von Tarifa nach ...

12. Tag 20.2.25 von Cortijo Nuevo nach Valle de Abdalejis

Der Morgen begann mit einer so herzerwärmenden Überraschung. Schon um 7.30 Uhr, also noch im Halbdunkel hörte ich ein Auto den Berg rauf kommen und in der Nähe halten. Schritte näherten sich und der Bauer von gestern stand vor meinem Zelt und hielt mir eine Tüte hin. Soweit ich ihn verstand, brachte er mir ein kleines Frühstück. Er dick angezogen, fragte mich ob ich nicht friere. Aber diese Temperaturen sind kein Problem für mich. Er wünschte mir noch einen schönen Tag und verschwand. In der Tüte befanden sich 1,5l Wasser, Doppelkekse und selbstgemachtes Schmalzgebäck. Ich war echt gerührt.

sehr lecker

Leider wurde das mit dem Espresso in Arriate nichts. Jede Menge Bars aber keine geöffnet. Immerhin die Supermarkttür stand offen, Brot und Schinken fanden den Weg in meinen Rucksack.

das ist ein typischer Supermarkt, bei uns würde sowas nicht überleben, wahrscheinlich würde er nicht mal eine Betriebsgenehmigung erhalten

Der Ort lag natürlich im Tal, somit ging’s aufwärts und zwar für längere Zeit.

Rückblick
Das ist weniger erfreulich

Herbizideinsatz unter den Olivenbäumen. Das Grün dazwischen zeigt es an, das da nichts vertrocknet, sondern abstirbt. Ist natürlich nicht bei jedem Feld so, aber schon immer wieder zu sehen.

Centauros pillará, wächst scheinbar am besten am Straßenrand
da weiß man wenigstens was auf einen zukommt

1,5km, 200 Höhenmeter und 0,5l Wasser später war ich oben. Eigentlich wollte ich mir oben einen Kaffee kochen entschied mich dann aber dagegen. Da mal wieder 2 Schlangen von den Raupen wie vor ein paar Tagen schon gesehen und dann diese Gebilde.

Alles zusammen veranlasste mich dann mal nachzuschauen was das denn für Tiere sind. Das war mal eine gute Idee, denn die schauen possierlich aus sind aber nicht ohne.

Pinienprozessionsspinnerraupen, die Haare sind allergieauslösend mit Nesselsucht und sollten nicht mit der Haut in Berührung kommen, außerdem fliegen die Haare auch noch mit dem Wind durch die Luft. Also Ärmel und Hosenbeine runterkrempeln und sich schnell entfernen.

Ardales von der Ferne
Ortseingang

Hier kam ich endlich zu meinem Espresso und einem kleinen Mittagessen .

Was eine weise Entscheidung war, denn danach musste die Bergkette auf der die Windräder stehen überquert werden, ihr könnt das oben sehen. Der Vorteil, es ging in Serpentinen aufwärts, also nicht ganz so steil, zumindest teilweise.

Am Schluss war es gar nicht so leicht einen Übernachtungsplatz zu finden, nicht weil es nicht das ein oder andere Plätzchen gegeben hätte, aber hier stehen sehr viele Pinien und einmal den Blick geschärft, erkennt man die Gespinstkugeln zu Hauf. Aber letztendlich bin ich fündig geworden und zusätzlich gabs eine nette Begegnung mit Allan aus UK der seit 6 Jahren mit dem Fahrrad weltweit unterwegs ist und bereits 80000 km hinter sich hat und es ihm immer noch Spaß macht.

Also war heute durchaus was geboten.

von Tarifa nach ...

11. Tag 19.2.25 von Ronda bis Cortijo Nuevo

Bis Mittag um 2:00 Uhr habe ich gedacht, dass das ein richtig langweiliger Wandertag wird. Bis dahin war ich nur auf geteerten Straßen unterwegs. Hinter Ronda begann ein Abschnitt der stark von der Landwirtschaft geprägt ist. Weit verstreut liegen Bauernhöfe und ihre bewirtschafteten Felder. Da ist dann kein Platz für Wanderwege.

Trotzdem immer hügelig
Arriate

Kein Touristenmagnet, bei weitem nicht so herausgeputzt wie die kleinen Dörfer vorher.

Auf meiner Karte hatte ich bereits gesehen, dass fast 6 km entlang der Bundesstraße zu gehen sind. Da gab es zur Abwechslung auch mal einen Markierungspfosten, sodass klar war. hier geht’s lang. Die ersten 4 km waren auch kein Problem. Es führte ein schmaler Pfad in angenehmen Abstand zur Straße.

Eigentlich ist recht deutlich zu sehen, dass hier schon ab und zu jemand lang geht. Dann gab’s allerdings eine Baustelle bei der große Erdarbeiten getätigt wurden. Dadurch wurde der Weg quasi aufgelöst. So schlug ich mich dann durch Büsche, über eine Ziegenweide und diverse Zäune, Mauern und andere Hindernisse. Sonst wär’s ja auch langweilig gewesen, allerdings war ich wirklich froh, wie dann endlich der Abzweig kam.

Die Berge kommen in Sicht

Hier ist ein Gebiet, mit jeder Menge Olivenbaumplantagen. Auf so einer habe ich auch mein Zelt aufgeschlagen und wurde prompt erwischt. Jetzt kam für mich zum ersten Mal die Übersetzungsapp zum Einsatz. Damit haben wir uns dann ganz gut verständigt und großzügig erhielt ich die Erlaubnis. Der Bauer gab mir sogar einen Zweig wilden Thymian den ich zusammen mit den Oliven die teilweise noch an den Bäuchen hängen essen soll. Die Oliven sind leider recht bitter, wahrscheinlich weil sie schon überreif sind.

Wurzeln einmal anders

Eigentlich wollte ich im Ort vorher ja auf einem Zeltplatz aufschlagen, aber der war nicht mehr existent, genauso wie die vier Lebensmittelläden, die es laut Maps dort geben sollte. Ich habe immer Reserve dabei, also alles kein Problem. Bloß etwas weiter als gedacht musste ich halt gehen. Dafür kommt morgen dann schon nach 5 km eine Bar, das erste Koffeindoping ist also nicht weit.

Ausblick nach Westen
und Süden

Ihr seht ich habe ein schönes Plätzchen erwischt