von Tarifa nach ...

5. Tag 13.2.25 von Los Barrios bis Castillo de Castellar

Gut erholt und mit Schwung startete ich kurz nach acht. Raus aus Los Barrios auf einem schönen Wanderweg. Überraschenderweise hätte es 3km nach der Stadt etliche schöne Plätze zum Zelten gegeben, aber gestern war die Entfernung einfach nicht mehr zu schaffen und die Unsicherheit war Zuviel.

Bei der Planung der heutigen Etappe habe ich schon gesehen, dass mich den ganzen Tag mehr oder weniger geteerte Straßen als Untergrund begleiten werden. Ich habe mich darauf seelisch eingestellt, denn zu mindestens den einen Vorteil haben sie, sie sind gut und schnell zu bewältigen.

Der Faktor Spaẞ ist begrenzt und manchmal ist der auch überwertet 😉.

Das hier ist dann die unangenehme Steigerung

Wieder einmal auf dem Eurovelo entlang einer übergeordneten Straße, zumindest einigermaßen sicher fühlt man sich. Die Radfahrer, ausnahmslos Männer waren zwar meist schnell auf Rennrädern unterwegs, aber durchaus rücksichtsvoll.

Witzig, fand ich eine Truppe von vier Männern, die mit ihren Rasentrimmern den grünen Randstreifen mähten. Der vierte Mann war die Nachhut mit dem Laubbläser. Am Bild oben könnt ihr deutlich erkennen, dass ihn nur die Seite mit dem Grün interessiert hat. Das Laub entlang der Absperrung lieẞ er liegen. 5 km neben so einer Straße ziehen sich.

Aber die Belohnung in Form einer Bar am Straßenrand bescherte mir ganz überraschend eine kleine Zwischenmahlzeit und der Espresso, wenn er denn schon mal verfügbar ist, gehört natürlich auch dazu.

Eigentlich habe ich mir bei der Planung gedacht, am Fuße eines größeren Berges, der von einem Kastell gekrönt wird, einen Platz für die Nacht mit meinem Zelt zu suchen. Bedauerlicherweise war es wieder mal nicht möglich zu zelten, wo ich heute mal nicht in Zeitnot war.

Über Selbstverständlichkeiten in Deutschland macht man sich ja fast keine Gedanken. Wir haben dort das mehr oder weniger uneingeschränkte Betretungsrecht in den Wäldern und wenn wir auf dem Feldweg bleiben, auch bei den Wiesen und Feldern. Es fällt auf, dass das in Spanien scheinbar nicht möglich ist, alles ist eingezäunt und zwar wie eine Festung.

Gut zu sehen, an diesem Hang wird keine Chance bestehen ein Zelt aufzustellen
Scheinkrokus

So recherchierte ich mal wieder nach einer Unterkunft. Oben auf der Burg steht ein Hotel und das, der absoluten Nebensaison geschuldet zu einem wirklich günstigen Preis. So beschloss ich, entgegen meiner Planung doch noch den Berg zu erklimmen. Mit dem Wissen das am Ende eine Dusche wartet, lässt sich der steile Anstieg in der prallen Sonne, die mir dann bestimmt 30° bescherte frohgemut bewältigen. Das sind dann auch die schönsten Bilder des Tages mit einer grandiosen Aussicht.

der stilgerechte Aufstiegsweg
Der markante Felsen ist Gibraltar
Das Erdgeschoss meiner Suite

Oben stehen mir auch noch drei Schlafzimmer zur Verfügung und das für 60€

Die ganze Burganlage war früher einmal bewohnt. Inzwischen sind die Leute umgezogen, in einen neuen Ort am Fuße des Berges. Aus den verlassenen Häusern wurde das Hotel. Einige Häuser sind noch bewohnt, aber mindestens die Hälfte sind jetzt sogenannte Suiten. Zur Hauptsaison ist hier bestimmt einiges los aber jetzt strahlt alles eine gemütliche Atmosphäre aus.

Die Aussicht auf die Straße von Gibraltar bei Nacht

So hat sich wieder mal alles zum Guten gefügt.

Wandererherz was willst du mehr.

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4. Tag 12.2. bis nach Los Barrios

Auch heute war der Tag zu kurz und/ oder ich zu langsam. Anfangs ging es flott dahin, aber im Laufe des Vormittags, spürte ich langsam den Muskelkater kommen. H

Heute Nacht hatte es noch stark geregnet und auch ein paar neugierige Besucher schlichen um das Zelt, so dass ich nicht ganz so ruhig geschlafen habe wie sonst. Dementsprechend und wegen der langen Dunkelheit am Morgen, verschob sich der Start auf 9:00 Uhr auch weil es heute Früh noch recht diesig und nebelig war. Ich werde mir wohl in nächster Zeit angewöhnen müssen, mit künstlichen Licht aufzustehen. Bis jetzt hatte ich die Stirnlampe immer nur zur Sicherheit dabei und mehr oder weniger unbenutzt wieder mit nach Hause gebracht.

Der Weg, den ich zur Zeit benutze, ist gleichzeitig Euro Veloweg Nummer acht. Die EU hat hier für den guten Ausbau viel Geld bereitgestellt, was auch auf diversen Tafeln immer wieder kommuniziert wird. Unter anderem waren heute auch drei Wasserstellen dabei, so dass Trinkwasser heute keine Mangelware war. Im Laufe des Vormittags klarte es immer mehr auf und ein weißblauer Himmel mit kräftigem Wind begleitete mich durch den Tag.

Heute kam zum ersten Mal meine Neuerwerbung zum Einsatz. Ich habe mir ein Solar Panel zugelegt, damit ich keine so große und schwere Powerbank wie in Skandinavien tragen muss. Im Süden Europas sollte ich doch mit mehr Sonne als in den letzten Jahren rechnen können.

Alles fertig montiert

Anfangs führte der Weg unter lauter alten Korkeichen entlang. Später wurden sie durch ebenso alte Olivenbäume abgelöst. Aber alles ist immer eingezäunt. Ich glaube fast, dass die Kilometer langen Waldschutz Zäune einen Großteil des Budgets verbraucht haben.

Die geplante Route war heute nicht immer durchführbar und so sammelten sich wieder mehr Kilometer an als vorgesehen. In der Nähe von Los Barrios merkte ich dann, dass ich mit dem noch nötigen Einkauf wahrscheinlich zu spät dran bin um noch entspannt nach dem durchqueren der Stadt einen Zeltplatz zu suchen. Ehrlicherweise muss ich auch zugeben, dass ich hundemüde war und so buchte ich mir spontan ein Zimmer in einer Pension. Bett und Dusche übten einen unwiderstehlichen Reiz auf mich aus und ich wollte nicht schon wieder 30km laufen.

Storchenpaar im Nest direkt neben der Autobahnbrücke, der Lärm stört sie scheinbar nicht
Alles Störche, überall höre ich die Schnäbel klappern

Wunderschöne Landschaft und blühende Wiesen überall

Die Stadt selber lädt nicht zum Bummeln ein, dazu gibt’s keine Bilder.