E1 von Göteborg zum Nordkap

96. Tag 1.8.22 von der Sauvashytta zur Kvitsteindalstunet

Heute morgen der Blick aus dem Fenster

Heidi und ich haben beschlossen die nächsten Abende immer in der gleichen Hütte zu verbringen. Den Wandertag genießt jede für sich. Wir wollten einigermaßen früh los, da ab Mittag Gewitter angesagt waren.

Drei Schneefelder waren zu überwinden. Bei dem hier bin ich auf dem Hosenboden runtergeruscht, da es mir zum Gehen zu steil war. Erst von unten war der Abriss zu sehen, aber ich war an anderer Stelle unterwegs gewesen. Glück gehabt!

Anfangs war zwar kräftiger Wind aber noch freundlicher Himmel. Der zog sich aber immer mehr zu.

Das gleiche war zur Strecke zu sagen. Anfangs noch auf Wegen über das Fjell dann hinunter ins Tal durch weglosen Sumpf und Matsch. Das ist dann die Schattenseite. Ich war allerdings nicht schnell genug das Gewitter kündigte sich geräuschvoll an. Zum Glück weiter westlich, sodass ich nur etwas Regen abbekam. Aber natürlich blieb mir der erhalten und mein Schritt wurde schneller und schneller. Der Matsch bergab der zu einigen Rutschpartien führte tat da sein Übriges dazu. Die Laune sank beträchtlich.

Dann kam die Hütte in Sicht, ein Traum. Vor der Hütte noch ein Schwede der auf dem Heimweg war und uns noch Tagliatelle und eine Rolle Kekse und eine Tafel Schokolade schenkte.

Also gleich mal Wasser holen, einheizen, Kleider ausziehen und zum Trocknen aufhängen. Den Dreck und Schweiß abwaschen und umziehen und gleich kochen. Ich habe bei meinen vorbereitenten Essen auch Soßen und Heidi hatte noch geriebenen Käse, quasi ein Festmahl. Danach heißen Kakao und Plätzchen. Gute Gespräche und dem jetzt richtig niederprasselnden Regen durch die Panoramafenster zuschauen.

Die Hütte ist wohl vor fünf Jahren renoviert worden und könnte auch als Wohnhaus durchgehen. Ist schon toll was hier auf Ehrenamtsbasis geleistet wird und auf Vertrauensbasis genutzt werden kann.

E1 von Göteborg zum Nordkap

94. Tag 30.7.22 Umbukta

Ruhetag

Heute gönne ich mir mal wieder einen Ruhetag und liege bei Sonnenschein auf der Hauseigenen Wiese. Podcasts hören, schlafen und den Rest der Wäsche waschen. Im knapp 4km entfernten Schweden steht am Wochenende ein Bus mit Lebensmittelverkauf. Ich frage die Wirtsleute ob sie ein Fahrrad haben damit ich dahin fahren kann, gehen will ich heute einfach nicht. Sofort wird mir angeboten mich mit dem Auto hin -und zurückzubringen und das Angebot nehme ich gerne an. Eine halbe Stunde und alles ist erledigt.

Meine normalen Mahlzeiten habe ich ja mit dem Paket erhalten, aber etwas Süßes, Kakaopulver für den abendlichen Tagesabschlusstrunk und Nüsse das fehlte mir. Essen ist wirklich eine bestimmende Angelegenheit geworden. Hunger habe ich jetzt immer. So viel Fett wie vor der Tour habe ich jetzt nicht mehr auf den Rippen und es ist wichtig genug Kalorien zuzuführen, sonst bedient sich der Körper an der Muskelmasse und das muss ich unbedingt vermeiden.

Abends kommt noch Heidi aus der Schweiz genauso geschafft an wie ich gestern. Sie wandert seit Mai nordwärts und wird Ende August aufhören. Wir unterhalten uns noch länger auf der Hausbank in der Sonne. Wir beschließen die nächsten zwei Abende immer in der gleichen Hütte zu verbringen und dann sehen wir weiter.

