von Hemavan zum Nordkap

57. Tag 13.9.23

bis 5km hinter den Nordkaptunnel

In der Früh um kurz nach sechs bin ich los. Kein Regen und wenig Wind, was will ich nach dem gestrigen Tag mehr.

Rückblick auf die Übernachtungshütte, dem Retter in der Not

Schwungvoll ging es durch den Tag der bis ich das Zelt aufgebaut hatte auch trocken blieb.

Der Kobbelfjord, immer auf der rechten Seite entlang verlief der Weg
Treibgut, da liegt jetzt etliches an Plastkmüll

Wenn ich die Bilder so anschaue schwingt immer ein wenig Enttäuschung mit. In Wirklichkeit waren es unglaubliche Ausblicke.

Bestimmt doppelt so schwer wie die normalen Rentierbullen

Er hat mir dann gezeigt wer Chef auf diesem Hang ist. Normalerweise nehmen die Rentiere immer sofort Reißaus wenn Menschen sich nähern. Er kam mir immer näher. Anfangs war ich auch noch nicht besorgt, deshalb auch die Fotos.

Aber als er mir quasi den Weg verstellte und noch den Kopf senkte, beschloss ich mich erst mal wieder den Hang runter zu begeben. In einem großen Bogen bin ich dann um ihn herum den Berg aufgestiegen. Er war, scheint es, zufrieden, denn er verfolgte mich nicht weiter.

Unten links kann man den Eingang zum Tunnel erkennen. Der Abstieg war dann super steil.

Ich war irgendwann ab Mittag dermaßen im Flow das die 25km kein Drama waren. Obwohl echt steile Anstiege dabei waren und normalerweise wäre ich da schon geschafft gewesen.

Die letzte Flußquerung links auf der Höhe entlang verlief der Weg

Ich hatte beschlossen nicht durch den Tunnel zu gehen und nach dem ich um 15.30 Uhr da war habe ich mal den Daumen rausgehalten. Als erste fuhr ein Bus mit der Aufschrift Nordkaptour vorbei und der hielt gleich. Eine ältere Busfahrerin fragte mich ob ich durch den Tunnel wollte und sie nahm mich tatsächlich gleich mit. Der Bus war leer und sie meinte es sei schon echt gefährlich durch den Tunnel zu laufen. Er hat zwar schmale Gehsteige links und rechts, aber als ich gesehen habe wie es da drinnen ausschaut war ich doch froh um die Entscheidung. Sie ließ mich dann sogar noch die 5km Straße mitfahren, bis zu meinem Abzweig in die Berge. Ich habe also wirklich viel Glück gehabt.

Jetzt steht mein Zelt ca 1km von der Straße entfernt am Fuße des nächsten Berges. Da sind es morgen nur 14km bis zu einem Zeltplatz, denn ich will endlich mal wieder duschen und Wäsche waschen. Am Freitag soll schönes Wetter werden, da werde ich dann, wenn alles gut geht, am Ziel ankommen.

von Hemavan zum Nordkap

56. Tag 12.9.23

bis zur Vadancohkahütte

In der Früh gabs noch stimmungsvollen Sonnenaufgang bei kühlem Wetter.

Steiniger Untergrund entlang der Bergkette, über die musste ich später drüber

die erste Bergkette ist überwunden und die nächste in Sicht

Jede Menge Rentierzäune waren zu überwinden, leider immer ohne Tor. Das bedeutet entweder drüber oder unten durch klettern, oder zwischen den Drähten durchzwängen.

Nachdem ich über die erste Bergkette war, begann der Sturm und Regen. Absolut ungemütlich und wirklich kalt. Ich hatte praktisch alles an was nicht für die Nacht gedacht war. Die ganze Zeit gings auf den Bergrücken auf etwa 450 Meter Höhe dahin. Das sind zu dem Zeitpunkt die höchsten Berge. Einmal war etwas Windschatten da und ich konnte mich mit einem Becher Kaffee aufwärmen. Da riss sogar mal die Dunstdecke auf und ich konnte erahnen was das für tolle Aussichten gewesen wären.

Ansonsten sah es so aus

Völlig ausgekühlt und auch fast am Ende meiner Kräfte erreichte ich die Vadankohkahütte. Grundfläche denke ich 2x2m. Normalerweise wäre ich da nicht geblieben, aber bei dieser Wetterlage war ich einfach nur froh um das Haus.

Späzer traf auch Didion aus Hongkong ein, den ich zwei Tage zuvor schon mal getroffen hatte.

Er ist ja mit 6kg Gesamtgewicht unterwegs und er war richtig durchweicht und durchgefroren. Die Hütte war ziemlich winddicht aber ohne Heizung. Ich hatte mich inzwischen mit der warmen Mahlzeit wieder etwas erholt, aber er ist ohne Kocher unterwegs und wollte auch den angebotenen warmen Kakao nicht annehmen. So spartanisch möchte und könnte ich nicht unterwegs sein.

Die Kleidung trocknete ohne Heizung kein bisschen, aber mit den trockenen Sachen, tief verkrochen in unseren Schlafsäcken hatten wir trotzdem noch einen unterhaltsamen Abend. Er wurde von mir vorgewarnt, daß ich früh aufstehen werde. Ich wollte die 25km bis zum Nordkaptunnel bis zum Nachmittag schaffen und schauen ob ich noch per Anhalter durchkäme. Er wollte noch bis Mittag in der Hütte bleiben, da die Wettervorhersage für Vormittag noch Regen ankündigte.

So einen Tag hätte es jetzt nicht auch noch gebraucht, noch dazu war eigentlich trockenes Wetter vorhergesagt worden. Aber auch das ist geschafft.