von Hemavan zum Nordkap

1+2. Tag, 18./19./20.7.23

Von Trostberg nach Hemavan

Es geht wieder los, dieses Mal allein und mit Zelt und hoffentlich bis zum Nordkap.

Erst einmal ist eine zweitägige Reise mit Zug und Bus nötig um in die Nähe des Ortes zu kommen, an dem ich letztes Jahr meine Wanderung zum Nordkap beendet habe. Ich habe mich entschieden im schwedischen Hemavan am Beginn des Kungsleden zu starten. Das liegt etwas südlicher als der letztjährige Schlusspunkt. Der Kungsleden ist einer der berühmtesten Wanderwege Schwedens und wenn ich schon soweit reise, dann will ich den auch ganz gehen, ein Teilstück wäre sowieso dabei gewesen.

An sich war es gar nicht so kompliziert hier her zu kommen. Mit dem Zug nach München umsteigen und dann nach Hamburg. Weiter mit dem Nachtzug nach Stockholm. Das wurde dann spannend, denn 2 Tage vorher kam schon per Mail die Nachricht, daß sich der Abfahrtsort vom dortigen Hauptbahnhof, nach Hamburg Harburg und sich die Zeit auf eine halbe Stunde später verschiebt. Zum Glück hatte ich sowieso eine längere Umstiegspause gewählt, sodass ich erst mal keinen Stress hatte. Gemütlich habe ich mich auf den Weg nach Harburg gemacht und mich dort ein wenig umgesehen und nur weil ich in der Nähe kein passendes Lokal zum Abendessen gefunden habe, habe ich mich entschlossen wieder zum Bahnhof zu gehen. Dort habe ich durch Zufall gesehen, daß eine Stunde früher als bei mir per Mail angegeben ein Nachtzug unter anderer Zugnummer nach Stockholm fuhr. Nur weil der Zug Verspätung hatte, habe ich den noch erwischt. Nach kurzer Rücksprache mit dem Schaffner erfuhr ich, dass das mein geplanter Zug war. Erst am nächsten Tag habe ich bei meinen SMS eine entsprechende Nachricht der schwedischen Bahn gesehen, die war mir irgendwie entgangen. Mit zweistündiger Verspätung sind wir mittags in Stockholm eingetroffen und es war bis zum nächsten Nachtzug nach Umeå noch 10h Zeit um Stockholm zu besichtigen. Unglaublich viele Leute waren dort unterwegs.

Einige Könige haben noch kleine Anbauten an die ursprüngliche Kirche angebracht
Nahaufnahme des filigranen Kirchenturms
Schmale Gassen im alten Viertel Stockholms
Er durfte immer das kurze Stück hinter den Kanonen auf und ab gehen, bzw im Wechsel mit dem Mann vor dem Tor dann auch für 10 Minuten stehen, während der seine Parade entlang des Gebäudes absolvierte
Königspalast
Eingang zur Metro
Hauptbahnhof
Die mittlere Liege war meine, beim ersten Nachtzug lag ich ganz oben

Für Leute die größer als 1,75m sind, wird es schwierig. Da reicht der Platz in den 6er Abteils definitiv nicht.

Heute Morgen ging es dann noch mit dem Bus in sechs Stunden nach Hemavan und ich habe nochmal ein festes Dach auf der Fjällstation über dem Kopf, bevor ich dann morgen endlich starten kann.

Die nächsten Tage ist wechselhaftes Wetter bei 15 – 18 °C angesagt, also ganz okay.

E1 von Göteborg zum Nordkap

24. Tag 21.5.22 vom Slyra Holmsjön nach Stenbäcken am Lillsjön

Frühmorgens um 4.30 Ihr bin ich schon wach und länger als bis um 5 Uhr kann ich nicht mehr liegen bleiben.  Es tröpfelt vor sich hin aber nicht allzu stark. Alles ist klamm und wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ist auch nichts getrocknet.  Also Zähne zusammen beißen und anziehen.  Die Oberteile sind nur ganz leicht feucht das geht noch, bis ich los laufe sind sie auch  trocken.  Am unangenehmsten sind die Socken und Schuhe,  die sind noch nass und kalt, aber es hilft nichts. Erst frühstücke ich und der Becher Kaffee wärmt mich auch von innen auf und los gehts. Nach einer Viertelstunde bin ich warm einschließlich der Füße. Natürlich ist alles noch matschiger als gestern und ich kreiere für mich den Ausdruck Matschslalom wenns wieder besonders unangenehm wird.

Da musste ich nicht rüber balancieren,  da kam ich an der Seite vorbei

Später kam ich durch ein altes Bergbaugebiet und einige Relikte sind noch zu sehen.

Alles Maiglöckchen

Ziegelhäuser gibt es auch heute noch fast nicht. Leider war nirgends eine Hinweistafel was es mit diesem Haus auf sich hat. Schaut so aus, als wollten sie es vor dem kompletten Einsturz bewahren.

Im Laufe des Vormittags hörte es das regnen auf und um zwei war sogar schon ein Hauch von der Sonne hinter den Wolken zu erkennen. Dann kam ich in ein Gebiet wo 15 Windräder aufgestellt worden sind. Die sind hier genau so selten wie in Bayern. Die Verantwortlichen meinten wohl das der Weg da unbedingt hoch führen müsse. Weg konnte man das allerdings nicht nennen,  kaum zu erkennen, steil was ich da von mir gegeben habe, gebe ich hier besser nicht wieder.  Irgendwie hatte ich aber auch gerade einen totalen Tiefpunkt.  Da hilft nur eins bei mir. Ein 10 Minuten  Schläfchen.  Der Vorteil, der Berg war übersät mit großen Felsbrocken die praktischerweise auch schon getrocknet waren. 

Ab und zu schalte ich auch den Flugmodus am Handy aus und da erhalte ich gerade ein paar aufmunternde Wort von meinem Mann. Einen besseren Zeitpunkt konnte es dafür gar nicht geben.

DANKESCHÖN

Danach habe ich mit deutlich mehr Elan den Berg fertig bezwungen.  Nach dem Abstieg dann dieses Bild

Da ist der Frust doch gleich vergessen.

Bis ich an meinem Zielpunkt angekommen bin, ist es sogar fast warm geworden.

Ganz schön dreckig

Ja und heute bin ich mal wieder baden gegangen,  gestern ist ja nicht mal Katzenwäsche angesagt gewesen bei dem nasskalten Wetter.  Da fühlt man sich doch gleich als anderer Mensch. Socken und Hose habe auch gleich gewaschen und so wie es ausschaut wird alles trocken, sogar sie Schuhe.

Jetzt gibt es noch ein paar Sonnenuntergangsbilder, da habe ich mich ein bisschen gespielt.

Zwischen trübseliger Tristesse und berauschender Zufriedenheit liegen nur 24h, so ist das beim Wandern. Schöner kann ein Abend nicht ausklingen.