von Hemavan zum Nordkap

12. Tag 30.7.23

Von Adolfström nach Jäckvikk

Kein schöner, aber trockener Tag der mich durch den Nationalpark Pieljekaise führte. Zum größten Teil durch Birkenwald vorbei an mehreren Seen. Einen Aufreger hatte ich. An einer schmalen Stelle direkt am See, ohne Ausweichmöglichkeit läuft ein Husky, laut knurrend auf mich zu. Mir bricht bei solchen Gelegenheiten immer der Schweiß aus inclusive ordentlichem Herzklopfen. Eigentlich dürfen die Hunde nur an der Leine auf dem Wanderweg mitgeführt werden, ansonsten sind sie im Nationalpark grundsätzlich nicht erlaubt. Nach mehrmaligem lautem Rufen meinerseits kam dann doch mal der Besitzer aus dem Zelt gekrochen, nur um mir mitzuteilen das sein Hund „very nice“ sei. Hilft mir wenig wenn er mich nicht vorbei lässt.

Anfangs ein entspannter Weg für kurze Zeit auch mal nett
Gebirgsfluss
kurz mal blauer Himmel zu sehen

Heute bin ich das erste Mal von einer der Holzplanken gerutscht und auch hingefallen. Ein aufgeschürftes Knie und drei blaue Flecken sind die Folge. Ich bin weich neben die Planken auf dem Hintern gelandet und zum Glück war es da nicht mal nass, denn eigentlich führen die Holzplanken immer über Wasser, Sumpf oder Matsch. Also Glück im Unglück.

Kzrze Zeit verlief der Weg über eine freie Bergkuppe, sodass es auch mal ein bisschen Aussicht zu bewundern.

Die drei Bilder müsst ihr euch nebeneinander vorstellen, das war die Aussicht im Halbrund hinter mir.

Da unten liegt mein Tagesziel

Hier gibt es einen gut sortierten Supermarkt wo ich für die nächsten 5 Tage eingekauft habe. Da wird der Rucksack wieder deutlich schwerer. Auch genieße ich gleich wieder eine Dusche in einem Haus das eigentlich Zimmer vermietet, aber auch einen kleinen Zeltplatz und einige Wohnmobilstellplätze bietet für eine Nacht. So langsam trudeln auch etliche ein. Eine tolle Küche veranlasste mich frische Lebensmittel zu kaufen und richtig zu kochen. Für die nächsten Tage muss ich ja deutlich genügsamer sein, da muss so eine Möglichkeit schon genutzt werden.

Die Berichte in den nächsten 5 Tagen werden kurz ausfallen wenn überhaupt Netz zur Verfügung steht. Strom gibts erst wieder in Kvikkjokk.

E1 von Göteborg zum Nordkap

24. Tag 21.5.22 vom Slyra Holmsjön nach Stenbäcken am Lillsjön

Frühmorgens um 4.30 Ihr bin ich schon wach und länger als bis um 5 Uhr kann ich nicht mehr liegen bleiben.  Es tröpfelt vor sich hin aber nicht allzu stark. Alles ist klamm und wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ist auch nichts getrocknet.  Also Zähne zusammen beißen und anziehen.  Die Oberteile sind nur ganz leicht feucht das geht noch, bis ich los laufe sind sie auch  trocken.  Am unangenehmsten sind die Socken und Schuhe,  die sind noch nass und kalt, aber es hilft nichts. Erst frühstücke ich und der Becher Kaffee wärmt mich auch von innen auf und los gehts. Nach einer Viertelstunde bin ich warm einschließlich der Füße. Natürlich ist alles noch matschiger als gestern und ich kreiere für mich den Ausdruck Matschslalom wenns wieder besonders unangenehm wird.

Da musste ich nicht rüber balancieren,  da kam ich an der Seite vorbei

Später kam ich durch ein altes Bergbaugebiet und einige Relikte sind noch zu sehen.

Alles Maiglöckchen

Ziegelhäuser gibt es auch heute noch fast nicht. Leider war nirgends eine Hinweistafel was es mit diesem Haus auf sich hat. Schaut so aus, als wollten sie es vor dem kompletten Einsturz bewahren.

Im Laufe des Vormittags hörte es das regnen auf und um zwei war sogar schon ein Hauch von der Sonne hinter den Wolken zu erkennen. Dann kam ich in ein Gebiet wo 15 Windräder aufgestellt worden sind. Die sind hier genau so selten wie in Bayern. Die Verantwortlichen meinten wohl das der Weg da unbedingt hoch führen müsse. Weg konnte man das allerdings nicht nennen,  kaum zu erkennen, steil was ich da von mir gegeben habe, gebe ich hier besser nicht wieder.  Irgendwie hatte ich aber auch gerade einen totalen Tiefpunkt.  Da hilft nur eins bei mir. Ein 10 Minuten  Schläfchen.  Der Vorteil, der Berg war übersät mit großen Felsbrocken die praktischerweise auch schon getrocknet waren. 

Ab und zu schalte ich auch den Flugmodus am Handy aus und da erhalte ich gerade ein paar aufmunternde Wort von meinem Mann. Einen besseren Zeitpunkt konnte es dafür gar nicht geben.

DANKESCHÖN

Danach habe ich mit deutlich mehr Elan den Berg fertig bezwungen.  Nach dem Abstieg dann dieses Bild

Da ist der Frust doch gleich vergessen.

Bis ich an meinem Zielpunkt angekommen bin, ist es sogar fast warm geworden.

Ganz schön dreckig

Ja und heute bin ich mal wieder baden gegangen,  gestern ist ja nicht mal Katzenwäsche angesagt gewesen bei dem nasskalten Wetter.  Da fühlt man sich doch gleich als anderer Mensch. Socken und Hose habe auch gleich gewaschen und so wie es ausschaut wird alles trocken, sogar sie Schuhe.

Jetzt gibt es noch ein paar Sonnenuntergangsbilder, da habe ich mich ein bisschen gespielt.

Zwischen trübseliger Tristesse und berauschender Zufriedenheit liegen nur 24h, so ist das beim Wandern. Schöner kann ein Abend nicht ausklingen.