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93. Tag 29.7.22 von der Gressvashytta nach Umbukta

Heute ein Sonnentag und nur leichter Wind. Deshalb kann ich ohne meine Regenjacke laufen. Das ist jetzt schon mehr als 4 Wochen her das ich so einen schönen Tag hatte. In der Früh sah es noch nicht danach aus, aber im Laufe des Vormittags war es endlich so weit. Schon ein unglaubliches Hochgefühl macht sich breit und mit Elan laufe ich den ganzen Tag. Das ist auch dringend nötig. Eine lange Etappe mit 29km bei schweren Bedingungen steht an. Leider ließen sich die Längen der letzten Tage nicht anders einteilen, sodass ich ausnahmsweise mal wieder so weit gehe.

de Blick sus dem Fenster, heute morgen

Als erstes musste ich entlang des Stausees Gresvatnet laufen. Ich war von den zwei Herren vom vorletzten Abend schon vorgewarnt. Klettern, rutschig und nur fußbreite Pfade entlang von steil abfallendem, felsigen Gelände. Mit schweren Rucksack nicht immer leicht und manchmal nur auf allen vieren zu bewältigen. Ein zeitintensives und anstrengendes Vergnügen.

Nach dem Stausee ging es über eine Brücke und wenn man den jetzigen Wasserstand sieht, kann man das Warnschild gar nicht nachvollziehen. Anhand des Gerölls lässt sich schon erahnen was hier zur Schneeschmelze los ist. Rundherum die hohen Berge, da kommt im Ftühsommer schon etwas zusammen deshalb auch der Stausee.

Erstmal raus aus dem Tal und den Berg hinauf. Der Himmel reißt jetzt auf und die gestern immer in den Wolken liegenden Berge sind zu sehen. Das ist auf Handyphotos leider nicht so gut zu erkennen wie gigantisch das wirkt.

Das war der Blick zurück und hier nach vorne

Mittagspause

der Blick nach links
und der nach rechts

Mehr kann man sich nicht wünschen

Um diesen See musste ich auf zwei Seiten vorbei. Das hat den halben Tag in Anspruch genommen. Gefühlt 50 An – und Abstiege, alle sehr steil zehrten an meinen Nerven und Kräften. Aber die Ausblicke sind unbezahlbar und atemberaubend schön.

Ewig auf Felsen gehen, oft nah am Abgrund

Unterwegs traf ich einen Holländer der Norge pa langs seit 15.6. vom Nordkap aus läuft. Auch er war ganz aus dem Häuschen wegen des schönen Wetters. Wir waren uns einig das wir uns körperlich gut auf diese lange Tour vorbereitet hatten , aber die mentale Herausforderung zwar bedacht aber unterschätzt haben. 4 Wochen bei Regen und täglich stundenlanges Gehen durch Matsch und Sumpf verlangen einem alles ab.

Ich hatte ja gehofft das es im Norden mit den Bedingungen leichter wird, aber es schaut nicht danach aus. Da bleibt nur die Hoffnung auf besseres Wetter dann wird das andere auch leichter.

Ich habe mit den Pausen insgesamt 11,5h gebraucht, eindeutig ein zu langer Tag. Gut das ich für morgen einen Ruhetag eingeplant hatte. Den letzten hatte ich vor zwei Wochen.

Wäsche ist bereits gewaschen, so kann ich morgen im Garten liegen und die Sonne genießen und entspannen, denn es gibt noch einen Sonnentag. Ungeahntes Glück, wie sehr ich das vermisst habe.

Ein Essen wurde mir bei Ankunft noch angeboten obwohl die Küche eigentlich schon geschlossen war. Einen Burger mit Pommes und Eis als Nachspeise. Auch das ist Wochen her, dass ich mir so etwas gönnen konnte.

Draußen vor Haustür auf der Bank, in der Sonne sitzend, mit Blick auf den See und das fast ohne Mücken, so klang der Tag aus. Wandererherz was willst du mehr.

E1 von Göteborg zum Nordkap

92. Tag 28.7.22 von  Stekvasselv nach Gressvasshytta

In der Früh das versprochene Wetter. Mit 8°C und wenig Wind bei ganz leicht aufgelockerter Bewölkung begann mein Wandertag um 7.00 Uhr. Der Rucksack war wieder schwer da ich gestern ein Versorgungspaket erhalten habe.  Wie so oft, die Seen liegen im Tal das heißt erst mal ordentlich bergauf gehen. 

