von Tarifa nach ...

40. Tag 20.3.25 bis Zújar

Gestern Abend habe ich noch einen gehörigen Schreck bekommen und ich weiß bis jetzt nicht ob ich da nicht etwas schlauer hätte sein können. Gerade als ich den Blogbeitrag hochgeladen hatte, hörte ich einen Hund bellend auf mein Zelt zukommen. Ihr wisst inzwischen, mit Hunden, speziell in Spanien stehe ich auf Kriegsfuß. Also noch schnell alle Reißverschlüsse geschlossen und mich vollkommen ruhig gehalten. Es dauerte nicht lange und ein zweiter Hund kam und beide kläfften und knurrten für mich sehr bedrohlich. Binnen kürzester Zeit waren es dann fünf Hunde ich bekam echt Panik. Ich denke ich habe einen neuen Maximalpuls erreicht. Sie liefen um das Zelt rum und ich war mir nicht mehr sicher ob nicht doch einer versuchen würde durch die Plane zu kommen. In meiner Not habe ich dann den spanischen Notruf gewählt und dort wurde anhand der Telefonnummer gleich registriert das jemand aus Deutschland anruft. Ich wurde gefragt ob englisch auch geht, letztendlich hat sich aber eine deutschsprachige Person gemeldet. Jetzt musste ich ja reden und mit einem Schlag waren die Hunde weg. Mit mir wurde echt nett geredet und gesagt ich solle am besten auf dem Platz bleiben, erfahrungsgemäß ziehen wilde Hunde weiter und ich dürfe mich gerne wieder melden falls sie doch noch mal auftauchen würden. Ich habe eine sehr unruhige Nacht verbracht, immer mit einem Ohr auf das Gekläffe das in der Nacht eigentlich immer zu hören ist.

Eigentlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass die streunenden Hunde recht scheu sind und ich hätte mich vielleicht nicht ruhig verhalten, sondern gleich laut schreien sollen, ich weiß es nicht.

In der Früh habe ich mir heute kein Frühstück gemacht und habe geschaut, dass ich weg komme. Bin froh das ich in Erwartung einer neuen Regenfront bereits ein Zimmer gebucht hatte. Der Regen kam nicht und ab kurz vor Mittag war sogar die Sonne da.

Bis morgen wird es dann schon wieder gehen.

Anfangs an riesigen Feldern vorbei, ein Teil schon mit Salatpflanzen besetzt und der Rest vorbereitet. Überall ist die Bewässerung schon verlegt.

Wasseranschluss an jedem Feld, das in etwa doppelte Fußballplatzgröẞe hat

Ich bin ja gerade im Geopark Granada unterwegs und landschaftlich war es heute sehr eindrucksvoll.

Gut gefüllter Stausee

Der Ort hat jetzt mal einen ganz anderen Charakter weil nicht so viel alte Bausubstanz da ist.

In voller Montur, der Schulweghelfer in Aktion denn die Schule war gerade aus

Er regelte lautstark mit Pfeife den Verkehr und das ein oder andere Schwätzchen war auch noch drin.

Meine Ankunft in meinem Apartment war auch noch mit Hindernissen gespickt. Kein Strom, eiskalt. Alles über WhatsApp in spanischer Sprache geregelt. Irgendwo hat es wohl einen Kurzschluss im Haus gegeben und nach einer komplizierten Prozedur in der sämtliche Sicherungen erst aus und dann in bestimmter wieder eingeschaltet werden mussten, klappte auch das. Musste halt über 2h warten bis dann Warmwasser zur Verfügung stand. Ich habe hier eine Dachterrasse und da saß ich dann in der Sonne bis Zimmer und Wasser warm waren.

Ausblick
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39. Tag 19.3.25 bis nach Cuevas de Luna bei Benamaurel

Der Tag begann mit Sonnenschein und blieb trocken, auch wenn es nicht immer so aussah.

Wieder sehr interessante Landschaften.

In der Früh begrüßten mich gleich mal die schneebedeckten Gipfel.

Gestern war ich ja noch ganz überrascht von den vielen Höhlen die als Wohnhäuser genutzt werden. Als erstes kam ich heute gleich durch drei Siedlungen die bestanden fast nur aus dieser Art Wohnhäuser. Die meisten sahen sehr gepflegt aus. Es wirkte nicht wie eine Siedlung für Randgruppen der Bevölkerung.

Danach führte der Weg durch eine geologische Besonderheit.

Ich war wirklich froh, dass heute trockenes Wetter war, denn dieser Untergrund wenn nass ist, wäre wieder die reinste Rutsch -und Matschbahn gewesen. Das I- Tüpfelchen der starke und böige Wind blies von hinten, was für ein Glück. Dazu fiel mir dann auch das Lied vom Glück von Max Rabe ein, sowas bleibt mir dann wie ein Ohrwurm den ganzen Tag erhalten. Es gibt Schlimmeres würde ich sagen, hebt die Laune auf jeden Fall beträchtlich. Ihr merkt, mir ging es heute gut, auch wenn ich gestern schon recht niedergeschlagen war und keine ruhige Nacht hatte vor lauter Gedanken wälzen was zu tun ist.

diese Steine oder Kristalle? fast durchsichtig waren häufig anzutreffen

Nach 10km reichte es dann auch wieder und ich kam in den Ort Benamaurel. Wieder unglaublich viele Höhlenhäuser. Das ganze Gestein ist ja sehr bröckelig, wie das statisch hält das die ganzen Hänge quasi durchlöchert mit Höhlen sind ist mir schleierhaft.

An den Kaminen erkennt man erst, dass sich da Wohnräume darunter befinden müssen

Leider war ich zu einer Zeit in dem Ort wo alle Supermärkte noch 2h geschlossen hatten. Also bin ich mal wieder in eine Bar, habe mir ein Aqua Grande = 1,5l, ein Bocadillo und Espresso bestellt. Der Fernseher lief und ich konnte den ausführlichen Wetterbericht verfolgen. Zu meiner Überraschung und Freude schaut es jetzt so aus, dass der angesagte Regen nur bis Granada kommt und ich vielleicht verschont bleibe. Zumindest vor sintflutartigem Regen. Es könnte sich also gut ausgehen. Ich bleibe bei meiner gestern geänderten Route und wenn ich in drei/vier Tagen in die Nähe komme, sollte sich alles beruhigt haben. Wäre dann schon sehr viel Glück.