von Hemavan zum Nordkap

11. Tag 29.7.23

Von Sjnultje nach Adolfström

Strahlend blauer Himmel, so begrüßte mich der Morgen.

natürlich immer noch mit den Mücken
ich habe festgestellt, dass ich bei Sonnenschein mit Mückennetz gehen kann. Bei bedecktem Himmel erkenne ich nicht genug.

Bald kam ich aber wieder raus aus dem Birkenwald und da bläst der Wind sämtliche Plagegeister weg. Erste Brotzeitpause am Fluss mit erfrischendem Fußbad.

sogar die geschützten Zwerggänse habe ich gesehen, auf dem See schwimmt die Mama mit ihrer Kinderschar

Heute wurde mir mal wieder in Erinnerung gerufen,  dass Vorstellungen wie ein Wandertag verlaufen wird, fehl am Platz sind. Eigentlich weiß ich das schließlich, aber so richtig bin ich noch nicht drin und da zahlt man halt Lehrgeld. Laut Routenplaner eine einfache Etappe, weil nicht allzuviele Höhenmeter rauf und viele runter haben mich mal wieder veranlasst zu denken – am frühen Nachmittag müsste Schluss sein. Bis zum Abstieg, der nach einem Drittel begann, auch alles okay. Auf dem Weg abwärts verlief der Weg entlang eines Gebirgsflusses. Sehr beeindruckend!

Da begann ganz langsam das Ungemach.  Immer über Wurzeln und felsiges Terrain in stetem Auf und Ab. Bei dem schönen Wetter eigentlich kein Problem,  weil nichts rutscht. Aber, schnell bin ich halt nicht und geistig herausfordernd, weil immer volle Konzentration auf den Weg vonnöten ist. Da musste ich erst mal die innerliche Akzeptanz herstellen und gleich war auch der Spaß wieder da. Es war hauptsächlich Mischwald und bei der Wärme dufteten die Kiefernadeln richtig würzig.

könnte auch bei uns in den Alpen sein
Zu guter Letzt auch noch eine halbe Umrundung des Sees

Eigentlich alles super, weil immer im Halbschatten,  denn tatsächlich wäre das heute in der prallen Sonne schon heiß gewesen, 20 Grad im Schatten hatte es bei meiner Ankunft um 16.30 Uhr.

Aber die Mühsal wurde belohnt. Am Campingplatz wurde ich zuWaffeln mit Moltebeerenmarmelade samt Sahne eingeladen.  Der Hausherr, bestimmt gut über 80 Jahre spielte sogar live auf einer Hammondorgel die auf dem Balkon unterm Dach steht Jazz.

schmeckte genauso köstlich wie es aussieht und das nach 8h Wanderung
der Ausblick auf den See bei der Mahlzeit
genauso malerisch mein Zeltplatz, hier stehe ich im übrigen ganz allein

Sogar während ich meinen Blog schreibe, kann ich noch draußen, warm angezogen in der Sonne sitzen, dank dem lauen Lüftchen ohne Mücken.

Also, ein perfekter Tag!

von Hemavan zum Nordkap

10. Tag 28.7.23

Von der Brücke bei der Rävjallstuga zur Sjnultje

In der Früh wars ein wenig trüb und die ersten 5km durch super feuchten Wald führten steil bergauf.  Meine Beine waren scheinbar schlapp von der gestrigen bergigen Etappe und so schleppte ich mich etwas mühselig aufwärts.  Oben war die Aussicht nicht besonders,  recht eintönig und immer leicht aufwärts. An der Kante zum Abstieg dann wieder eine einmalige Aussicht.

ungefähr 10km weit reicht der Blick
Für so einen zahmen Fluss gibts in Norwegen keine Brücke
Tatsächlich keine Brücke

Heute war mit 27km eine lange Etappe angesagt die ich auch nicht abkürzen konnte.  Der Weg führte durch ein Schutzgebit für Zwerggänse und es ist nur an zwei Stellen erlaubt zu zelten.

leider habe ich den ersten Platz nicht gefunden

Ab dem Schutzgebiet wäre es eigentlich entspannt geworden.  Aber leider machten mir herannahende Gewitter echt Stress. Links und rechts hinter den Bergen donnerte es und die dunklen Wolken kamen rüber ins Tal. Ich bekam Gott sei Dank nur den Regen ab. Kaum war alles vorüber kündigte sich weit voraus und hinter mir die nächsten Unwetter an. Ich konnte mir halt nicht sicher sein was davon bei mir ankommen würde und so legte ich einen Zahn zu.

Wurde letztendlich gar nichts
schaute nicht sehr vertrauenswürdig aus, war aber stabiler als gedacht

Völlig geschafft kam ich am Ziel an. In der Nähe des Sees steht eine  Schutzhütte. Aber natürlich haben sich die dunklen Wolken alle im Laufe des Abends verzogen. Die Hütte ist Gold wert, denn in dem Seenreichen Gebiet wimmelt es von Mücken und so war kochen und essen doch noch entspannt im Häuschen möglich. Nachspeise gabs auch noch, die ersten Moltebeeren sind reif.

der Blick auf den See

Inzwischen haben sich noch vier weitere Zelter eingefunden. Für das, das ich seit zwei Tagen nur 4 Leute getroffen habe, ist also richtig was los.