Von Lillehammer über Trondheim nach Bergen

7. Tag 2.7. von … bis Hundorp

Heute morgen wecken mich die Vögel und kein Verkehrslärm. Die Mücken sind  noch nicht wach, sodass ich recht entspannt frühstücken kann. 

Als erstes komme ich zu einer der ältesten der noch 28 existierenden Stabkirchen Norwegens in der Nähe von Ringebu. Ein Teil der Kirche stammt noch aus dem 13. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der ein oder andere Teil ergänzt.  Ich war so früh da, das ich noch 45 Minuten Warzezeit überbrücken musste. Aber so konnte ich in aller  Ruhe das Atmosphäre rundherum genießen,  denn pünktlich zur Öffnung stand auch schon der erste Reisebus mit Deutschen vor der Tür. Sie hatten scheinbar einen straffen Zeitplan,  denn nach einer Viertelstunde waren sie auch schon wieder weg. Schön für mich, denn jetzt hatte ich die Kirche eine Zeitlang für mich allein.  Für Pilger ist der Eintritt auch noch kostenfrei, auch schön.

Alte Grabsteine die es wert sind aufgehoben zu werden
Die hier werden entsorgt

Der eigentliche Ort Ringebu liegt 4km entfernt und da gab es tatsächlich ein kleines Café. Da gehe ich natürlich nicht vorbei und so gabs die erste Zimtschnecke auf dieser Wanderung bestimmt 300gr schwer.  Da war ich erst mal satt.

Das haben die Zentren der Umgebung so an sich, sie liegen im Tal. Erst geht es steil abwärts und mit vollem Magen natürlich schwer aufwärts und dann  wieder den Hang entlang.  Das verschafft immer wieder herrliche Ausblicke.

diesen Ausblick könnte es so auch in Österreich geben

Abwechslungsreiche Wege waren heute angesagt.

die Markierung ist wirklich aufwändig gestaltet
der Anfang des Wasserfalls
Tiefe Klamm

Kurz danach verschwindet die E6, die komplett Norwegen von Süd nach Nord durchzieht, in einem Tunnel und beinahe himmlische Ruhe kehrt ein. Denn das ist der Wermutstropfen im Gudbrandsdal. Der Verkehrslärm ist teilweise beträchtlich und begleitet einen fast immer,  im besten Fall nur als Hintergrundrauschen.

Das hats zum Schluss auch noch für den letzten Kilometer gebraucht. Da dies die einzige Straße auf dieser Flußseite ist, war schon mehr los als sonst.

In Hundorp gibts ein Pilgerzentrum. Dort traf ich wieder auf drei Herren die mir schon am ersten Tag begegnet sind. Bei einer Tasse Kaffee erzählten sie mir dann, das zwei von ihnen in Traunstein groß geworden sind und jetzt in Miesbach leben. So klein ist die Welt manchmal.

Ein Engländer der jetzt in Alicante lebt, trudelte auch noch ein. Er ist in Trondheim gestartet und möchte auf Pilgerwegen durch Dänemark, Deutschland, Belgien und Frankreich bis Santiago gehen.  Da wird er noch eine Zeitlang unterwegs sein.

Am Schluss habe ich noch einen Tipp für einen schönen Platz zum zelten erhalten und so bin ich am Ufer des Lagen gelandet. Das ist der Fluss der durch das Gudbrandsdal fließt. Inzwischen bläst ein kräftiger Wind,  der hat dann auch die Mücken vertrieben und ich kann gemütlich am Ufer sitzen.

So klingt ein ein abwechslungsreicher Tag entspannt aus.

Von Lillehammer über Trondheim nach Bergen

6. Tag 1.7. Von Mageli Camping bis 4km hinter Fåvang

Die Anzahl der Bilder sagt beinahe schon alles.

Der Morgen begann schon mit Regen,  was ja eigentlich nicht dramatisch ist. Beim Frühstücken habe ich  dann meinen Löffel nicht mehr gefunden und das ist schon eine mittlere Katastrophe. Abgesehen davon das er ein Geschenk und jetzt schon mehrere 1000km mit mir unterwegs war, ist er mein einziges Besteck und mein Herz hängt irgendwie dran. Sonst habe ich nur noch ein Taschenmesser dabei .

Ich bin ja nicht viel unterwegs gewesen auf dem Campingplatz aber er war nicht mehr aufzufinden. An der  Rezeption habe ich von meinem Missgeschick berichtet und wollte fürs Frühstück leihweise einen Löffel.  Ja und das sind halt die netten herzerwärmenden Gesten die einem als Wanderer wiederfahren, ich bekam einen geschenkt.

Zusammenpacken bei Regen ohne das was naß wird, ist mir inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen das klappt ohne Probleme.

Nach 2h kam auch die Sonne zum Vorschein, was positiv war. Aber heute war praktisch nur Teerstraße angesagt, gefühlt fast nur bergauf. Der Vorteil in Norwegen,  es fahren nicht viele Autos, gefühlt kam alle 10 Minuten eins. Aber Spaß machts nicht wirklich.

Wenn dann eine Bank mit schöner Aussicht am Straßenrand auftaucht,  ist das Glück schon wieder eingekehrt

Nach Fårgang, dann endlich wieder ein Waldweg und Wasser zum Nachfüllen.  So habe ich mir bei erstbester Gelegenheit im Wald ein fast ebenes Plätzchen gesucht und bei beginnendem Regen alles flott aufgebaut. Etwas Muskelkater meldet sich, was am dritten  Tag auch normal ist und so sind nur 20km zusammen gekommen.

Inzwischen hats aufgehört, dafür kann ich trotzdem nicht vor die „Tür“ gehen, die Mücken haben Hunger.

Zwei Aussichten

Das wars mit den heutigen Fotos und auch wenn nicht alles rund gelaufen ist,  ich bin guter Dinge und morgen ist wieder ein neuer Tag.

Nur dem Löffel werde ich noch einige Tage nachtrauern.