Der Blick zurück auf den See Nordbukta an dem mein gestriges Quartier lag
heute nicht in Wolken gehüllt
oder fast nicht

Nachdem der höchste Punkt überwunden war der Blick ins Spjellveltdalen

Entlang der rechten Seite auf halber Höhe verlief der Weg bis Mittags. In der Bildmitte der dunkelgrüne Berg bildet den Talschluss

Ein schöner Weg . Gegenüber mit über 1900 Metern die höchsten Berge der Gegend. Leider meistens verhüllt.

die Bergkette Okstindan
der Gletscher Corneliussens bre

Auch hier gut zu erkennen,  er schmilzt. In der Hütte habe ich einen Bildband zu diesem Tal gefunden.  Vor 20 Jahren waren die grauen Schutthaufen vorne noch mit Eis bedeckt.

Leider war am Talende Schluss mit den Bergwegen und die zweite Hälfte bestehend aus Sumpf und Wasser bestimmte den Weg. Meist leicht bergab dann ging es trotzdem  flott voran.  Wobei die Markierungen teilweise schon in die Jahre gekommen sind.  Die markierten  Baumstämme lagen am Boden und es war schon genaues Hinsehen und Suchen notwendig damit die Richtung stimmte. Wenn es  sumpfig bergauf ging dann ist das schon echt anstrengend.

hier der Test

Natürlich wurden zu diesem Zeitpunkt wieder die nassen Wolken ins Tal geweht. Durch den auffrischenden Wind  fühlte sich das auf der Haut wie feine Nadelstiche an. Danm beschlägt die Brille und mit der Sicht wird es dadurch nicht besser.

Die Bucht rechts  hinten und Berge , da liegt Schweden. Um diese Ecke führt morgen mein Weg. Wenn man auf die Karte schaut, der Grenzverlauf ist hier sehr ungewöhnlich

Die Gressvasshytta liegt an diesem See. Das Haupthaus wird gerade renoviert und erweitert,  aber es gibt eine kleine Nebenhütte mir drei Schlafplätzen. Ich war gegen 15 Uhr da, der Vorteil wenn der Wandertag früh beginnt.

Gleich Ofen eingeheizt, da habe ich langsam Übung. Holz liegt ja immer bereit.  Wasser im nahen Fluss geholt und dann gabs erst mal einen Becher Kaffee und dann die zweite Portion Essen.  Die erste Portion koche ich schon immer gleich in der Früh und esse sie auf zweimal statt Pausenbrot. Ich fülle das Essen immer in den Thermobecher mit Deckel,  der dann im Kocher plaziert wird. Das alles findet mitten im Rucksack seinen Platz. So ist das Ganze immer noch lauwarm wenn ich das esse. Es schmeckt so besset als wenm es kalt ist. Die erste Zeit habe ich das nur mit kaltem Wasser aufgegossen und gegessen aber mit der Zeit findet man noch andere Möglichkeiten.

Später kam noch ein norwegisches Ehepaar zum Aufwärmen und Kaffee trinken.  Da habe ich ein paar Süßigkeiten geschenkt bekommen.  Sie wollten eigentlich den höchsten Berg besteigen,  aber sie waren für die eisigen Verhältnisse nicht richtig ausgerüstet und sind umgekehrt.  Sie übernachten seit gestern in der nur 7km entfernten nächsten Hütte und machten sich um sieben,  nach einem dreistündigen Ratsch auf den Weg. Sie erzählten mir noch das in ihrer Hütte noch drei Deutsche schlafen die mir wohl morgen entgegen kommen werden. Wenn es so lange hell bleibt verschiebt sich vieles auf den Abend.  Das Zeitgefühl verliert sich hier.

ganz kuz mal blauer Himmel am Hausberg
Blick aus dem Fenster
E1 von Göteborg zum Nordkap

91. Tag 27.7.22 von Sivertgåden nach Stekvasselv

In der Nacht wurde ich vom Regen und stürmischem Wind geweckt. Das Zelt stand allerdings recht geschützt und ich konnte schon noch wieder weiterschlafen. Leider war um 6 Uhr immer noch keine Besserung eingetreten und ich begann schon zu überlegen ob es überhaupt sinnvoll ist heute zu wandern. Es geht ja jedes Mal hinauf auf die Berge und da weht es ja sowieso deutlich stärker. Also beschloss ich erst mal noch liegen zu bleiben. Die Bäuerin hatte gestern behauptet es würde heute trockenes Wetter geben. Ich habe ja seit Tagen kein Netzempfang bzw vielleicht am Zielort an einer bestimmten Stelle schwachen und dadurch keine aktuellen Daten. Um sieben hat es dann wenigstens das Regnen aufgehört und ich begann zusammen zu packen und zu frühstücken. Ab und zu zeigte sich sogar ein winziges Stück blauer Himmel und so hoffte ich der Wind würde auch abflauen.

