von Hemavan zum Nordkap

40. Tag 27.8.23

Vom Reisatal bis zum Berg Gaskkascohkka

Ein paar Eindrücke des Flusstals, einfach schön und für mich auch ein bisschen unglaublich eine sehr ähnliche Vegetation wie in Süddeutschland, im hohen Norden vorzufinden und das noch in dieser Üppigkeit.

Wasserfall Mollisfossen, die Felsen sind 450 Meter hoch, das ermöglicht eine Vorstellung der gewaltigen Dimensionen, der obere Teil liegt leider im Dunst

Da die Berge so hoch sind, erreicht die Sonne spät den Grund, wunderschöne Lichtspiele der Sonnenstrahlen.

Nach insgesamt 30km (heute nur 17 km, der Rest gestern) den Weg bahnend auf schmalsten Pfaden, oft hoch über dem Fluss, dann haarscharf am Ufer entlang, balancierend über Felsen erreiche ich die Nedrefoshytta. Dort sehe die einzigen 2 Menschen und ihren Hund am heutigen Tag. Ich mache Mittag und dann gehts über die Hängebrücke und nachdem gegenüber nur eine Felswand ist, kostet es mich einige Überwindung auf dem rutschigen zerbröselnden Felsenschotter, entlang zu gehen. In diesem Fall, habe ich immer laut vor mich hin gesagt: „Ich hasse es…“. Irgendwie hat mir das geholfen, nicht an die Angst vorm Fallen zu denken, solche Stellen sind einfach nichts für mich. Eine Alternative gibts nicht, also muss ich da durch. Später gab es nochmal so eine längere Stelle, aber die hatte eine Seilsicherung und nach unten waren Bäume da ist für mich schon deutlich leichter zu bewältigen.

Ich habe jetzt Hängebrücken in drei Ländern erlebt. Eindeutiges Fazit, die Norweger haben die geringsten Sicherheitsanforderungen, manche sind grenzwertig in der Überschreitung
längst nicht mehr so steil abfallend, trotzdem bin ich froh um das Seil, die Verankerungen sind im übrigen nicht mehr fest

Tatsächlich genieße ich den sanften Aufstieg auf das Fjäll und ein strahlend blauer Himmel begleitet mich durch den Tag.

Abends finde ich an einem kleinen Fluss, eigentlich mitten im Feuchtgebiet, eine trockenes Plätzchen für das Zelt und nehme ein Bad im eiskalten Nass. Langsam werde ich immer besser im Karten lesen, denn diese Stelle hatte ich im Vorfeld als möglichen Übernachtungsplatz in Erwägung gezogen. Bin dann doch überrascht wenn es so kommt.

von Hemavan zum Nordkap

39. Tag 26.8.23

Bis 4,5 km flussaufwärts nach Sieimma

Heute steht ein Abstieg auf 100 Meter über Meereshöhe in das Reisatal an. Ich glaube so weit unten war ich noch überhaupt nicht. Teilweise war es eine zähe Angelegenheit, weil es sehr steil war. Zwischendurch komme ich am ersten Wasserfall , dem Sarafossen, vorbei. Das Tal ist geprägt von gigantischen Wasserfällen, steilen Felswänden und einem Fluss der jede Freiheit hat. Eigentlich führt der Weg jetzt nach Südosten. Nicht grad die richtige Richtung. Aber dieser Schlenker durch den Reisa Nationalpark ist es auf jeden Fall wert.

letzte Fernsicht
der Einschnitt des Reisatals ist schon zu erkennen
Sarafossen

Am Grund des Tals bewege ich mich praktisch in einem Urwald. Durch die Enge des Tals herrscht hohe Luftfeuchtigkeit und die Pflanzen werden riesig.

die Farne sind so hochgewachsen wie ich.
Himbeeren im Überfluss ich glaube ich habe ein Kilo gegessen

Die Preiselbeeren sind auch reif.

Ein schmaler Pfad schlängelt sich entlang des Ufers. Die Regenjacke muss ich wegen der Feuchtigkeit anlassen. Es ist gar nicht so leicht einen Zeltplatz zu finden, wegder riesigen Pflanzen. Ich will die Tage bis Kautokeino etwa gleich lang wandern, das heißt etwa 23km. Die angegebenen Hütten sind alle nicht frei zugänglich und müssten vorher gebucht werden. Netz hats hier natürlich nirgends. Außerdem sind sie für mich zu weit auseinander.

verständlich das die nicht frei zugänglich ist
Wasserfall Cissaldat

Unter den Bäumen, weit genug weg von den steilen Felswänden, an dessen Füßen sich immer riesige Geröllhalden befinden, findet sich dann doch ein Plätzchen.