Von Lillehammer über Trondheim nach Bergen

1.-3. Tag 26.6. – 28.6.Anreise vom Chiemsee bis nach Lillehammer

Ich kann nur sagen, ein Abenteuer und nicht nur wegen der deutschen Bahn die ihren Ruf ja schon ruiniert hat, die Schwedische hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Nur bei der Norwegischen und Dänischen kann ich nicht meckern.

Los gings schon 6 Tage vorher mit der Mitteilung, dass der Zug von München nach Hamburg 45 Minuten früher fährt. Eigentlich ja toll  so weit im voraus Bescheid zu bekommen. Da der Zug jetzt schon um 5.30 Uhr los wollte, war der Vorschlag  ich  sollte den Zug bis nach München schon um Mitternacht nehmen, bedeutet halt fast 5h warten am Bahnhof in München und das um die Zeit, was natürlich indiskutabel war. Zum Glück wohnen Söhne von uns dort, sodass ich also schon zu annehmbarer Zeit am Abend vorher aufgebrochen bin und ein Bett für die Nacht hatte und noch dazu kulinarisch verwöhnt wurde.

Witzigerweise hatte der Zug in der Früh nach Hamburg dann 30 Minuten Verspätung, die aber bis Hamburg wieder aufgeholt wurden. Ich hatte also genug Zeit in den Zug nach Kopenhagen umzusteigen, alles klappte vorbildlich mit der dänischen Bahn. Nachdem der letzte Umstieg in Kopenhagen problemlos geschafft war,  war ich echt entspannt und habe mich in ein Buch vertieft.  So habe ich nicht gleich die Durchsage mitgekriegt, dass der Zug in Malmö Endstation macht.

Na ja, war noch nicht dramatisch 1h später sollte von dort wieder ein Zug Richtung Göteborg starten. Der Bahnsteig füllte sich, denn jetzt waren ja schon Passagiere für zwei Züge da.

Auf der Anzeigetafel rutschte die geplante Ankunft allerdings immer weiter nach hinten bis sie plötzlich verschwand.

Keine Durchsagen, keine Ansprechpartner, kennen wir eigentlich nur von der DB.

Ich war immer noch einigermaßen entspannt es sollte 1h später noch ein Zug , allerdings dann der Letzte für den Tag, starten.

Jetzt musste ich allerdings meine Unterkunft überreden den Check in bis 0.30 Uhr besetzt zu lassen, hat auch geklappt.

Ja und dann standen ja langsam für 3 Züge die Leute am Bahnsteig, einige haben dann aufgegeben und den Rest könnt ihr euch denken.  Die Stimmung wurde leicht angespannt.  Gestresdte Eltern mit ihren kleinen Kindern. Auf dem Gleis standen dann schon mehrere Züge hintereinander,  einsteigen durfte da allerdings niemand.  Es wurde also langsam klar,  hier ist was größeres auf der Strecke los. Plötzlich fahren am Nachbargleis zwei Züge ein und ein Schaffner schreit , alle die nach Göteborg wollen,  sollen einsteigen.  Leicht chaotische Situation,  aber wir fanden Platz. Die Züge fuhren los, an der ersten Haltestelle stiegen einige Leute aus, aber eigentlich nicht viele.  Nach zwei weiteren Haltestellen kamen mir die angezeigten Orte doch etwas unbekannt vor und ich erkundigte mich bei meinen Mitfahrern. Es stellte sich dann raus, das das zwei reguläre Linienzüge in für mich falsche Richtung waren.  Ich hätte bei der ersten Haltestelle aussteigen müssen. Jetzt war klar, ich musste wieder zurück und dort eine Unterkunft suchen denn weiter gings für den Tag nicht mehr.  Ich habe gelernt,  die Schweden halten von ihrem Bahnunternehmen auch nicht mehr als wir Deutschen von unserer Bundesbahn,  allgemeines Schimpfen was für ein Durcheinander das oft ist.

Der nächste Zug zurück wurde dann auch noch storniert und so langsam war ich dann echt geschafft.