Der Rückblick zum See

Das mit dem Abflauen wurde nichts. Oben stürmte es das ich nicht gerade stehen konnte. Aber jetzt war ich halt auch schon oben da konnte ich auch weitergehen. Das einzig gute war am Anfang, es regnete nicht. So gab es auch schöne Aussichten. Wie gesagt die Bilder täuschen. Mehr als 2 Grad dürfte es nicht gehabt haben.

Der Regenbogen zeigt es, da vorne regnet es

Dann wehte der Wind doch wieder tief liegende nasse Wolkenschwaden heran und es war Schluss mit der Fernsicht. Hin und wieder gab es Windschatten, aber im Normalfall war Sturm und wenn das im Tal so ersichtlich gewesen wäre, wäre ich nicht aufgebrochen. So langsam bin ich ja in Nordnorwegen angekommen und da liegt auf 800 Meter noch jede Menge Schnee. Eigentlich war die Landschaft wunderschön und bei ruhigem sonningen Wetter bestimmt unvergesslich. So marschierte ich mit eingezogenen Kopf, stark vermummt mit angezogenen Handschuhen und meine Stöcke immer fest im Griff durch die Berge. Ohne Stöcke hätte ich auf gar keinen Fall unterwegs sein können, die waren fürs Gleichgewicht halten heute unerlässlich.

Diese Querung war schon schwieriger.

Das Wasser läuft mit einem solchem Getöse zu Tal, das ist Respekt einflößend und vermittelt mehr Schwierigkeit als es dann wirklich ist.

Durch diesen Dschungel ging es bergab
Hält besser als es den Anschein hat

Eigentlich war auch hier die Hütte ausgebucht, denn ich hatte vor drei Tagen schon angefragt. Ich bekam das Angebot im Garten zu zelten und die Dusche im Haus benutzen zu dürfen. Aber bis ich ankam hatten sie es sich anders überlegt und ich erhielt das Gästezimmer im Wohnhaus. Ich wurde vom Herrn des Hauses noch mit Spiegeleier, Knäckebrot, Butter und Saft verwöhnt. Er aß auch noch mit mir mit und fuhr dann zu seiner Frau zu ukrainischen Flüchtlingen die sie betreuen und ich habe ihr Wohnhaus ganz für mich allein. Was für ein Vertrauensbeweis.

Ich bekam auch noch für später eine regionale Spezialität hingestellt. Übersetzt heißt das Gebäck Kammkuchen. Ist so eine Art Fladen der direkt auf Feuer gebacken wird. Ich soll mich noch aus dem Kühlschrank mit Käse dazu bedienen und der scheinbar unerlässliche Nescaffe für abends wurde auch bereit gestellt. Ein paar Äpfel gehören mir auch noch. Also ich kann nicht jammern und die Freude ist groß bei so einem Verwöhnprogramm. Ein wenig hatte ich den ganzen Tag drauf gehofft nicht draußen im Zelt bei diesem Wind und den kalten Temperaturen schlafen zu müssen, aber solche Überraschungen sind doch das Schönste.

Kammkuchen
Der Blick aus dem Fenster am Esstisch, Das Thermometer zeigt 5°C an

Wir unterhielten uns noch ein bisschen und über meine Klage zwecks dem vielen Regen, meinte er ganz trocken das wären keine Schwierigkeiten sondern eine Challenge. Da musste ich dann sogar lachen und so betrachtet, stellen sich die Unannehmlichkeiten ganz anders dar. Ich habe mir vorgenommen jetzt öfter an diesen Satz zu denken wenn ich mal wieder mit den schlechten Bedingungen hadere.

