von Tarifa nach ...

36. Tag 16.3.25 bis Huéscar

In Norwegen hätte ich damit gerechnet, das ich es jetzt in Südspanien erlebe, so recht erwartet habe ich das nicht. Premiere meine äussere Zeltplane war teilweise gefroren.

Richtig friere ich nicht, aber bibbern wenn ich aus dem warmen Schlafsack krabbeln muss, ich gebs zu, das mache ich. Frühstück gibt es natürlich dick eingemummelt und dann wird schweren Herzens zusammengepackt. Ja, dann fängt es auch noch das Schneien an, gehört irgendwie dann auch noch dazu.

Vorteil vom gefrorenen Boden, keine Erde bleibt an den Schuhen hängen
Zwischendurch reißt es auch mal auf

Viele Fotos gibt es deshalb heute nicht

Im engen Tal war’s der Schnee und die Kälte , weiter unten dann der sehr stürmische Wind. Es war zwar dann rein theoretisch wärmer, man merkt davon halt nichts. Der Gegenwind hat mich dann zermürbt. Vielleicht war’s auch das Wissen, es wartet ein warmes (hoffentlich) Zimmer auf mich das es mir echt schwerfiel durchzuhalten und ich ziemlich kaputt ankam.

freie Bahn für den Wind
3km Allee bis zum Ort

Das Zimmer entpuppte sich dann als Apartment mit Dachterrasse und Küche mit Waschmaschine. Nachdem die Wetteraussichten morgen auch noch nass und kalt sind habe ich mich spontan entschieden einen Ruhetag einzulegen. Übermorgen wird es immer noch viel regnen, aber es wird endlich wärmer.

Bin gleich nach der Ankunft Essen gegangen. In Spanien gibt es meist bis 17 Uhr warme Küche, dann ist bis 20.00 Uhr geschlossen dann kann wieder warm gegessen werden. Das ist mir definitiv zu spät und so bin ich halt, nachdem ich den Kaminofen eingeheizt habe, gleich losgezogen. Danach die Dusche, da war erst mal kein warmes Wasser da, aber der Vermieter kümmerte sich von Ferne darum.

Ausblick von der Dachterrasse

So werde ich morgen in einer gemütlichen Umgebung einen richtig faulen Tag einlegen. Außer einkaufen und den Bauch vollschlagen wird nicht viel passieren.

Faulenzen halt

von Tarifa nach ...

35. Tag 15.3.25 bis 3km nach Puebla de Don Fabrique

In der Nacht muss es tatsächlich Minusgrade gehabt haben. Anfangs regnete es nämlich und in der Früh lag ganz leicht Graupel auf dem Boden und ein paar gefrorene Wassertropfen an der Zeltstange in Bodennähe machten mir deutlich im Moment ist es s..kalt, es fühlt sich nicht nur so an.

Es war klar, ich muss nicht ganz so früh aufstehen, da der kleine Laden am Ort erst um 9 Uhr öffnet. Wasser und ein wenig Essen für Tagsüber mehr wollte ich nicht. Ich kam dann noch an einer Bar vorbei und gönnte mir einen selbstgebackenen Kuchen mit dem schon obligatorischen Espresso. Den Kuchen hat mir der Wirt extra gezeigt, weil der unter einem Tuch gut versteckt war. Fand ich echt nett, weil ich wollte erst ein s der üblichen fertig abgepackten Gebäckstücke nehmen. Cañada de la Cruz hat etwa 160 Einwohner. Normalerweise sitzen ja hauptsächlich Männer dort rum. Aber Samstag in diesem Dorf ist es scheinbar der Brauch, dass die Frauen alt wie jung extrem fesch herausgeputzt, teilweise mit Kindern genauso gut gekleidet dort frühstücken. Binnen kürzester Zeit waren 40 weibliche Gäste da und der Wirt hatte echt zu tun.

Die Häuser schauen alle halb verfallen aus, aber rechts stehen ein Mercedes, ein größerer Lsndrover und dahinter ein Audi. Man sollte sich also nicht täuschen lassen.

Heute hat es dann sogar die Vliesjacke unter der Regenjacke gebraucht samt Handschuhen es war einfach zu kalt.

Ich bin wieder in Andalusien
150 Jahre alte Brücke bei Almaciles
Hinten der Ort hinter dem ich heute oben am Berg zelte

Leider 10 km neben einer überörtlichen Straße zu gehen und nicht immer war Platz für Fußgänger. Hier die frühere Straße, oft auf Feldern oder zur Not auf dem Seitenstreifen.

Die ersten schneebedeckten Gipfel kommen in Sicht.

Heute zelte ich mal nicht im Dreck,Matsch oder Lehm, trotzdem reicht es mir jetzt und morgen bin ich in einem Hotel. Es ist alles so dreckig, da fühle ich mich einfach nicht mehr wohl in meiner Haut.