Zum Glück habe ich eine nette Übernachtungsmöglichkeit gefunden, dem Internet sei Dank. Wenigstens das hat funktioniert. Um kurz vor Mitternacht war ich dann im Bett, 19h Fahr – und Wartezeit.

Heute morgen dann wieder früh aufstehen, denn ich musste ja noch nach Göteborg.  Die Züge über Oslo nach Lillehammer waren ja  auch schon  länger gebucht.

Aber heute hat alles geklappt.  Ich habe mir dann ein Hostel gegönnt, damit ich endlich nach zwei kurzen Nächten mal wieder länger schlafen kann.

Ein Bummel durch die Altstadt war auch noch drin. Jetzt habe ich mir noch ein paar frische Lebensmittel gegönnt und in netter Gesellschaft geschlemmt. Morgen wandere ich dann endlich los.

Ein paar Bilder noch von der Lillehammer Altstadt.

Das Kunstmuseum
Von allen Seiten

Jetzt bin ich erst mal versorgt mit den Unwägbarkeiten und hoffe das die nächsten  Tage Entspannung bringen.

Das Wetter soll trocken und warm werden, was will ich mehr.

von Hemavan zum Nordkap

60. Tag 16.9.23

Einen Tag Hurtigruten gönne ich mir noch. Ich wollte Norwegen nicht verlassen ohne noch etwas von der Küste gesehen zu haben. So bin ich gestern mit dem Bus vom Nordkapp nach Storbukt auf einer spektakulären Passstraße entlang der Küste gefahren. Heute morgen um sechs war Abfahrt in Honningsvag. Man kriegt ja beim Buchen keinerlei Angaben wo man sich einzufinden hat, nur das man am besten 20 Minuten vor Abfahrt da sein soll. Über Google ist dann ja leicht rauszufinden wo die Hurtigruten ablegen. Zu sehen ist das nirgends nur das das ein Schiffsanlegeplatz da ist. Kein Gebäude oder Schriftzug… In vielerlei Hinsicht sind sie echt lässig, die Norweger. Bei allerschönstem Wetter starte ich. Auch drinnen alles unkompliziert. Die Gangway rauf ( keiner frägt irgendwas), drinnen ein kleiner Tresen, dort gibt man seinen Namen an, ohne Ausweis versteht sich und schon hat man sein Plastikkärtchen und kann sich frei auf dem Schiff bewegen und niemand interessiert sich mehr für einen. Ab Hammerfest bewölkt es sich zusehends und auch der Seegang wird spürbar. Meine Fahrt geht bis Mitternacht nach Tromsö und morgen mit Flugzeug und Bahn nach Hause. Die Deutschen sind auf jeden Fall eine relevante Reisegruppe, die Sprachen für die Durchsagen werden auf norwegisch, englisch und deutsch durchgeführt.

MS Wirth
der Panoramaraum
Hammerfest
Øksfjord

Ja und so endet mein Abenteuer Nordkapp auf dem europäischen Fernwanderweg E1. Norwegen wird mich wohl wiedersehen, einfach ein phantastisches Land mit ebensolcher Landschaft. Solange es mir gesundheitlich noch möglich ist, solch anspruchsvolle Wege zu schaffen.

Ankommen im Alltag nach so langen Auszeiten ist immer schwer. Ist einfach ein Zwiespalt zwischen der Freude Familie und Freunde wieder um sich zu haben und eigentlich niemandem so richtig verständlich machen zu können was man erlebt hat- da fehlen einfach die Worte.

Für mich ist die Sehnsucht nach langen Wanderungen wohl auch zur Sucht geworden. Für diejenigen die von diesem „Virus“ nicht befallen sind, ist es schwer nachvollziehbar.

Bedanken möchte ich mich bei allen die mich begleitet haben, auf welche Weise auch immer. Rückmeldungen sind das Rückrat. Zu wissen das andere an einen denken, mitfiebern und mitleiden gibt Kraft und Energie. Das Wissen zu Hause wartet jemand macht das Fortgehen erst möglich.

Mal schauen was kommt und wie immer gilt

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