E1 von Göteborg zum Nordkap

90. Tag 26.7.22 von der Krutvatnethytta nach Sivertgården

Ich wurde von meinen zwei Hüttenkollegen schon vorgewarnt das es eine nasse Etappe werden würde. Sie hatten nicht übertrieben. Feuchte kalte Lufttemperatur und dreiviertel der Zeit Matsch und Sumpf. Meine Hose war am Schluss bis Mitte der Oberschenkel nass weil das Wasser so hochspritzte.

Da gibts kein Ausweichen mehr

Wenige Bilder weil alles im Dunst versank. Die anvisierte Hütte war eine private auf einem Bauernhof und leider ausgebucht. Aber ich habe ein bisschen rumgejammert das ich nirgends einen trockenen Platz am See finde und da hatte die Bäuerin wohl Mitleid. Sie ging mit mir 500 Meter weiter zu ihrem privaten Bade -und Bootsanlegeplatz. Eine tolle Wiese direkt am See. Lange habe ich nicht hebadet er war eiskalt. Später kam nich ein Holländer. Der war richtig optimistisch unterwegs . Geht wan6von Hütte zu Hütte und hat nicht nal Zelt und Kocher dabei. Es gab auch eine winzige Hütte am See, vollgeräummt mit diversen Untensilien. Die musste er erst mal aufräumen, dafür hatte er ein Dach überm Kopf. Scheinbar war er noch direkter als ich, denn sie haben ihm sogar was zum Essen gegeben. Er war dann ganz fassungslos, wie sie ihm erzählt hat das sie 150km fahren wenn sie einkaufen gehen. Das passiert maximal einmal im Monat.

Abends ist ja tendenziell das bessere Wetter und so gab es noch ein paar sonnige Momente die wir auf Bank und Stuhl genossen. Wie viele Holländer sprach er sehr gut deutsch, lieber als englisch was mir sehr entgegen kam.

Mit den Sonnenstrahlen wurde sogar meine Hose wieder trocken. Meine Schuhe die ich ja seit gut 2 Wochen trage halten immnoch dicht. Ich finde das schon eher unglaublich. Denn auch wenn sie Goretex imprägniert sind, für stundenlanges waten im Wasser ohne das sie über Nacht richtig trocknen können sind Wanderschuhe bestimmt nicht gedacht. So sind meine Socken wenn ich abends die pitschnassen Schuhen ausziehe, immer noch trocken.

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89. 25.7.22 Tag von Tverrelvnes nach Krutvasshytta

Ein trüber und grauer Tag und oben auf dem Fjäll auch mit kaltem strürmischem Wind. Auf der Hochebene gleich mal ein sehr markanter Fels. Von dem haben mir gestern schon die Wirtsleute erzählt.

Schwierige Orientierung im Sumpf, keine Markierungen zu erkennen

Je weiter hoch ich kam um so heftiger trieb der Wind die Nebelschwaden heran. Am Schluss konnte ich gerade noch 30 Meter weit seh.

Auf einmal tauchte im Nebel ein kapitaler Rentierbulle auf, fast mystisch. Da habe ich mal wieder bedauert keine Kamera dabei zu haben

Oben am Pass war mit einem Mal freie Sicht.

Die Übernachtungshütte liegt an einem See inmitten einer atemberaubender Kulisse

Auf der Hütte sind wir zu dritt. Ein Österreicher und ein Schweizer. Der eine ist in Masi und der andere Anfang Juni am Nordkap gestartet. Interessante Gespräche, gepaart mit vielen Tipps für die kommenden Etappen haben den Tag gemütlich ausklingen lassen. Freud und Leid der Fernwanderer gleichen sich, stelle ich fest.

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88. Tag 24.7.22 von der Hochebene am Rotfjället nach Tverrelvnes

Der hohe Berg an dessen Fuß ich mein Zelt aufgeschlagen habe heißt Rotfjället. Ein bisschen veräppelt komme ich mir vor als abends um 22 Uhr der Himmel plötzlich wolkenlos wird und ich einen Sonnenuntergang erlebe. Wäre schön wenn die Sonne auch tagsüber mal raus käme.

Kühl ist es in der Früh so hoch oben. Der Wind weckt mich auf, denn er hat die Richtung gewechselt und von der Seite steht das Zelt nicht ganz so geschützt. Da flattert die Zeltplane. Also Frühstück im Zelt, draußen ist es zu kalt. Es geht immer noch ein Stück bergauf bis ich die Passhöhe erreicht habe. Dann die phänomenale Aussicht nach Norden.

