangen werden. Leider sehe ich nur Teile davon. Aber schon der Nachmittag entschädigt für die Mühen und ich bin dankbar das mir diese Wanderungen gesundheitlich möglich und ermöglicht werden. Ich kann nur sagen, für mich ist es trotz vieler Widrigkeiten aller Mühen wert. Ich will es nicht anders.




Der Wind weht immer noch und inzwischen sind alle Sachen trocken und ich genieße den phänomenalen Wolkenhimmel. Unbezahlbar!
Gratuliere, Martina, dass es dir gelingt, positiv zu bleiben!
LikeLike