von Hemavan zum Nordkap

55. Tag 11.9.23

Bis 3km nach der Stohpojohka Hütte

Ich hatte ja bevor ich aufbrach,  uwei Wünsche. Einmal einen Sternenhimmel ohne künstlichen Lichteinfall und das Nordlicht sehen. Ab September ist beides möglich, aber ich stehe seit zwei Wochen immer gegen Mitternacht auf, aber meistens ist der Himmel bedeckt.

Heute Nacht aber, hatte ich zumindest mit dem Nordlicht, Glück. Erst zeigten sich weiße Schlieren die dann allmählich grün wurden.  Auf dem Foto ist es nur schwach zu sehen, etwas mehr Intensität hatte es in Wirklichkeit. Es war, wie mir heute vom Norweger den ich gestern schon getroffen hatte, gesagt wurde eher ein schwaches Nordlicht. Aber für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen,  ich habe schon gar nicht mehr geglaubt,  dass ich es noch sehen werde. Der Sternenhimmel war auch beeindruckend, aber es standen zwei Häuser mit voller Außenbeleuchtung in der Nähe, sodass sicher nicht die ganze Pracht zu sehen war.

Im Hintergrund der Olderfjord

Ansonsten ein angenehmer Tag,  wenig Wind, kein Regen bis jetzt und angenehme Temperaturen weil ab und zu die Sonne schien. Weite Ausblicke mit denen ich nach Aufstiegen belohnt wurde. Die Fernsicht war phänomenal.

ein breites Exemplar zum queren

Aber seit Tagen laufe ich in nassen Socken und Schuhen, da kümmert es mich schon nicht mehr. Wenn er nicht tief ist, ist es mir egal.

Eigentlich war geplant in der Stohpojohkahütte zu übernachten. Es wäre schön gewesen den Ofen einzuheizen und wenigstens die Socken trocken und Schuhe annähernd trocken zu kriegen.  Aber die Hütte war innen dermaßen verdreckt, da wollte ich nicht bleiben.  Also, bin ich noch 3km weiter zu einem annehmbaren Platz zum zelten gegangen.

sehr karg schaut es hier aus

Bäume wachsen hier jetzt keine mehr und die Temperaturen werden nachts merklich kühler. Bis jetzt hält mich noch alles warm, wenn ich auch inzwischen mit Mütze schlafe und mich komplett im Schlafsack verkrieche.

von Hemavan zum Nordkap

54. Tag 10.9.23

Bis Hattir Ost an der E6

Morgens stelle ich fest, meine Socken haben ein kleines Loch. 4000km haben sie durchgehalten und das oft bei widrigszen Bedingungen. Mrhr kann man nicht verlangen, darum gibt es ein Bild dazu. Geflickt wird übrigens mit Zahnseide, die ist für jedes Nähproblem die Lösung für den Wanderer.

Darn Tough, unübertroffen und absolut empfehlenswert

2x NPL Hongkong und Norweger

Morgenstimmung beim Aufstehen, bevor der Regen kam

Grundsätzlich stellen die Wege in der Finnmark keine technischen Schwierigkeit bereit. Aber da der Boden wrich oder nass und weich ist, ist er auf Dauer kräftezehrend. Heute noch mit starkem Wind, sodas es großer Anstrengungen bedarf um überhaupt gerade stehen zu können. Ihr merkt, es ging an meine Substanz.

Aber mittags war es erst mal mit dem Regen vorbei.

Dann trat der absolut unwahrscheinliche Fall ein, ich holte einen Wanderer aus Hongkong ein, der NPL läuft und zwei Stunden später überholt mich ein Norweger der das Gleiche macht. Beide wollen heute nach Olderfjord gehen, sie brauchen Essen.

Steil und rutschig, weil alles nass ist

Bei dem stürmischen Wind auch gar nicht so leicht zu bewältigen.

5km durch dieses Gestrüpp

Also jeden Tag neue Herausforderungen, es wäre ja sonst langweilig.