Das ist der Blick nach hinten
Merkt ihr was?

Ich werfe einen schwächeren Schatten. Ein paar lausige Strahlen schaffen es durch die Wolken und gleich spüre ich die Wärme.

Da musste ich die Schuhe wechseln. Es war zu tief
Der Blick ins Tal. Zu dem See links unten ging der Abstieg bis auf 330 Meter. So tief unten war ich schon ewig nicht mehr
Die war echt wackelig und dieses Geländer war ein Witz, aber Augen geradeaus und drüber gehen. Sie hing auch mit ordentlich Abstand zum Fluss. Ein ähnliches Exemplar kam später noch einmal.
am Strand, hier gabs Mittagspause
Rückblick auf den See
Noch weiter oben

Denn wie ihr an den Bildern seht gings gleich auf der anderen Talseite steil und matschig bergauf. Das war ein Kraftakt und passend dazu schien mir die Sonne für 1h auf den Rücken. Da war das Mückenmittel gefragt, denn in der Regenjacke wars definitiv zu heiß. Die habe ich im Moment ja praktisch dauernd an, da können die Biester nicht durchstechen. So ging ich tatsächlich kurzärmelig, weiß gar nicht wie lang das schon her ist das ich das gemacht habe.

Praktischerweise war oben dann auch wieder Schluss mit dem Sonnenschein und ich zog ein längärmeliges Shirt drüber.

der nächste Ausblick

Meine heutige Übernachtung ist auf einem ehemaligen Bauernhof. Da wurden mal gleich die Holzöfen eingeheizt und ich wurde zum Abendkaffee mit selbstgebackenen Kuchen und Hefesemmeln ins Haupthaus eingeladen. Zusätzlich standen Käse und Marmelade und die norwegische Butter (eigentlich eine Mischung aus Margarine und Butter) bereit. Die Dame des Hauses merkte dazu an, extra für die Wanderer die brauchen das Fett. Es sind noch zwei Wanderer mit 3 Hunden da. Die gehen jetzt das 3. Jahr von Norden her den E1. Immer 4 Wochen im Jahr. Grundsätzlich wollen sie bis Sizilien gehen. Sie meinte das sie dazu 10-15 Jahre brauchen werden. Sie hatte vor nicht allzulanger Zeit einen Schlüsselbeinbruch und kann keinen Rucksack tragen. Er trägt für sie beide das normale Equipment und die Hunde das Essen.

Der Hof liegt so einsam da führt noch eine windschiefe Telegraphenleitung hin.

der Ausblick aus dem Fenster

Auch heute kein Regen und zweistellige Temperaturen.

E1 von Göteborg zum Nordkap

86. Tag 22.7.22 von der Tjåkkelestugan zur Åtnikstugan

Ein trockener Tag, juchu.

Der Weg war gut zu gehen und schon um kurz nach zwei war ich bei der Hütte. Dort traf ich auf drei Angler beim Mittagessen. Das ist jetzt schon die zweite Gruppe die mir erzählt das sie sich mit ihrem ganzen Equipment per Hubschrauber herfliegen lassen und ein paar Tage bleiben

Diese hier, haben die Hütte nur zwecks dem Ofen und der Einrichtung genutzt. Zu dritt haben sie zwei Fische mittels Fliegenfischen am Vormittag gefangen und davon haben sie mir einen geschenkt. Der wurde dann gleich küchenfertig ausgenommen, sodass ich mir den sofort anbraten konnte. Ein Traum! Brot und Butter bekam ich auch noch.

Super lecker

Dann tauchte noch eine große Wandergruppe mit 14 Leuten auf. Interessante Gespräche hatte ich da und ich bekam noch eine Führung zum Bestaunen der vielen teilweise extrem teuren Zelte und Rucksäcke. Einige von ihnen konnten ganz gut deutsch und so war es ein buntes Durcheinander zwischen englisch, deutsch und schwedisch weil nicht in jeder Sprache der geeignete Wortschatz zur Verfügung stand. Wir kamen super zurecht und gür mich war es leichter viel zu erzählen. Ein schöner unbeschwerter Abend.