von Tarifa nach ...

9. Tag 17.2.25 von Nähe Villaluenga del Rosario bis kurz nach Montejaque

Ein abwechslungsreicher Tag. In dem engen Tal herrschte eine so hohe Luftfeuchtigkeit, dass mein Zelt heute Morgen innen und außen pitschnass war. Selten habe ich es bis jetzt erlebt, dass mein Schlafsack leicht feucht war in der Früh. Die Kleidung packe ich vorsichtshalber schon immer in den Rucksack, so war die wenigstens trocken. Ein völlig nasses Zelt wiegt gerne mal doppelt soviel wie trocken. Das ist dann beim Start deutlich zu merken. Nach 2 km kam ich schon in Villaluenga del Rosario an. Es fällt auf, dass die kleinen Orte blitzblank geputzt und die Häuser alle ausnahmslos schön hergerichtet sind. Die Straßen und engen Gassen sind aufwändig gepflastert. Und es liegt keinerlei Abfall auf dem Boden. Auch dieser Ort gehört zu den so genannten weißen Dörfern Andalusiens und klebt förmlich an den Abhängen einer Felsenkette. Hiesehe ich auch zum ersten Mal eine Stierkampfarena. Diese weist die Besonderheit auf, dass sie nicht in eine runde Form gebaut ist, sondern ein ovale Fläche besitzt.

Stierkampfarena
Arena von außen
Die kommende Bergkette ist schon zu sehen
Blick zurück auf Villaluenga

Danach kam ich in die Sierra de Grazamela. Es ging hinauf auf 1000 Meter.

Wenn man davor steht, kann man sich gar nicht vorstellen wie man da drüber kommen soll

Eigentlich war der Aufstieg gut zu gehen, ab und etwas rutschig weil alles im Schatten lag, dafür angenehm temperiert. Oben dann eine ausgedehnte Hochebene, die dann auch für viele Kilometer keinen Schatten spendete.

Der Blick zurück
Kaum zu glauben, die Steineiche hat noch grüne Blätter
Abwärts ging’s natürlich auch wieder

Ich habe die paar Kilometer abwärts im leichten Laufschritt hinter mich gebracht, das war für die Füße deutlich angenehmer als wenn auf jedem Schritt das volle Gewicht lastet.

So, das war’s für heute. Morgen folgt noch der Bericht über den Rest der Etappe. Denn morgen werde ich nur noch 10km bis Ronda gehen und quasi einen halben Ruhetag einlegen. Es gibt dort soviel zu sehen, dass ich das ohne Rucksack machen will. Körperpflege und Wäsche waschen sind auch dringend notwendig

von Tarifa nach ...

8. Tag 16.2.25 von Calderon nach Villaluenga

Etwa 2km davor. Heute Nacht blies ein stürmischer Wind und die Baumwipfel der Korkeichen über mir rauschten bedrohlich. Mein Zelt stand völlig windgeschützt, trotzdem war ich einfach unruhiger. Heute Morgen hat es dann das erste Mal richtig gut geklappt mit dem frühen Aufstehen. Etwas ungewohnt ist es schon mit Stirnlampe die ersten Vorbereitungen für das Frühstück zu treffen. Laut der Wetter App hat es nachts zwischen 6 und 7°. Da krieche ich dann nicht so leicht aus dem kuscheligen Schlafsack. Tatsächlich habe ich bis jetzt keine Frühstücksflocken im Supermarkt gefunden und so gibt es bei mir jetzt auch spanisches Frühstück, nämlich leichtes Weißbrot mit Schinken oder mit einem Stück Käse. So richtig satt macht es mich nicht, aber es ist besser als nichts. Der Kaffee fehlt natürlich nicht und so bin ich schwungvoll in den Tag gestartet. Erst mal noch in den Bergen und später auf der Passstraße hinunter nach Unbrique.

Der morgendliche Dunst, da wirkt alles etwas mystisch
der hintere Ort ist Ubrique

Also erst mal runter und hinter dem Ort wieder hoch

Die ersten 3km musste ich mir die Straße mit Rennradlern teilen, das war kein Problem. Aber wie bei uns daheim auch an einem Sonntagmorgen düsen auch Motorräder hinauf und die fahren die Kurven bekanntlich nicht aus. Ich war also wirklich froh für die restlichen 10km dann wieder einen Wanderpfad benutzen zu können.

Jede MengeLeute sitzen Mittags in der Fußgängerzone, fast imm mit alkoholischen Getränken vor sich
Alles steile Straßen, die alten Leute tun sich sichtlich schwer
Reste römischer Besiedlung
Römerweg in den 3km entfernt liegenden Nachbarort, gemütlich ist das nicht, volle Konzentration ist angesagt

Wenn ich unterwegs bin, weiß ich oft maximal das Datum aber nicht welcher Wochentag ist. Geplant war heut wieder ein Einkauf für die heutige und morgige Verpflegung. Ich komme erst morgen Abend wieder zu einem Supermarkt. Erst im Ort wurde mir bewusst, dass heute Sonntag ist, denn die ersten Supermärkte waren alle geschlossen, aber auch in Spanien ist es scheinbar erlaubt, am Sonntag zu öffnen und das nehmen wohl immer die kleinen Familienbetriebe in Anspruch. Ich habe also noch einen winzigenSupermarkt gefunden, in dem ich alles nötige besorgen konnte. So habe ich mich wieder schwer bepackt mit 4 l Getränken und Essen für zwei Tage den Berg hinaufgeschleppt. Da bewege ich mich schon deutlich schwerfälliger wenn der Rucksack fünf Kilo schwerer ist. Bei meinem Planungen bevor ich diese Wanderung angetreten habe, war mir schon klar, dass die Flüssigkeit das größte Problem werden wird. Ich bin froh, dass es noch nicht so warm ist, so dass 3 l am Tag auch reichen. Ich habe es dieses Mal geschafft das Gewicht meines Rucksacks, um zweieinhalb Kilo zu verringern, das reine Gewicht ohne Nahrung beträgt 8,5kg, leichter wird es nicht.

der Nachbarort
das sollte wohl mal ein Hotel werden, wird jetzt von einem Pferd bewohnt
Endlich oben
Zelten im Tal, links und rechts ragen die Felswände empor
Mein Abendessen mit frischem Thymian, wächst vor der Haustür
Ein Abendrot gibt es auch noch